Adler Modemärkte - Fokus auf ältere Zielgruppe
Die Modebranche setzt auf Jugend. Adler macht anders Gewinn.
ISIN: DE 000 A1H 8MU 2 | Kurs: 10,63 Euro (Stand: 10.9., 12 Uhr) | Kurschance: 48% | Verlustrisiko: 17% | Stiftungsgeeignet
Die meisten Modeunternehmen setzen auf die Jugend und umwerben die hippe Zielgruppe mühsam. Adler Modemärkte geht einen lukrativen anderen Weg. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Generation 45+. Das Konzept funktioniert. Die Modekette mit Sitz im unterfränkischen Haibach verzeichnet entgegen dem Branchentrend ein stabiles Wachstum. Die Franken haben steigende Umsätze und gewinnen Marktanteile. Neben einem breiten Produktsortiment von Damen- und Herrenbekleidung bietet Adler auch ein Ergänzungssortiment aus Accessoires, Schuhen, Kinder- und Babybekleidung, Trachtenmode und Sportbekleidung an. Die Produkte sind im unteren Mittelpreissegment angesiedelt. Rund 90% der Artikel sind kostengünstig produzierte Eigenmarken. Neben eigenen, großflächigen Filialen betreibt das Unternehmen einen Online-Shop. Im Jahr 2014 ist der Modehändler vor allem durch Übernahmen weiter gewachsen. Der Zukauf von acht Modemärkten des Textilhändlers Kressner sowie die Modernisierung bestehender Filialen wirkte sich negativ auf die Halbjahreszahlen aus. Aufgrund von Abfindungen stiegen die Personalkosten. Die Werbeausgaben erhöhten sich ebenfalls. Somit fiel unter dem Strich ein Verlust in Höhe von 5,3 Mio. Euro an (Vorjahres-Gewinn: 1,4 Mio. Euro) an. Den Großteil des Jahresgewinns erzielt der Modehändler im vierten Quartal. Daher rückte Konzernvorstand Lothar Schäfer auch nicht von seiner Jahresprognose ab. Er hält ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich weiter für realistisch. Das EBITDA sollte in diesem Jahr noch durch die Sondereinflüsse der Kressner-Übernahme belastet bleiben. Künftig sollten die Expansionsschritte das Unternehmen insgesamt eher stärken und zu weiterhin profitablem Wachstum führen. Der Kurs der Aktie reflektiert das noch nicht. Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt. In diesem Jahr hatten Aktionäre jedoch bislang wenig Freude mit dem Papier. Im Bereich von 10 Euro zeichnet sich nun jedoch eine Bodenbildung ab. Für langfristig orientierte Value-Anleger ist der Titel attraktiv.Empfehlung: kaufen (Rücksetzer unter 10 Euro für Nachkäufe nutzen)
Kursziel: 16 Euro; Stopp-Loss: unter 9 Euro