Cameco-Aktie springt auf Allzeithoch
Das kanadische Unternehmen Cameco (Canadian Mining & Energy Corporation) ist einer der größten Uranproduzenten der Welt. Gefördert wird in Kanada, den USA und Kasachstan. Schätzungen zufolge betreibt das Unternehmen etwas mehr als 15% der weltweiten Abbaukapazitäten des radioaktiven Energierohstoffs und verfügt über geprüfte und wahrscheinliche Uranlagerstätten im Umfang von rund 469 Mio. Pfund. Darüber hinaus besitzt Cameco eine Raffinerie zur Urananreicherung sowie ein Urankonversionswerk.
Doppel-Booster für Cameco
Die Cameco-Aktie wird derzeit von zwei Entwicklungen unterstützt. Einerseits kann sich das Unternehmen staatlicher Unterstützungsprogramme sicher sein. In der vorigen Woche meldete das US Department of Energy, dass die Vereinigten Staaten Lieferverträge mit Uranproduzenten mit einer Laufzeit von maximal zehn Jahren abschließen wollen. Damit soll die heimische Versorgung mit höher angereichertem Uranbrennstoff gesichert werden, der für die nächste Generation von Atomreaktoren benötigt wird. Für Cameco ist das ein wichtiger Impuls, da somit die notwendige Investitionssicherheit gegeben ist.
Ein weiterer Kurstreiber ist die Entwicklung des Uranpreises am Spotmarkt. Während der zurückliegenden drei Jahre hat sich der Uranpreis von 30 auf inzwischen 100 US-Dollar je Pfund mehr als verdreifacht. Neuverträge zwischen Cameco und AKW-Betreibern werden nun zu wesentlich höheren Preisen abgeschlossen.
Uran-Gigant durch Übernahme von Westinghouse
Neben der Uranproduktion hat Cameco durch die Übernahme von Westinghouse im November vergangenen Jahres sein Service-Geschäft deutlich gestärkt. Das macht die Kanadier etwas unabhängiger von der künftigen Preisentwicklung des Energierohstoffs. Die Unternehmensbilanz kann sich ohnehin sehen lassen: Einem Cashbestand von rund 2,7 Mrd. US-Dollar stehen langfristige Schulden in Höhe von etwa 1,13 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die operative Marge beträgt satte 22,04 %.
Der Kurs der Aktie ist parallel zum Anstieg der Uranpreise kräftig gestiegen. Bis zum Allzeithoch bei ca. 56 US-Dollar von Juni 2007 fehlt nicht mehr viel. Trotz des deutlichen Kursanstiegs ist die Aktie mit einem KVG um 30 nicht zu teuer. Mittel- und langfristig orientierte Anleger nutzen schwache Börsentage zum Aufbau von Positionen.