ServiceNow setzt auf Innovation und Abo-Wachstum
Die ServiceNow Inc. hat sich in den vergangenen Jahren als einer der wachstumsstärksten Anbieter von Unternehmenssoftware etabliert. Das 2004 mit Sitz in Santa Clara (Kalifornien) gegründete US-Unternehmen ist spezialisiert auf cloudbasierte Plattformen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen, wobei der Schwerpunkt zunehmend auf künstlicher Intelligenz liegt. ServiceNow verdient einen Großteil seiner Erlöse über Abonnements- und Nutzungsmodelle. Diese wiederkehrenden Einnahmen entstehen aus langfristigen Verträgen, die Kunden den Zugang zur Now-Plattform sichern – einer Suite aus Tools für IT-Service-Management, Workflow-Automatisierung, Kunden- und Mitarbeiterprozesse.
Die Bedeutung dieses Modells zeigt sich in einer jährlichen Wachstumsrate der Subscription-Umsätze von über 20%. Diese Subscription-Revenues dominieren nahezu den gesamten Umsatz des Unternehmens, was für ServiceNow eine hohe Umsatzsichtbarkeit und -planbarkeit bedeutet. Die Wachstumsdynamik des Unternehmens blieb bis zuletzt hoch. Im vierten Quartal stiegen die Subscription-Revenues im Vergleich zum Vorjahr um etwa 21% auf rund 3,47 Mrd. US-Dollar. Die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) – ein Gradmesser für künftige Mindestumsätze – wiesen ebenfalls zweistellige Zuwächse auf, was auf robuste Vertragsabschlüsse und eine solide Nachfrage hindeutet. Eine zentrale Säule der Geschäftstrategie ist die zunehmende Integration von KI-Funktionen in das Produktportfolio. Insbesondere durch Partnerschaften mit KI-Anbietern wie Anthropic (Claude-Modelle) bindet ServiceNow generative KI in seine Plattform ein, etwa zur Automatisierung, natürlichen Sprachsteuerung oder intelligenten Workflow-Optmimierung.
Lob von Goldman Sachs
Diese Ausrichtung soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern auch neue Umsatzquellen erschließen. Ab diesem Jahr will ServiceNow einen jährlichen Vertragswert von 1 Mrd. US-Dollar allein aus KI-Produkten erreichen. Die erweiterte Zusammenarbeit mit Anthropic, die ServiceNow zu Wochenbeginn angekündigt hat, dürfte beim Erreichen dieses Ziels hilfreich sein. Im Rahmen dieser vertieften Zusammenarbeit sollen die Claude-Modelle in die zentralen ServiceNow-Arbeitsabläufe integriert werden. Dies ermöglicht intelligentere und autonomere Geschäftsprozesse in Bereichen wie Anwendungsentwicklung, Gesundheitswesen und Biowissenschaften. Die Integration unterstützt Unternehmen beim Erstellen, Bereitstellen und Verwalten KI-gestützer, agentenbasierter Automatisierung über eine einheitliche Plattform.
Von Goldman Sachs gab es bereits Lob für die Geschäftsstrategie des Softwarekonzerns. Die US-Investmentbank hat die Aktie von ServiceNow zu Wochenbeginn mit einem Kursziel von 216 USD auf ihre „US Conviction List“ gesetzt. Aus fundamentaler Sicht ist der Titel mit einem KGV von fast 28 noch immer bei weitem kein Schnäppchen, eher ein Unternehmen mit hohem Wachstum bei entsprechend hoher Bewertung. Die Bilanz von ServiceNow ist tiptop in Ordnung: bei frei verfügbaren Mitteln (Cash) in Höhe von 6,28 Mrd. US-Dollar hat das Unternehmen gerade einmal 2,4 Mrd. US-Dollar Schulden. Angekündigte Aktienrückkäufe in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar dürften sich mittelfristig als Kursstütze erweisen. Erste Stücke kaufen (Fuß in der Tür) und Invest nach Bodenbildung ausbauen.