Veränderte Standortbedingungen in Portugal
In Portugal wird es für Unternehmen allmählich schwierig. Das Land läuft in eine ähnliche Situation wie Spanien. Der Standort ist zwar noch attraktiv. Aber die Eckdaten sind teilweise kritisch. Vor allem der Immobilienmarkt wird problematisch. Das wird auf Unternehmen zurückwirken.
Im Jahr 2025 war Portugal der wirtschaftliche Star in der EU. Das BIP dürfte 2026 um 2,3% zulegen (2,0% im Jahr 2025). Insbesondere der steile Anstieg der Immobilienpreise ist aber eine Ursache für wachsenden sozialen Unmut – und politische Gegenmaßnahmen. Die Proteste der Bürger wachsen, denn in Portugal fehlen über 150.000 Wohnungen. Das schätzt der Bauunternehmerverband APPII.
Immobilienmarkt sorgt für Unruhe und Lohndruck
Der Immobilienmarkt in Portugal ist gefährlich überhitzt, warnt die EU-Kommission. Der durchschnittliche Wert von Häusern ist im Jahresvergleich um 13,6% auf 1.500 Euro/m2 gestiegen. Die Kaufpreise für Wohnungen sind sogar noch stärker gestiegen (+22,9% auf 2.389 Euro/m2).
Der Anstieg der Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten treibt die Löhne an. Der Mindestlohn wurde zum Jahreswechsel um 50 Euro auf 920 Euro monatlich erhöht (Brutto). Damit sind die Löhne zwar noch niedriger als in Spanien, aber der politische Druck auf der Einkommensseite bleibt bestehen. Hinzu kommt, dass sich in Portugal ein Fachkräftemangel entwickelt. „Angesichts der geringen Löhne werden zunehmend Talente ins Ausland abgeworben.“ Das berichtet unsere Korrespondentin. Den spüren auch die über 500 deutschen Unternehmen, die sich im Land angesiedelt haben.
Fazit: Portugal ist für Unternehmen attraktiv, sie sollten aber eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen einplanen. Es fehlt zunehmend an Fachkräften, der Lohndruck wird weiter steigen. Kann die Lage auf dem Immobilienmarkt nicht entspannt werden, ist eine soziale Eskalation möglich.