Rettungsplan ohne Rettung für Casino Guichard-Perrachon
Die Aktien des französischen Lebensmittelhändlers Casino bricht gerade krass ein Der Kurs rutscht in der Spitze um mehr als 40% ab. Auslöser: Der hoch verschuldete Konzern hat mitgeteilt, dass zwei Vorschläge zur Stärkung der Kapitalbasis den Aktionären Verluste bescheren würden.
Am Dienstag gab der Einzelhändler Einzelheiten zu diversen Finanzierungangeboten bekannt. Eines kam von EP Global Commerce und Fimalec, ein weiteres von der 3F Holding. Bei dem ersten Angebot würden dem Konzern 1,35 Mrd. Euro an neuem Eigenkapital zugeführt, die 3F Holding schlägt eine Finanzspritze von 900 Mio. Euro vor – zur Hälfte als Eigenkapital und zur Hälfte als supervorrangige Anleihen.
Mutter verliert die Kontrolle
Das Problem für Casino: In jedem Fall werden die derzeitigen Aktionäre von Casino massiv verwässert und die Mutter Rally wird Casino nicht mehr kontrollieren können. Die französische Holdinggesellschaft Rally hält einen Anteil von 51,7% an Casino.
Casino hat seit Monaten mit hohen Schulden und sinkenden Marktanteilen im Heimatmarkt Frankreich zu kämpfen. Zu Jahresbeginn nahm die Gruppe Gespräche mit Gläubigern auf, um genügend Liquidität für den Betrieb zu gewährleisten. Am Montag teilte das Unternehmen mit, dass es seine revolvierende Kreditlinie Ende Juni vollständig in Anspruch genommen hat. Das Unternehmen warnte, dass es bis Ende August mit dieser Kreditlinie in Verzug geraten könnte.
Massiver Abschlag ist noch keine sichere Bank
An der Börse wird Casino aktuell noch mit rund 400 Mio. Euro bewertet. Doch so lange ein möglicher Rettungsplan noch nicht in trockenen Tüchern ist, bleibt der Titel ein Spielball von Tradern und Leerverkäufern.