Es scheint sich etwas bei den blockierten russischen Aktien und ADR zu tun. Vor kurzem ist uns ein Angebot für den Kauf der derzeit nicht handelbaren Gazprom-Scheine unterbreitet worden. Ein US-Unternehmen offeriert, die blockierten Gazprom-ADR für 10 Cent je Stück zu übernehmen. Mancher Anleger könnte zwar in die Versuchung kommen, dieses Angebot anzunehmen, um die "toten" Aktien endlich los zu werden.
Das Kaufangebot für die vom Handel ausgesetzten russischen ADR ist strategisch nicht attraktiv. Wir erwarten, dass der heiße Ukraine-Konflikt beendet wird und sich insbesondere die Beziehungen zwischen Washington und Moskau wieder normalisieren. Eine Folge des politischen Tauwetters dürfte sein, dass auch die Finanzbeziehungen zwischen beiden Ländern wieder sukzessive aufgenommen werden. Das wird die Belebung des Wertpapierhandels einschließen.
Werden russische ADR wieder handelbar?
Werden die ADR wieder handelbar, dürfte der Kurs für die Papiere deutlich höher liegen. Das dürfte auch die Spekulation der interessierten Käufer sein. Auffällig ist, dass die Notierungen im OTC-Handel in den USA seit Wochen leicht anziehen. Das können zwar auch nur Buchstellungen der Kurse ein. In den vergangenen Jahren gab es hier aber keine Bewegung. Das ist jetzt anders, die Kursstellungen klettern.
Wer das Angebot annimmt, hat nur einen geringen Vorteil. Der angebotene Kaufpreis ist so gering, dass Anleger de facto einen Totalverlust verbuchen. Das ist nur dann klug, wenn die Bank diesen Verlust auch als realisiert bewertet und in den Verlustvortrag verbucht. Dann können andere Aktiengewinne wenigstens steuerfrei gegengerechnet werden.