Trump-Zölle werden zum Inflationstreiber
Macht der designierte US-Präsident Donald Trump seine Zoll-Drohungen wahr, wird er die Inflation in den USA in die Höhe treiben. Denn Mexiko, China und Kanada sind die größten Warenexporteure in die USA. Gut 43% der US-Importe kommen aus diesen Ländern. Der Warenwert aus den drei Ländern betrug 2023 stattliche 1.364 Mrd. USD. Wichtigste Importprodukte aus diesen Ländern sind Autos, Erdöl sowie Elektronik-Produkte. So große Warenmengen lassen sich kurz- oder mittelfristig kaum umleiten.
Inflation durch Zölle
Wie sehr die Zölle die Inflation erhöhen, hängt davon ab, wie sie erhoben werden. Trump droht damit, sofort nach Amtsantritt am 20. Januar 2025 Zölle in Höhe von 25% auf Waren aus Mexiko und Kanada und in Höhe von zusätzlichen 10% auf Waren aus China zu erheben. Auf chinesische Produkte kommen sie zu den bereits höheren Zollgebühren hinzu.
Die Lieferanten werden versuchen, die Zölle auf die Preise aufzuschlagen. Die Erfolgsaussichten dafür sind gut. Denn viele Importeure werden die Waren nicht schnell aus anderen Quellen ersetzen können. Eine Inflationsrate von bis zu 10% könnte die Folge sein. Das schätzt ein Forscher vom ifo-Institut im Gespräch mit FUCHSBRIEFEN für ein Extrem-Szenario so ein. Erhebt Trump die Zölle spezifischer für einzelne Produktgruppen (z.B. Autos aus Mexiko, Bildschirme aus China) wird die US-Inflation weniger stark ansteigen.
Verwerfungen auf dem Weltmarkt
Die Zölle könnten zu großen Verwerfungen auf dem Weltmarkt führen. Würde Trump nur diese drei Länder mit Zöllen belegen, hätten Importe aus allen anderen Ländern große Preisvorteile. Die Exporte aus diesen Ländern in die USA würden stark steigen. Die USA würden dann zunächst ihre Inflation in die neuen Lieferländer exportieren, weil dort ein Warenmangel aufkommen würde, der die Preise treibt. Denn der Export in die USA wird lukrativer als die Versorgung des Heimatmarkts.
Umgekehrt würden die Exporte aus China, Kanada und Mexiko in die EU ansteigen. Das könnte die Inflation in Europa nach einigen Monaten drücken und würde hier zu einem verschärften Wettbewerb im Binnenmarkt führen. Allerdings dauert die Export-Umleitung in andere Länder aufgrund anderer technischer Normen und Kundenerwartungen einige Zeit.
Instabile US-Politik
Dass die Importe, wie von Trump gewünscht, weitgehend durch in den USA hergestellte Waren ersetzt werden, ist unwahrscheinlich. Zwar verspricht Trump eine wirtschaftsfreundliche Politik mit dem Abbau vieler Vorschriften, etwa beim Umweltschutz. Allerdings erhöht er damit die politische Unsicherheit für die Unternehmen. Die Frage wird sein, wie lange diese günstigen Vorschriften Bestand haben.
Es ist sogar unsicher, wie lange Trump selbst an seiner Politik festhält. Denn er reagiert auf sinkende Beliebtheitswerte bisweilen mit radikalen Kursänderungen. Derartige politische Unsicherheiten sind etwas, das Investoren nicht wollen. US-Wirtschaftsexperten sind deshalb sehr pessimistisch, was die Zukunft ihres Landes angeht. Sie erwarten neue Zölle und dass die politische Unsicherheit die Investitionen der Unternehmen in den USA hemmt.