Europa-Aktien losgelöst
Der Gegenwind an der Börse nimmt zu - und er hat mehrere Ursachen. Die liegen vor allem in den USA. Dort schwächen sich wichtige Wirtschaftsindikatoren ab. Hinzu kommen politische Entwicklungen, die bremsend auf die Börsen wirken.
Die aktuellen Wirtschaftsdaten aus den USA haben den US-Aktien ein wenig den Wind aus den Segeln genommen. Denn sie deuten auf eine Abkühlung der US-Konjunktur hin. Die Neubauverkäufe bei Immobilien waren schlechter als erwartet. Statt 734.000 neuer Häuser wurden nur 657.000 Immobilien verkauft. Schon am Dienstag gab es einen Dämpfer vom Verbrauchervertrauen. Das lag mit 98,3 Punkten weit unter den 105,3 Punkte aus dem Vormonat. Für die US-Wirtschaft, die zu fast 70% vom Konsum abhängt, ist das ein Warnsignal.
US-Renditen fallen kräftig
Gespiegelt wird die Erwartung einer konjunkturellen Abkühlung auf den Anleihemärkten. Die 3-Monatszinsen laufen noch weiter bei 4,31% seitwärts. Die Renditen in den USA sind aber schon wieder kräftig gesunken (akt. 4,29%) und damit sogar leicht unter die 3-Monatszinsen gefallen. Die Märkte preisen eine weniger dynamische Konjunktur ein.
Auf dem Parkett spekulieren die ersten Händler nun sogar schon wieder darüber, dass die US-Notenbank die Leitzinsen doch eher im Jahr wieder zu senken. Noch vor kurzem war die Erwartung, dass die Fed den Leitzins wenn überhaupt, dann spät im Jahr reduzieren wird. Gerade reift die Einschätzung heran, dass die Zinsen doch im Sommer schon wieder ein Stück nach unten geschleust werden könnten.
DAX bleibt stark
Während die US-Börse derzeit ausgebremst ist, rennt der DAX weiter mit viel Power auf die Marke von 23.000 Zählern zu. Der Schwung kommt weiterhin von der Aussicht auf hohe Rüstungsgeschäfte, andererseits wächst die Zuversicht, dass Europa bald von einem Ende des Krieges in der Ukraine profitieren und dort neue Geschäfte machen könnte. Denn sicher ist: Die EU wird weiter viel Geld für die Ukraine in die Hand nehmen, das aber in Zukunft mehr in wirtschaftliche Aktivitäten kanalisieren. Zudem beflügeln die Zinssenkungshoffnungen weiter. Auch die chinesische Börse bleibt im Hausse-Modus und zeigt satte Kurssteigerungen. Unser aktueller Fokus auf China-Aktien in unserem FUCHS-Depot macht sich bezahlt.
Neuer politischer Gegenwind weht unterdessen aus Washington nach Europa. Denn US-Präsident Donald Trump hat seine Zolldrohungen gegenüber der EU erneuert. Er stellte erneut Zölle von 25% auf alle Waren aus Europa in den Raum. Das schürt die Sorge vor einer Eskalation des Handelskrieges mit den USA. Die Androhung dürfte aber zu einem gewissen Grad nur ein Druckmittel sein, um Europa zu einer starken und zügigen Ausweitung der Militärausgaben zu drängen.
Korrektur bei Kryptos
Der Gold- und Silberpreis bleiben im Vorwärtsgang. Der Goldpreis hat - getrieben von anhaltend hoher Nachfrage der Notenbanken - fast die Marke von 3.000 US-Dollar je Feinunze erreicht. Eine kräftige Kurskorrektur gibt es derzeit bei den Kryptowährungen. Sowohl der Bitcoin (BTV), als auch andere relevante Kryptowährungen, müssen derzeit ordentliche Federn lassen. Der BTC hat dabei jetzt ein technisch kritisches Niveau erreicht. Strategen nutzen den Rücksetzer als Einstiegsgelegenheit. Eine ausführliche Einschätzung zu den aktuellen Krypto-Entwicklungen lesen Sie am Freitag in FUCHS-Devisen.
Fazit: In den USA stehen die Aktien-Kurse aktuell mehr unter Druck als in Europa. Die Anzeichen für eine Top-Bildung an der Wall Street verdichten sich. Europas Aktien stemmen sich dagegen, denn die Rotation von den USA nach Europa läuft. Die Frage ist: Wie lange wird das so bleiben? Anleger sollten wieder mehr absichern.