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Gazprom

Gefahr durch die Politik wächst

Die neuen Sanktionen gegen Russland gehen an Gazprom nicht spurlos vorbei. Die Politik macht es dem Unternehmen schwer. Das sonst so gut laufende Geschäft mit Erdgas gerät dadurch unter Druck.

Neue US-Sanktionen gegen Russland versetzten der russischen Börse einen schweren Schlag. Der Rubel verlor gegen den US-Dollar rund drei Prozent an Wert. Der russische Aktienindex RTSI fiel sogar um beinahe zehn Prozent. Die USA hatten mehrere russische Geschäftsleute und Firmen, denen enge Verbindungen zum Kreml nachgesagt werden, auf eine schwarze Liste gesetzt, darunter auch Gazprom-Chef Alexej Miller.

Auch die Gazprom-Aktie kam heftig unter Druck. Am Montag in der Spitze rund 11% an Wert. Gegenüber dem Ende Januar markierten Jahreshoch von 5,35 USD ist die Gazprom-Aktie nun wieder rund 17% günstiger zu haben.

Fundamental hat sich bei Gazprom nichts verändert. Im Gegenteil: Das Unternehmen wartet mit positiven Nachrichten auf. So ist der Gasexport im ersten Quartal um 6,6% auf 54,4 Mrd. Kubikmeter gestiegen. Im März meldete Gazprom mit 19,6 Mrd. Kubikmetern verkauftem Gas sogar den besten Absatz in der Unternehmensgeschichte. Für das laufende Jahr rechnen Branchenexperten mit einem Umsatzanstieg um rund 6% auf 119 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn soll um rund 14% auf 1,23 USD je Aktie klettern.

In der Ostsee wird kräftig gebaut

Beim Bau der neuen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 kommt Gazprom weiter voran. Nachdem Ende März bereits die deutsche Regierung ihre Zustimmung für ein benötigtes Trassenelement erteilt hatte, folgte nun auch eine wichtige Genehmigung aus Finnland. Mit Nord Stream 2 will Gazprom klassische Transitländer wie Polen und die Ukraine umgehen und russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland leiten. Das Projekt ist jedoch politisch umstritten und unter anderem auch den USA ein Dorn im Auge. Langfristig wichtiger ist für Gazprom die Fertigstellung der Pipeline „Kraft Sibiriens" nach Asien, vor allem nach China. Die 3.000 Kilometer lange Pipeline soll Ende 2019 fertig sein und den russischen Gaslieferanten unabhängiger vom Westen machen.

Die Aktie von Gazprom ist einer der fundamental günstigsten Titel auf dem Moskauer Kurszettel. Das Papier notiert 80% unter Buchwert (Polit-Abschlag) und kommt auf ein laufendes KGV von 3,5. Die Dividendenrendite von knapp 6% erfreut auch. Politische Risiken bleiben, mutige Langfristanleger bauen aber erste Positionen auf.

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Kennzahlen

Kursentwicklung

Umsatz (2017)*: 112 Mrd.

 

Gewinn je Aktie (2017)*: 1,08

Marktkapitalisierung*:104,3 Mrd.

KGV (2019e): 3,55

Div.-Rendite: 5,90%

* in USD

 

Empfehlung: kaufen, Nachkäufe unter 4 USD

Kursziel: 5,80 USD, Stop-Loss: unter 3 USD

Kurschance: 33% | Verlustrisiko: 30%

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