Aktien fahren Zoll-Zickzack
Die europäischen Börsen erklimmen neue Höhen, während die US-Märkte etwas zögerlicher steigen. Doch Vorsicht ist geboten: Trumps unberechenbare Zollpolitik sorgt für Volatilität. Der DAX erlebte kürzlich einen dramatischen Rückgang, während der Bitcoin auf ein Rekordhoch klettert. Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für Anleger?
Die Börsen - voran die Märkte in Europa - tasten sich weiter von einem Hoch zum nächsten. Der DAX notiert über 24.000 Punkten und schiebt sich immer weiter nach oben. Die US-Indizes tun sich ein wenig schwerer. Es sieht aber auch für die US-Börsen so aus, dass sie weiter nach oben wollen. Der Dow hat kurz bis 41.000 Punkte korrigiert, aber schon von dort zog der Index wieder an. Das jüngste Hoch um die 45.000 Punkte ist aber noch ein gutes Stück weg.
Aktien fahren Zoll-Zickzack
Dennoch bleibt weiter Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Denn US-Präsident Donald Trump ist unberechenbar und die Börse fährt weiter Zoll-Zickzack. Die überraschende Ankündigung von Zöllen von 50% auf EU-Waren hat die Börsen schlagartig belastet. Vor allem der DAX geriet unter kräftigen Abgabedruck und sackte binnen Minuten um 800 Punkt durch.
Im Kursverlauf zeigt sich das alte Muster. Trump sendet Schauer-Botschaften, der Markt knickt nervös ein. Wenig später greifen die Käufer wieder zu und Trump schwenkt auf die Deal-Linie ein und verkündet Zeitauschub. Die Börsen atmen erleichtert auf und steigen. Für Trader ist das ein interessantes Umfeld, für Anleger ergeben sich selektiv Kaufgelegenheiten. Es kann sich lohnen, bei interessanten Aktien "Abstauber-Limits" in den Markt zu legen, um sie bei Überraschungs-Rücksetzern einzusammeln.
Trumps Deal-Spiel ist endlich
Klar ist aber auch: Das "Spiel" von Trump ist endlich. Es wird der Tag der Abrechnung kommen und dann werden Fakten geliefert. Dann ist klar, welchen Zoll-Deal es gibt und was er kostet. Dann wird die Börse neu rechnen und unter Umständen selektiv nach unten ausschlagen. Denn die Rechnung könnte durchaus teuer werden. Das DIW schätzt, dass die neu angedrohten Zölle gegen die EU deutsche Unternehmen bis Ende 2028 gut 200 Mrd. Euro kosten könnten. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland könnte dann um 1,1% niedriger ausfallen als bisher erwartet, so das DIW.
Auf dem Anleihenmarkt hat sich die Lage zunächst wieder beruhigt. Der Zinsanstieg nach dem Downgrade der USA hat sich nicht beschleunigt. Die Rendite liegt konstant bei 4,47%. Allerdings ist der US-Dollar weiter unter Druck und zwischenzeitlich auf fast 1,16 EUR|USD gefallen. Dem Euro hat dabei auch ein positiver Ausblick durch Moody´s geholfen. Die Ratingagentur hat den Ausblick für Italien angehoben.
Bitcoin-Rallye geht weiter
Beim Gold- und Silberpreis ist momentan etwas die Luft raus. Der Goldpreis tastet sich um 3.300 US-Dollar je Feinunze seitwärts. Sollte es zu einem Rücksetzer in Richtung 3.000 US-Dollar je Unze kommen, dann wäre das eine gute Kaufgelegenheit.
Der Bitcoin-Kurs hat unterdessen mit 112.000 US-Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Kurs der Kryptowährung schiebt sich weiter Stück für Stück nach oben. Auch bei anderen Kryptowährungen wie Ethereum und Solana sehen wir teils kräftige Aufwärtsbewegungen. In diesem Umfeld lohnt es sich, Teilweginne abzusichern oder zu realisieren. Anleger, die wissen wollen, wie sie Gewinne aus Kryptowährungen besteuern müssen, finden dazu am kommenden Freitag einen Beitrag in den FUCHS-Devisen.
Fazit: Anleger sollten kurzfristig weiter davon ausgehen, dass sich die Aktienkurse erratisch bewegen. Weitere Zoll-News können die Kurse kräftig in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen. Der Aufwärtstrend an den Börsen ist weiter intakt, Europa läuft weiter besser als die USA. Innerhalb des Trends können Anleger Rückschritte für neue Käufe nutzen.