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Erst boost, dann bust

Neue Rekordzahl bei US-Aktienkrediten

Erst boost, dann bust. Copyright: Pexels
Die Börsen setzen ihre Hängepartie fort. Aber die Zugkraft am seidenen Faden wird immer größer. In diesem Umfeld meldet die Finra, eine US-Aufsichtsbehörde, eine neue Rekordzahl zu den Aktienkrediten. Wenn dieser Hebel bricht, ist eine scharfe Kurs-Kaskade absehbar.
Die Börsen dehnen ihre Hängepartie weiter aus. Es gibt kaum noch Schwung nach oben. Auch der nächste Anlauf auf das jüngste Allzeithoch ist gescheitert. Der Deckel auf dem DAX liegt fest im Bereich 15.400 bis 15.600 Zählern. Beim Dow sehe wir das gleiche Bild. Zwei mal wurde der Einbruch nach unten abgefangen. Nach oben gibt es aber keine Dynamik mehr. Damit die Aufwärtsperspektive erhalten bleibt, müsste der Dow nun zügig einen neuen Vorstoß auf 35.000 Zähler nehmen.

Besonders auffällig auch die Entwicklung des S&P 500. Der Index ist nach einem neuen Allzeithoch knapp über 4.230 Punkten sichtbar gerutscht. Der Einbruch wurde zwei Mal abgefangen. Seit Tagen kommt der Index aber keinen Schritt mehr voran. Die Tagesschwankungsbreite ist sehr klein geworden. Das zeigt, wie zögerlich momentan neue Käufer sind. 

Alarmierende Rekordzahl

In diesem Umfeld wiegt eine Rekordzahl aus den USA besonders schwer. Dort sind die Aktienkredite im April auf einen historischen Höchststand von 847 Milliarden Dollar gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten der Aufsichtsbehörde Finra hervor. Hinter dieser Zahl steckt ein gewaltiges Kurs-Risiko. Sie bedeutet, dass Anleger Aktien auf Kredite gekauft haben. Sie haben Kredite im Volumen von 847 Milliarden Dollar, die mit ihren aktuellen Depots abgesichert sind. 

Nicht nur die schiere Höhe der US-Aktienkredite ist alarmierend - auch ihr Wachstum. Allein seit März 2020 hat sich ihr Volumen um 77% erhöht. Der S&P-Index ist aber nur um 62% gestiegen. Das bedeutet: Die Anleger sind dem Aufwärtstrend folgend ins Risiko gegangen, aber sogar überproportional. 

Wehe, wenn der Hebel bricht

Wir sehen also eine enorme Hebelung der US-Börsen von bisher ungekanntem Ausmaß. Das passt perfekt zur seit Jahren praktizierten Notenbankpolitik. Und in Zeiten steigender Kurse und niedriger Zinsen ist diese Strategie auch nachvollziehbar und in einem gewissen Rahmen auch klug. Aber: Die Rahmenbedingungen ändern sich. Die Zinsen steigen und die US-Notenbank orchestriert ihre unvermeidliche Wende.

An den Börsen ist das Risiko negativer Kaskaden-Effekte gewaltig. Für Aktienkredite sind zwar die kurzfristigen Zinsen relevant. Die sind in den USA aber bereits gut gestiegen und werden bei einer absehbaren Wende der US-Notenbank weiter steigen. Dafür dürfte schon reichen, dass die Fed weniger Anleihen kauft und somit Liquidität verknappt.  Attraktiv sind Aktienkredite zudem nur dann, wenn die Kurse zügig steigen. Denn dann erwirtschaftet das gehebelte Kapital ordentlich Rendite. Schon stagnierende Kurse kosten Geld.

Kurs-Kaskade absehbar

Kommen die Kurse mal ins Rutschen, wird sich die Abwärtsdynamik massiv beschleunigen. Denn die fallenden Notierungen werden viele Anleger zwingen, kreditfinanzierte Positionen mit Kapital zu unterlegen oder zu verkaufen. Das erhöht üblicherweise den Kursdruck enorm. Erfahrungen zeigen, dass sich die Kaskaden-Effekte dann massiv verstärken. Nach der Übertreibung nach oben (boost) folgt dann er Crash (bust). In beiden Phasen ist die Börse von der Realwirtschaft entkoppelt.

Fazit: Die Aktienmärkte hängen am seidenen Faden. Die gehebelten Käufe liegen auf Rekordniveau, die Aktienkurse verlieren Aufwärtsdynamik, die Zinsen steigen und die geldpolitische Wende rückt näher. In diesem Umfeld verbieten sich neue taktische Käufe. Wir erwarten einen neuen Anlauf auf die Hochs - und ein erneutes Scheitern. Warten und sichern Sie weiter konsequent ab.

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