Konzentration auf zukunftsträchtiges Kupfergeschäft
Der Rohstoffriese Anglo American befindet sich in einer der tiefgreifendsten Transformationen der Unternehmensgeschichte. Der Konzern aus London ist einer der zentralen Akteure in der weltweiten Rohstoffversorgung. Das Unternehmen verfolgt eine Diversifikationsstrategie, bei der mehrere Rohstoffsegmente (Diamanten, Platin, Kupfer, Nickel, Eisenerz) gleichzeitig bedient werden.
Besonders interessant ist der derzeitige Fokus auf die Zukunftsrohstoffe Kupfer und Nickel, die für die Energiewende und Elektromobilität entscheidend sind. Gleichzeitig trennt sich Anglo American zunehmend von weniger profitablen oder strategisch unpassenden Geschäftsbereichen.
Diamantengeschäft steht zum Verkauf
So steht das Diamantgeschäft des weltgrößten Diamantenproduzenten De Beers zum Verkauf. Die Sparte war wegen des drastischen Preisverfalls bei Edelsteinen zunehmend zum Verlustbringer geworden. Weiter sucht der Rohstoff-Riese nach alternativen Käufern für seine verbliebenen Kokskohle-Assets.
Der Wandel des einstmals breit diversifizierten Rohstoffkonzerns hin zu einem fokussierten „Kupfer-Champion“ mit einem kombinierten Marktwert von mehr als 53 Mrd. US-Dollar wird damit zunehmend sichtbar. Das neue Unternehmen (Anglo Teck) wird rund 70% seines Konzernumsatzes mit Kupfer erwirtschaften und mit einer geplanten Jahresproduktion von rund 1,2 Millionen Tonnen zur weltweiten Nummer 5 aufsteigen.
Sonderdividende geplant
Aktionäre profitieren zunächst von einer Sonderdividende. So will Anglo American eine Sonderzahlung in Höhe von 4,5 Mrd. US-Dollar (ca. 4,19 USD/Aktie) ausschütten. Die jüngsten Zahlen zeigen es deutlich: Der Fokus auf das Kupfergeschäft zahlt sich aus. Die Kupfer- und Eisenerzsparten des Konzerns generierten im vergangenen Jahr ein bereinigtes EBITDA von 4,0 bzw. 2,9 Mrd. US-Dollar.
Unterdessen erzielte Anglo American Kosteneinsparungen in Höhe von 1,8 Mrd. US-Dollar und wies für das Jahr eine Gesamtrendite für die Aktionäre (Total Shareholder Return) von 44% aus. Mit einem KGV von etwa 20 ist der Konzern günstig. Aus technischer Sicht macht ein Sprung über das Jahreshoch bei 44,50 Euro den Weg nach oben frei. Kaufen und mögliche Rücksetzer Richtung 35 Euro für Nachkäufe nutzen.