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Trump dreht den Zoll-Crash, zieht mit Ansage den Zoll-Call

Trump spielt Market Maker

US-Aktienmarkt © TexBr / stock.adobe.com
US-Präsident Donald Trump beeinflusst die Finanzmärkte massiv mit seinen Zollentscheidungen. Ein dramatischer Kurssturz und anschließender Anstieg der Aktienmärkte sorgt für Unruhe. Besonders der eskalierende Handelskonflikt mit China belastet die Märkte. Trotz einer kurzfristigen Erholung bleibt die Unsicherheit hoch. Anleger sollten vorsichtig bleiben und dennoch Rücksetzer nutzen.
US-Präsident Donald Trump macht sich zum Market Maker an den Finanzmärkten. Er agiert und treibt die Börsen runter und rauf. Gestern lief bis zum frühen Abend der Zoll-Crash an den Börsen. Die Aktienmärkte standen massiv unter Druck und die Aktienkurse fiellen unter hohen Umsätzen und mit erheblichen Tagesschwankungen. Der Dow war bis auf 36.900 Punkte nach unten gerauscht. Der DAX notierte unter 20.000 Zählern. Auch die Nasdaq und der S&P standen unter Druck, die Börsen in Asien (voran Japan und China) ebenfalls. 

Zoll-Crash gedreht

Die von den globalen Zollankündigungen ausgelöste Korrektur war sehr breit. Mit den Aktienkursen gingen auch die Kryptowährugen in die Knie. Der Ölpreis ist wegen der wachsenden Sorge einer weltweiten Rezession erheblich unter Druck gekommen. Auch der Gold- und Silberpreis haben nachgegeben, allerdings nicht sehr stark. Der Dollar fällt ebenfalls zurück.

Beachtlich war die Bewegung der US-Anleihenrenditen. Im ersten Zoll-Schockmoment sind die US-Renditen steil gefallen und auf 3,86% abgestürzt. Hier spiegelte sich die Flucht in Sicherheit. Dann begann eine steile Klettertour, die bei den Langläufern geradezu atemberaubend war. Die 30-jährigen US-Renditen schossen steil in Richtung 5%. Genau das ist für die USA aber ein Problem. Denn die überbordenden Schulden sind zu solchen Zinsen kaum mehr finanzierbar.

Handelskonflikt mit China eskaliert

Auslöser für diesen Zinsanstieg war, dass die USA bei einigen Handelspartnern auf erheblichen Widerstand gestoßen waren. Insbesondere China ist hartleibig und hat ebenfalls mit dem Zoll-Hammer auf die USA zurückgeschlagen. Das Reich der Mitte hat ebenfalls Zölle eingeführt, den Export seltener Erden beschränkt und Investitionen erschwert. Das hat US-Präsidenten Trump verärgert, der für China die Zölle sofort erhöht hat. Teilweise betragen diese jetzt über 100%.

Dann der Richtungswechsel in Washington: Trump hat eine Zoll-Pause gegenüber fast allen Ländern verkündet - außer gegen China. Den Börsen hat das aber gereicht, um zunächst erleichtert aufzuatmen. Die Aktienmärkte schossen in der Spitze um 8% nach oben. Pikant daran ist, dass Trump drei Stunden vor der Entscheidung in den sozialen Medien gepostet hat: "Es ist Zeit zu kaufen." Das ist im Grunde eine krasse Marktmanipulation und die US-Börsenaufsicht müsste das untersuchen. 

Brüssel sucht adäquate Antworten

Wie können sich Anleger in diesem Umfeld positionieren? Erste Erkenntnis: Trump fährt seine übliche Schiene und attackiert aggressiv, um seine "Gegner" in die Defensive zu zwingen. Dann wechselt er den Kurs und streckt die Dealer-Hand aus (FK vom 3.4.). Kurzfristig hat das die Börsen entspannt. 

Mittelfristig bleibt die Unsicherheit hoch, denn das Thema Zölle ist noch nicht vom Tisch. In den kommenden Wochen wird darauf zu achten sein, welche Kompromiss-Linien gefunden werden. In Brüssel laufen dem Vernehmen nach enge Abstimmungen zwischen den Ländern. Das Ziel ist, eine gemeinsame europäische Position zu entwickeln und Lösungen in Teilbereichen anzustreben. Das hören wir von Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind. 

Mittelfristige Handelsauswirkungen abwarten

Die politischen Antworten werden dann längerfristig entscheiden, wie mögliche Zölle wirken. Davon wird abhängen, wie sich der Welthandel verändert, welche Branchen und Unternehmen profitieren und wer negativ betroffen ist. Das ist momentan noch nicht seriös abschätzbar. 
Fazit: Die Unsicherheit an den Märkten bleibt bestehen. Das Zoll-Thema kann in den nächsten Monaten jederzeit mit hohen Risiken für die Weltwirtschaft und Finanzmärkte wieder aufleben. Trumps Strategie ist aber auch hier, Deals zu machen. Darauf wird es in den kommenden Wochen ankommen - und Anleger können darauf reagieren. Im Grundsatz fahren wir die Linie, kräftige Rücksetzer als Kaufchance zu begreifen, um selektiv defensive Aktien oder Value-Werte einzusammeln. 
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