Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2208
Institutionelle Nachfrage übersteigt Angebot deutlich

Bitcoin: Nachfrage schlägt Angebot

© gopixa / Getty Images / iStock
Milliarden-Zuflüsse in Bitcoin-Fonds treffen auf ein strukturelles Angebotsdefizit. Doch Inflation und Geopolitik bremsen den Kurs-Durchmarsch. Was bedeutet das für Anleger – und was für den Bitcoin-Kurs?
Die Kapitalströme entkoppeln sich zunehmend von der Tagespolitik – trotz Iran-Eskalation und volatiler Ölpreise. Wir werten das als strukturellen Rückenwind, von dem auch Bitcoin profitieren wird. Was für Gold seit 2022 gilt, lässt sich nun auch bei Bitcoin (BTC) beobachten: Die institutionelle Nachfrage übersteigt das neu entstehende Angebot – und zwar deutlich. Gegenwärtig notiert Bitcoin (BTC) bei ca. 78.850 Dollar. 

Die jüngsten Fondsdaten unterstreichen diese These. Bitcoin-Anlageprodukte verzeichnen laut CoinShares, einem der größten europäischen Vermögensverwalter für digitale Assets, aktuell die zweite Milliarden-Woche in Folge. Zuletzt sind netto 996 Millionen Dollar zugeflossen. Die Jahreszuflüsse summieren sich damit auf 2,3 Milliarden Dollar. Bemerkenswert: Erstmals seit Wochen drehen auch Ethereum-Produkte ins Plus. Das signalisiert, dass sich die institutionelle Rückkehr breiter verteilt und nicht mehr nur vom US-ETF-Platzhirschen BlackRock getrieben wird.

Geringeres Angebot

Auf der Angebotsseite spitzt sich das Bild zu. On-Chain-Daten – also direkt aus der Blockchain ablesbare Kennzahlen – zeigen Börsenreserven auf einem Mehrjahrestief: Weniger Bitcoin liegt auf Handelsplätzen, wo er schnell verkauft werden könnte. Die Miner, also die Betreiber der Rechennetzwerke, die Bitcoin erzeugen, haben im ersten Quartal Rekordmengen abgegeben. Das US-Softwareunternehmen Strategy hat in dieser Woche zusätzlich 2,54 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert. Corporate Treasuries, Staatsfonds und ETF-Anbieter beziehen seit Monaten systematisch vom Sekundärmarkt.

Die Größenordnung wird greifbar, wenn man Zufluss und Neuemission gegenüberstellt. Rund 450 neue Bitcoin bringen die Miner täglich in Umlauf, auf die Woche gerechnet etwa 3.150 Coins. Dem stehen in der vergangenen Woche rund 12.760 Bitcoin gegenüber, die netto in die Fondsprodukte geflossen sind – das Vierfache der wöchentlichen Neuemission. Der Strategy-Kauf ist dabei noch nicht eingerechnet.

Makroökonomischer Gegenwind wird sich legen

Der laufende Aufwärtsschub trifft dennoch auf makroökonomischen Gegenwind. Die Marktliquidität bleibt knapp. Anhaltende Inflation und verschärfte geopolitische Spannungen rücken eine geldpolitische Lockerung in weitere Ferne. Typischerweise kein positives Umfeld für Krypto-Märkte. Hinzu kommt ein oft übersehener Punkt: ETF-Zuflüsse kommen nur verzögert und nicht eins zu eins am Spotmarkt an. Rücksetzer in den Bereich unter 70.000 Dollar halten wir daher weiterhin für möglich.
Fazit: Das Angebots-Nachfrage-Verhältnis kippt zugunsten der Käufer. Die verbesserte Ausgangssituation muss sich jedoch gegen ein belastendes Makrobild durchsetzen. Rücksetzer unter 70.000 Dollar bleiben möglich. Wer eine Position aufbauen möchte, findet geeignete Instrumente etwa im WisdomTree Physical Bitcoin (ISIN GB 00B JYD H28 7) oder im 21Shares Bitcoin ETP (ISIN CH 045 466 400 1).
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Hauptstadtnotiz

Deutsche Bahn: Bilger macht Druck

Die Deutsche Bahn ist ein Sorgenkind der Bundesregierung. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger steuert jetzt gegen. Er will Manager-Vergütungen an Erfolge knüpfen.
Zum Seitenanfang