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Zuverlässige Dividenden und neue Aufwärtsperspektive

E.ON steht wieder gut unter Strom

E.ON Hauptquartier in Essen. Copyright: E.ON
Energieversorger wie E.ON galten lange als Witwen- und Waisenpapiere, doch dann kamen Atomausstieg und Energiewende. Die Highflyer wurden zu Kurs-Tieftauchern. Jetzt ist der Boden erreicht, der strategische Konzernumbau trägt Früchte und die Aktien bekommen wieder eine langfristige Aufwärtsperspektive.

E.ON zählt im DAX-30 in diesem Jahr zu den größten Dividendenzahlern. Der Energieversorger und Netzbetreiber schüttet in diesem Jahr voraussichtlich 0,47 Euro je Aktie an seine Anteilseigner aus. Damit steigt die Jahresdividende zwar nur um einen Cent (Vorjahr: 0,46 Euro), E.ON betont jedoch weiterhin an seinem Ziel festzuhalten, die jährliche Gewinnausschüttung bis zum Jahr 2023 um bis zu fünf Prozent zu steigern. Gemessen am aktuellen Kurs können Anleger in diesem Jahr mit einer komfortablen Dividendenrendite von rund 4,75 Prozent rechnen.

Der Energieversorger ist voll auf Kurs und rechnet für das laufende Jahr mit einer klaren Ergebnissteigerung. Die Innogy-Übernahme ist inzwischen voll konsolidiert, der Konzern hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 48% auf 60,94 Mrd. Euro gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg um 17% auf 3,776 Mrd. Euro.

Innogy integriert, Wachstum forciert

Für 2021 erwarten die Essener nun ein bereinigtes EBIT zwischen 3,8 und 4,0 Mrd. Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss zwischen 1,7 und 1,9 Mrd. Euro. Zwischen 2021 und 2023 wird das Ergebnis im Durchschnitt pro Jahr um 2 bis 3% auf EBITDA- und um 8 bis 10% auf EBIT-Ebene wachsen.

Langfristig positiv: Seine Schuldenlast will der DAX-Konzern schneller als bislang geplant reduzieren. E.ON hat sein Verschuldungsziel zuletzt auf 4,8 bis 5,2 mal EBITDA (Verschuldungsfaktor) konkretisiert. Bis 2022 soll dieses Ziel sicher erreicht werden. Der scheidende E.ON-CEO Johannes Theyssen hält es sogar für möglich, dieses Ziel bereits in diesem Jahr zu erreichen. Auf Grundlage aktueller Entwicklungen und mit Blick auf das niedrige Zinsniveau stehen die Chancen dafür „sehr gut“ hieß es aus der Chefetage.

Turnaround in UK

Einen Turnaround gelang E.ON auch bei der Innogy-Tochter NPower in Großbritannien. Im Jahr 2019 war dort noch ein Verlust von knapp 200 Mio. Pfund angefallen. Bereits in diesem Jahr soll NPower mehr als 100 Millionen Pfund Gewinn beisteuern.

Angesichts dieser guten Aussichten ist es kaum verwunderlich, dass die E.ON-Aktie schon in den vergangenen Tagen aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Trotz des zuletzt dynamischen Kursanstiegs ist der Titel mit einem für 2022 geschätzten KGV von rund 11,4 nicht teuer. Auf dem aktuellen Kursniveau bietet sich der Aufbau erster Positionen an. Rücksetzer in den Bereich um 9,30 Euro (200-Tage-Linie) können zum Ausbau des Investments dieses zuverlässiggen Dividendenzahlers genutzt werden.

Empfehlung: kaufen Kursziel: 12,70 EUR, Stop-Loss: unter 8,93 EUR

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