Gezielt und weltweit antizyklisch investieren
Für Anleger kann es ein interessanter Ansatz sein, antizyklisch zu investieren. Wer das tut, investiert gezielt in abgestrafte Aktien, deren Kurse schon tief gefallen sind. Anleger, die auf solche antizyklische Aktien setzen, brauchen manchmal viel Geduld. Außerdem müssen sie zwischenzeitlich teilweise größere Kursschwankungen aushalten. Dafür wird ein antizyklischer Ansatz oft mit überdurchschnittlichen Renditen belohnt.
Einer der bekanntesten antizyklischen Fondsmanager ist Peter E. Huber, Portfoliomanager bei Taunus Trust. Huber gilt seit den 1980-er Jahren als einer der erfolgreichsten Fondsmanager Deutschlands. Gemeinsam mit Jan David Meyer und Norbert Keimling verwaltet er den antizyklisch aufgestellten Huber Portfolio. Der Fonds wurde ursprünglich als Stiftungsfonds und zur Verwaltung größerer Familienvermögen aufgelegt, ist seit April 2020 jedoch für alle Anleger verfügbar.
Fokus auf unterbewertete Unternehmen
Huber fokussiert mit seinem Mischfonds global auf substanzstarke Aktien und Turnaround-Situationen. Darüber hinaus kann das Fondsportfolio auch mit verschiedenen Anleihen, Goldminen und anderen Rohstofftiteln sowie Währungen und Derivate ergänzt werden.
Für das Fondsportfolio sucht er gezielt nach Aktien, die seine „3-U-Kriterien“ erfüllen. Diese Titel müssen unbeliebt, unterbewertet und in den Anlegerdepots untergewichtet sein. Dies ist meist dann der Fall, wenn niedrige Wachstumserwartungen oder krisenhafte Entwicklungen die Kurse der jeweiligen Titel über längere Zeit gedrückt haben.
Portfoliounternehmen sind rund 53% unterbewertet
Das spiegelt sich in klassischen Eckdaten. Das durchschnittliche KGV im Fondsportfolio liegt bei 10,9. Verglichen mit dem MSCI World (KGV: 23,2) sind die Portfoliounternehmen somit rund 53% unterbewertet. Noch deutlicher ist die Unterbewertung des Fondsportfolios, wenn man das Kurs-Buchwert-Verhältnis als Vergleichsmaßstab heranzieht. Während die Aktien im Huber Portfolio in der Regel zum einfachen Buchwert (KBV: 1,0) gehandelt werden, kommt der MSCI World auf ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,6. Ergo: Die Portfoliounternehmen sind verglichen mit dem Weltindex um knapp 72% unterbewertet.
Anders sieht das Bild mit Blick auf die Dividendenrendite aus. Während der MSCI World auf eine durchschnittliche Dividendenrendite von 1,7% kommt, werfen die im Huber Portfolio befindlichen Aktien im Schnitt eine Dividendenrendite von 3,8% ab.
Aktuelle hohe Chancen bei Aktien und Rohstoffen
Aktien sind mit knapp 60% am höchsten im Portfolio gewichtet. Ihnen folgen Geldmarktinstrumente (19%), Anleihen (14%) und Rohstoffen ( 7%). Huber und sein Team investieren weltweit und streuen die Investments über verschiedene Länder und Branchen. Aktuell sind deutsche Aktien (12,1%) am meisten im Portfolio vertreten, gefolgt von US-Unternehmen (12%), chinesischen (11,2%), japanischen (9,1%) und französischen (8,8%) Aktien.
Bezüglich der Branchengewichtung findet Huber die meisten unterbewerteten Titel bei Grundstoffen (19,6%). Außerdem gibt es Chancen bei Finanzdienstleistern (17,3%), zyklischen Konsumwerten (16,7%) sowie Energie- (11,9%) und Technologie-Titeln (7,3%).
Gold, Silber und deutsche Aktien im Portfolio
Aktuell haben Huber und sein Team 98 Einzelaktien im Portfolio. Die Top10-Investments stellen rund ein Viertel (25,7%) des Fondsvermögens. Darunter finden sich neben diversen Anleihen der Bundesrepublik Deutschland auch das Gold-ETC Xetra Gold (4,0%), ein Silber ETC (WisdomTree Physical Silver ETC – 3,4%), die chinesischen Tech-Schwergewichte Alibaba (1,8%) und Baidu (1,6%), ein ETF auf Emerging Markets Value-Aktien (iShares Emerging Markets Value ETF – 1,3%) und der Minenkonzern Newmont Mining (1,2%).
Diese Auswahl ist erfolgreich. Der vermögensverwaltende Mischfonds hat seinen Peergroup-Index (Morningstar-Katagorie: Mischfonds EUR flexibel Global) seit Auflage der öffentlichen Tranche im April 2020 hinsichtlich der Wertentwickluing deutlich abgehängt. Während der Peergroup-Index seit dem auf eine Wertentwicklung von etwa 35% kommt, konnten Anleger mit dem Huber Portfolio ihr Investment im selben Zeitraum mehr als verdoppeln (Wertentwicklung seit Auflage: 104,7%).
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Fondsanteile des Huber Portfolio können zuzüglich eines Ausgabeaufschlags von 3,0% börsentäglich direkt über die KVG geordert werden. Ein Börsenhandel ist aktuell zwar nicht vorgesehen. Doch der Fonds kann bei verschiedenen Discount-Brokern zu vergünstigten Ausgabekosten gekauft werden. Die laufenden Kosten (TER) summieren sich auf 1,48% p.a., variable Gebühren wie Performance-Fees oder Ähnliches fallen nicht an.
Fazit: Der vermögensverwaltende Mischfonds eignet sich für langfristig orientierte Anleger, die ein vermögensverwaltendes Anlagekonzept suchen, also grundsätzlich aktienähnliche Erträge, aber mit geringerer Volatilität, erzielen wollen und die dem Investmentgedanken: „Kaufe Aktien die gerade keiner haben möchte“ folgen.