Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2051
Wirtschaftliche Verwerfungen durch US-Zölle absehbar

Trump-Zölle werden zum Inflationstreiber

Die zukünftige Trump-Regierung wird neue Zölle erheben. Das wird weitreichende Folgen für die USA und die Weltwirtschaft haben. Die USA müssen mit einer höheren Inflation rechnen - und sie wird die Inflation in die Welt exportieren.

Macht der designierte US-Präsident Donald Trump seine Zoll-Drohungen wahr, wird er die Inflation in den USA in die Höhe treiben. Denn Mexiko, China und Kanada sind die größten Warenexporteure in die USA. Gut 43% der US-Importe kommen aus diesen Ländern. Der Warenwert aus den drei Ländern betrug 2023 stattliche 1.364 Mrd. USD. Wichtigste Importprodukte aus diesen Ländern sind Autos, Erdöl sowie Elektronik-Produkte. So große Warenmengen lassen sich kurz- oder mittelfristig kaum umleiten.

Inflation durch Zölle

Wie sehr die Zölle die Inflation erhöhen, hängt davon ab, wie sie erhoben werden. Trump droht damit, sofort nach Amtsantritt am 20. Januar 2025 Zölle in Höhe von 25% auf Waren aus Mexiko und Kanada und in Höhe von zusätzlichen 10% auf Waren aus China zu erheben. Auf chinesische Produkte kommen sie zu den bereits höheren Zollgebühren hinzu.

Die Lieferanten werden versuchen, die Zölle auf die Preise aufzuschlagen. Die Erfolgsaussichten dafür sind gut. Denn viele Importeure werden die Waren nicht schnell aus anderen Quellen ersetzen können. Eine Inflationsrate von bis zu 10% könnte die Folge sein. Das schätzt ein Forscher vom ifo-Institut im Gespräch mit FUCHSBRIEFEN für ein Extrem-Szenario so ein. Erhebt Trump die Zölle spezifischer für einzelne Produktgruppen (z.B. Autos aus Mexiko, Bildschirme aus China) wird die US-Inflation weniger stark ansteigen. 

Verwerfungen auf dem Weltmarkt

Die Zölle könnten zu großen Verwerfungen auf dem Weltmarkt führen. Würde Trump nur diese drei Länder mit Zöllen belegen, hätten Importe aus allen anderen Ländern große Preisvorteile. Die Exporte aus diesen Ländern in die USA würden stark steigen. Die USA würden dann zunächst ihre Inflation in die neuen Lieferländer exportieren, weil dort ein Warenmangel aufkommen würde, der die Preise treibt. Denn der Export in die USA wird lukrativer als die Versorgung des Heimatmarkts. 

Umgekehrt würden die Exporte aus China, Kanada und Mexiko in die EU ansteigen. Das könnte die Inflation in Europa nach einigen Monaten drücken und würde hier zu einem verschärften Wettbewerb im Binnenmarkt führen. Allerdings dauert die Export-Umleitung in andere Länder aufgrund anderer technischer Normen und Kundenerwartungen einige Zeit.

Instabile US-Politik

Dass die Importe, wie von Trump gewünscht, weitgehend durch in den USA hergestellte Waren ersetzt werden, ist unwahrscheinlich. Zwar verspricht Trump eine wirtschaftsfreundliche Politik mit dem Abbau vieler Vorschriften, etwa beim Umweltschutz. Allerdings erhöht er damit die politische Unsicherheit für die Unternehmen. Die Frage wird sein, wie lange diese günstigen Vorschriften Bestand haben.  

Es ist sogar unsicher, wie lange Trump selbst an seiner Politik festhält. Denn er reagiert auf sinkende Beliebtheitswerte bisweilen mit radikalen Kursänderungen. Derartige politische Unsicherheiten sind etwas, das Investoren nicht wollen. US-Wirtschaftsexperten sind deshalb sehr pessimistisch, was die Zukunft ihres Landes angeht. Sie erwarten neue Zölle und dass die politische Unsicherheit die Investitionen der Unternehmen in den USA hemmt.

Fazit: Dass Trump Zölle erheben wird, ist sehr wahrscheinlich. Denn er und seine Kabinettsmitglieder halten diese für ein gutes Werkzeug für ihr wirtschaftspolitisches Ziel des Abbaus des Außenhandelsdefizits. Das wird zu großen Verwerfungen in den USA und weltweit führen.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht für KW 41: PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

Vier Projekte, vier Sieger: Zürcher Kantonalbank, Fürst Fugger, Landes-Hypothekenbank und Kaiser Partner dominieren die Wochenwertung

Illustriert mit Canva und ChatGPT
KW 41 bringt Bewegung in die Performance-Projekte. Während Zürcher Kantonalbank Österreich AG, Fürst Fugger Privatbank AG, Landes-Hypothekenbank Steiermark AG und Kaiser Partner Privatbank AG die Wochenwertungen gewinnen, verteidigen Benchmarkdepot, Genève Invest, BTG Pactual Europe und BTV ihre Spitzenplätze. Im Fokus der Handelsaktivitäten stehen Salesforce, Société Générale und Marvell Technology. Für Anleger treffen damit Momentum, Strategie und langfristige Stabilität direkt aufeinander.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 41: Die Spitze rückt zusammen

Kaiser Partner, Hansen & Heinrich und Liechtensteinische Landesbank gewinnen die Woche

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance-Projekt 9 liefern sich die führenden Stiftungsportfolios ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Benchmarkdepot hält Rang vier sowohl beim Gesamtvermögen als auch bei der Wochenentwicklung. Gleichzeitig sorgen die Handelsaktivitäten für Aufmerksamkeit: Salesforce, Société Générale und Marvell Technology gehören zu den meistbewegten Wertpapieren der Woche. Für Anleger besonders spannend: Nicht die aktivsten Manager erzielen die besten Ergebnisse, sondern die konstantesten Strategen.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 41: Wer den schnellsten Rennstall stellt

Landes-Hypothekenbank, Bank Gutmann und Schoellerbank gewinnen die Woche

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance-Projekt 8 bleibt das Rennen um die Spitzenplätze hochspannend. Während Genève Invest die Gesamtwertung anführt, feiern Landes-Hypothekenbank Steiermark AG, Bank Gutmann AG und Schoellerbank die stärksten Vermögenszuwächse der Woche. Das Benchmarkdepot gerät damit von zwei Seiten unter Druck. Für Anleger entsteht ein faszinierendes Bild: Langfristige Stärke und aktuelles Momentum fallen auseinander. Wer am Ende gewinnt, entscheidet sich erst auf den letzten Runden. Lesen Sie hier.
Zum Seitenanfang