Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
510
Angeheizter Boom

Türkei produziert statistisches Wachstumswunder

Die Türkei stellt die Statistik um und erlebt prompt ein kleines Wachstumswunder. Auch ohne diesen Effekt überzeugen die Zahlen. Aber auch nur auf den ersten Blick.

Die Türkei liefert erneut fabelhafte Wachstumszahlen. Mehr als 11% real (preisbereinigt) sind es für das 3. Quartal. Offenbar glauben die Märkte nicht daran. Die Lira setzt ihren seit fast drei Jahren ungebrochenen Abwertungstrend fort. Hintergrund der Wunderzahlen ist die Umstellung der Statistik auf eine neues Verfahren (ESA 2010). Die durchschnittliche Jahresrate 2011-2015 stieg durch die Revision von 4,4% auf unglaubliche 7%.

Die als realistischer anzusetzenden 4%-5% sind allerdings auch schon ein beachtliches Ergebnis. Mit einem Pferdefuß: Die Regierung hat die Binnennachfrage nach dem gescheiterten Putschversuch vom letzten Jahr mit fiskalischen Mitteln kräftig angeheizt. Ergebnis ist ein Nachfrageüberhang, der die Inflation (zuletzt 13%) angestoßen und die Leistungsbilanz tief ins Defizit gedrückt hat. Den Zahlen des IWF zufolge ist derzeit das jährliche Defizit gegenüber dem Ausland fast doppelt so groß wie der BIP-Zuwachs.

Die Währungshüter drücken sich vor der fälligen Stabilisierung durch eine monetäre Straffung. Präsident Recep Tajip Erdogan hat Zinserhöhungen zu Akten des Hochverrats erklärt. Das deutet in der Praxis auf einen kurzen Weg ins Gefängnis, den die formell unabhängigen Währungshüter verständlicherweise scheuen.

Fazit: Die Abwertung der Lira geht weiter. Das Risiko von Engagements wächst.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel vom 11.12.2017: https://www.fuchsbriefe.de/finanzen-wirtschaft/konjunktur-branchen/tuerkischer-boom-mit-erheblichen-risiken

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under

Angeknackster Preistrend

Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under. Copyright: Pixabay
Das Bauern Freud' ist des Investors Leid: Das gilt auch bei Agrarrohstoffen. Aktuell ist Weizen betroffen. Noch vor einem Monat sah es hier mit den Ernten düster aus. Doch es hat sich etwas geändert.
  • Fuchs plus
  • Kündigung eines Prämiensparvertrages

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind. Copyright: Pixabay
Prämienspar­verträge waren lange ein Sparkassen-Bestseller. Zusätzlich zum Zins erhält der Sparer eine jähr­liche Prämie, die mit der Lauf­zeit ansteigt. In Niedrigzins-Zeiten wird diese Prämie aber zur Belastung. Die Sparkassen kündigen nun alte Spar­verträge. Ist das zulässig?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EuGH verhängt finanzielle Sanktionen gegen Polen

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU?

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU? Copyright: Pixabay
Polens Regierung muss nun erstmals vom EuGH verhängte finanzielle Sanktionen hinnehmen. Der Anlass: Ein vom Nachbarn Tschechien betriebenes Verfahren um den Braunkohletagebau Turow. Das dürfte nur ein Testlauf sein für weitere Sanktionen im Streit um die Justizreform. Offenbar werden nun auch die Finanzmärkte davon beeinflusst.
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen

Evergrande erschüttert Rohstoff-Lieferanten – Renminbi bleibt unberührt

China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen. Copyright: Pexels
Seit Tagen ist die drohende Pleite des chinesischen Bauträgers Evergrande Marktgespräch. Es geht darum, die Schieflage und ihre Folgen möglichst treffsicher einzuschätzen. Die Devisenmärkte haben das (wie die Aktienmärkte auch) bereits getan.
Zum Seitenanfang