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Unternehmen fokussieren ihre Geschäfte neu

USA wichtigster Handelspartner Deutschlands

China ist nach vielen Jahren nicht mehr der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Es wurde im ersten Halbjahr von den USA abgelöst. Die USA dürften in den nächsten Jahren diese Rolle ausbauen. Die Rotation der Handelsschwerpunkte wird sich dann aber wieder nach Asien verschieben - allerdings nicht zurück nach China.

Die USA haben China als wichtigsten Handelspartner Deutschlands im ersten Halbjahr 2024 abgelöst. Mit einem Warenaustausch im Volumen von insgesamt 126,7 Mrd. Euro liegen die USA jetzt knapp vor China (121,7 Mrd. Euro). Mit einem Volumen von 80,7 Mrd. Euro waren die USA das wichtigste Exportziel für deutsche Waren (Importe aus den USA: 46 Mrd. Euro). Danach folgen Frankreich (62,4 Mrd. Euro) und die Niederlande (57,6 Mrd. Euro) als wichtigste Exportmärkte deutscher Unternehmen. Allerdings sind die Exporte deutscher Unternehmen um 1,6% zurückgegangen (ggü. Vj.).

China bleibt aber der größte Exporteur nach Deutschland. Waren im Wert von 73,5 Mrd. Euro wurden im ersten Halbjahr 2024 aus dem Reich der Mitte eingeführt. Allerdings waren auch das etwa 5 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreshalbjahr. Hier schlagen die schwache Binnenkonjunktur in Deutschland und der maue Konsum zu Buche. 

Steigende Investitionen in China

Der geringere Handel zwischen China und Deutschland bedeutet keine Entflechtung. Darauf deuten die Investitionen deutscher Unternehmen im Reich der Mitte hin. Die sind in den drei Jahren von 2021 bis 2023 gestiegen und hat sich auch im ersten Halbjahr 2024 beschleunigt. Chinas Anteil an den deutschen Direktinvestitionen im Ausland lag zuletzt bei etwa 10%. Ein so hoher Anteil wurde zuletzt 2014 erreicht. 

Auffällig ist ein Strukturwandel der deutschen Investitionen. Denn es re-investieren vor allem jene Unternehmen in China, die dort bereits aktiv sind. Hintergrund: Die Konkurrenz durch einheimische Unternehmen im Land wird in allen Branchen härter und die Konkurrenzfähigkeit chinesischer Unternehmen steigt schnell. Das zeigt sich auch in der Entwicklung des chinesischen Exportüberschusses. Der ist von gut 20 Mrd. Euro in den 2010er Jahren seit 2022 steil gestiegen. 2023 lag der chinesische Exportüberschuss bei 60 Mrd. Euro. Für 2024 wird ein Überschuss von knapp 50 Mrd. Euro erwartet. 

Fazit: China ist nicht mehr der wichtigste Handelspartner Deutschlands wie 2015 bis 2023. Deutschland verschiebt das Schwergewicht bei seinen Handelspartnern ein weiteres Mal neu, diesmal in die USA.

Hinweis: Seit den 60-er Jahren gab es eine regelmäßige Rotation der wichtigsten Handelsregionen für deutsche Unternehmen. In den 70er Jahren lag der Fokus auf Südamerika, in den 80er Jahren in Japan. Es folgten Osteuropa, danach China. Aktuell sind es die USA, Indien wird bald folgen.

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