Unternehmens-Chancen in Namibia
Namibia will Deutschlands privilegierter Energie-Partner in Afrika werden und setzt auf deutsche Industrie und Ausbilder. Das öffnet deutschen Unternehmen Chancen. Zwar hat RWE gerade entschieden, sich aus Namibia zurückzuziehen. Das hat nach Aussagen des Konzerns aber mit den langsamen Prozessen in Europa und der geringen Nachfrage nach grünem Wasserstoff zu tun. RWE wollte über das in Windhoek ansässige Unternehmen Hyphen Hydrogen Energyis grün hergestellten Ammoniak importieren, der für die Herstellung von Wasserstoff notwendig ist. Das Projekt bleibt bestehen, die Bundesregierung steht weiter dahinter.
Aussichtsreiche Sektoren für deutsche Unternehmen
Der Energiesektor des Landes dürfte aber grundsätzlich gute Perspektiven bieten. Namibia hat Öl, will sich aber weltweit als Produzent von erneuerbaren Energien profilieren. In Namibia (3 Mio. Einwohner) sind laut der deutschen AHK derzeit 13 deutsche Unternehmen tätig, darunter HyIron GreenTechnologies Pty und Hyphen Hydrogen Energy. Ein Vorteil: Überall in dem Wüstenstaat mit seinen grünen Oasen wird Deutsch gesprochen.
Auch die deutsche Automobilindustrie sollte nach Namibia schauen. Das deutsche Außenhandelsinstitut GTAI berichtet, dass mit deutscher Beteiligung im HyIron Oshivela-Werk erstmals weltweit grünes Eisen hergestellt wird. Der deutsche Automobilzulieferer Benteler will jährlich 200.000 Tonnen emissionsfreies Eisen von dort importieren.
Gesucht: Aus- und Weiterbildung
Der Lebensmittelsektor hat ebenfalls Möglichkeiten. Schon heute kommt saftiges Bio-Rindfleisch aus Namibia nach Deutschland. Das gibt es jetzt nicht mehr nur bei der Metro, sondern auch in der Steakhaus-Kette Block. Hintegrund: Die Farmen sind immernoch zum Großteil in der Hand von deutschen Familien (und auch beliebte Tourismus-Destinationen). Namibia ist übrigens das einzige Land, das Fleisch in die EU exportieren darf. Geliefert wird z. B. von dem in Hannover ansässigen Unternehmen South Trade.
Gesucht werden deutsche Ausbilder. Denn rund eine Drittel der Bevölkerung hat keinen Job. Laut dem jüngsten Quartalsbericht der Bank of Namibia verlangsamte sich die reale Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im 2. Quartal von 3,3% auf 1,6%.
Fazit: Deutschland und Namibia wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen. Der Handel mit Deutschland steigt bereits langsam, aber stetig, deutsches Know-how wird gesucht. Die Energiepartnerschaft ist eine gute Chance, den Prozesse zu beschleunigen.
Hinweis: Im FUCHS-Dossier "Chancen in Afrika" finden Sie viele weiterführende Informationen und Länderporträts für Unternehmen, die den Kontinent in den Fokus nehmen wollen. Das Dossier finden Sie hier: https://tinyurl.com/54hde6vf