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Automobilindustrie: Chancen in Zeiten der Herausforderung

Renaissance von Verbrennern möglich

Die Automobilindustrie in Deutschland erlebt eine schwierige Zeit. Personal wird entlassen und Produktionsstätten gehen zu. Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer für die Branche.

Die Automobilindustrie in Deutschland ist unbestritten in einer Krise. Die Herausforderungen kann die Branche aber auch nutzen und ihre Chancen daraus ziehen. Denn der alte Fahrzeugbestand ist hierzulande groß und das durchschnittliche Alter der Autos liegt bei nur elf Jahren, laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Ein Blick auf die anderen Länder in Europa zeigt, dass die Pkws in Deutschland im Vergleich einen niedrigen Altersstand haben. Der Vorteil der eher neuen Fahrzeuge in Deutschland ist, dass sie weniger Wartungsarbeiten und Reparaturkosten verursachen. Den Effizienzstandards dürften sie zudem auch genügen.

Alte Autos aus dem Umland müssen eher ersetzt werden und bieten damit eine Chance. Zwar ist die Kaufkraft noch nicht auf dem Niveau, auf dem sich es die Autohersteller wünschen würden, aber das liegt auch an der begründeten Zurückhaltung. Viele Verbraucher sind sich noch unsicher, auf welche Antriebsart sie setzen sollen und wollen. Zwar werden Elektrofahrzeuge von der Politik stark promotet, aber die Ladeinfrastruktur ist europaweit noch lange nicht an dem Punkt, wie bei den anderen Antriebsarten. Bis Ladeinfrastrukturen ausreichend vorhanden sind, benötigt es noch Jahre. Jürgen Brückner, Portfoliomanager bei der FV Frankfurter Vermögen, geht deswegen von einer Renaissance der Verbrenner aus – für Deutschland ein vielversprechendes Szenario.

Selektion ist entscheidend


Investoren müssen klug selektieren. Unsicherheitsfaktoren wie die Konkurrenz aus China oder Handelskonflikte mit den USA beeinträchtigen die Wachstumsstrategien der Industrie. Diese könnten deutsche Hersteller unter Druck setzen und die Chancen auf dem Markt verringern. Eine langfristige Investition in die Branche ist sinnvoll, aber die Diversifikation unumgänglich. Brückner meint, dass es sinnvoll ist sich auf Kostenstrukturen des Unternehmens zu achten und im Blick zu behalten, von welchen Handelskonflikten das Unternehmen zukünftig betroffen sein kann. Auch die Strategie bezüglich der Batterieproduktion sollte nicht vernachlässigt werden. Geeignete Unternehmen nach diesen Kriterien könnten Stellantis, Volkswagen oder Ford sein, meint Brückner, während er von BMW abrät.

Fazit: Auch wenn die Aussichten der Autoindustrie auf den ersten Blick trüb scheinen, sind in der Branche Chancen zu erkennen. Unter den aktuellen politischen und infrastrukturellen Gesichtspunkten könnten Verbrenner eine Renaissance erleben.
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