Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1000
Produktcheck

KJL Capital Absolute Return UI

Die Niedrigzinsen und hohen Volatilitäten am Aktienmarkt erschweren eine klassische Portolio-Diversifikation. Abhilfe versprechen Fonds, die sich um die Diversifikation kümmern und dabei auch auf andere Anlagevehikel zurückgreifen. 

ISIN: DE 000 A14 N8P 9 | letzter Rücknahmepreis: 93,05 Euro

Seit inzwischen mehr als sechs Jahren intervenieren die großen Notenbanken massiv an den Märkten. Die extreme Niedrigzinspolitik und das Fluten der Märkte mit billigem Notenbank-Geld stellen Anleger vor große Herausforderungen. Anleger haben deswegen ein Diversifikationsproblem. Denn es ist fraglich, ob die vielfach genutzte Diversifikationen in 70% Renten und 30% Aktien noch die gewünschten Effekte hinsichtlich der Risiko- und Renditestruktur eines Portfolios entfalten. Die deutlich gestiegene Volatilität an den Aktienmärkten, die Nullverzinsung von Anleihen guter Bonität sowie starke Schwankungen in der Korrelation zwischen Aktien und Bonds erfordern eine Abkehr von starren Asset-Allokation-Konzepten. Die junge Investmentgesellschaft KJL Capital möchte mit dem KJL Capital Absolute Return UI eine Lösung dafür anbieten. Anlageziel des erst im vergangenen Jahr aufgelegten flexiblen Mischfonds ist es, aktienähnliche Renditen von etwa 6-8% pro Jahr bei möglichst geringem Risiko zu erwirtschaften. Die angestrebte Rendite soll dabei mit einer minimalen Volatilität und stetigem und stabilem Wertzuwachs weitgehend unabhängig von der vorherrschenden Marktentwicklung (Hausse oder Baisse) erzielt werden. Eckpfeiler der Investmentstrategie sind eine flexible Asset-Allokation, ein innovatives Risikomanagement, ein interessenkonfliktfreier Investmentprozess und der Einsatz einer Absolute-Return-Strategie. Die Verteilung der Anlagegelder auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Derivate und Kasse folgt keinen starren Regeln. Sie wird dynamisch geändert, schwerpunktmäßig getrieben durch die Analyse makroökonomischer Modelle sowie auf Volatilitätsniveaus basierender quantitativer Modelle. Fondsmanager Julien Jensen investiert z. B. nur dann in den DAX, wenn die Volatilität, gemessen am VDAX, unter 25 liegt. Solche Makro- und Quantmodelle nutzt der Fonds ebenfalls bei anderen Assetklassen wie Währungen, Anleihen oder Rohstoffen. Neben diesen Basismodellen nutzt Fondsmanager Jensen verschiedene Options- und Hedgingstrategien, um das Risiko-Rendite-Profil des Fonds zu optimieren. So können sämtliche Assetklassen auch auf der Short-Seite gehandelt werden oder durch den Verkauf von gedeckten Optionen (covered call writing) zusätzliche Prämieneinnahmen für den Fonds generiert werden. Die Grundausrichtung des Basisportfolios wird für einen Zeithorizont von 3 bis 6 Monaten getroffen. Täglich findet ein Abgleich der Marktentwicklung mit dem prognostizierten Szenario statt um bei Abweichungen einzugreifen und Risiken zu minimieren. Etwa 20% des Fondsvolumens hält Jensen als taktische Liquiditätsreserve. Zu Beginn des 2. Quartals überwiegen im Portfolio des KJL Capital Absolut Return UI rund 40% Cash, 35% Aktien (davon 70% deutsche Aktien). Intressant ist ein Optionsstrategie. Hier hält die Gesellschaft einen Bull Spread auf DAX zwischen 9.800 und 10.000 Punkte – eine klare Seitwärtsstrategie. Anleger, die in das Absolute Return Konzept von KJL Capital investieren möchten, müssen jedoch hohe Anlage- und Verwaltungskosten schultern. Die Ausgabekosten des Fonds betragen maximal 5,00%. Ein Börsenhandel der Anteile ist nicht vorgesehen. Die laufenden Kosten (TER) liegen laut Prospekt bei etwa 2,00% p. a. Genaue Zahlen dazu gibt es erst, wenn der Fonds sein erstes Geschäftsjahr abschließt. Darüber hinaus wird bei einer Wertentwicklung von mehr als 5,00% p. a. eine Performancevergütung in Höhe von 15% der Jahresperformance fällig. Hier gilt jedoch das High-Watermark-Prinzip, d.h. der Fonds muss zunächst einen neuen 5-Jahres-Höchststand erreichen. 

Fazit: Aufgrund seiner werterhaltenden und gleichzeitig renditeorientierten Ausrichtung eignet sich der KJL Capital Absolute Return UI Investmentfonds für langfristig orientierte Investoren, die für ihr Portfolio aktienähnliche Erträge bei gleichzeitig geringerem Risiko (also bei einer reinen aktienbasierten Anlage) erwarten.

ProduktcharakteristikaStärken-Schwächen-Profil
Auflagedatum: 31.07.2015+ marktunabhängiger Absolute Return Ansatz bietet die Chance, positive Renditen in jeder Marktlage zu erzielen
Fondsvolumen: 15,89 Mio. Euro+ dynamische Asset-Allocation erhöht die Flexibilität des Portfolios
Ausgabeaufschlag: max. 5,00%+ Hedge- und Optionsstrategien generieren zusätzliche Erträge bzw. sichern das Portfolio gegen größere Kursschwankungen ab 
Ausschüttungsart: thesaurierend- sehr kurze Historie lässt noch keine Aussage über das Funktionieren der Strategie zu
Anlagestrategie: vermögensverwaltender Mischfonds mit dynamischer Asset-Allocation und ausgefeiltem Konzept zur Risikobegrenzung- vergleichsweise hohe Kostenbelastung (TER)
Gesamtkostenquote (TER):  ca. 2,00%- Performance-Vergütung beeinträchtigt die Gesamtrendite zusätzlich

Bewertungsfazit: Der Ansatz des KJL Capital Absolute Return UI ist spannend. Options- und Hedgegeschäfte zur Optimierung des Portfolios findet man in „Long only“ orientierten Anlageprodukten selten. Noch ist der Fonds zu jung, um Aussagen über die Nachhaltigkeit der angestrebten Rendite-Risiko-Parameter zu treffen, den DAX hat der Fonds seit der Auflage am 31.07.2015 hinsichlich der Wertentwicklung klar geschlagen. Für die hohen Kosten gibt es Punktabzug. Dies liegt jedoch an dem noch kleinen Fondsvolumen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Abfindung bei Personalabbau

Abfindung kommt nicht aufs Langzeitkonto

Ein goldenes Sparschwein. Copyright: Pixabay
Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat eine clevere und weitreichende betriebliche Idee vereitelt. Es ging um die Abfindung bei einer Kündigung. Es drohten Einnahmeausfälle für Fiskus und Sozialkassen.
  • Fuchs plus
  • Gericht erweitert Pflichtinformationen

Massenentlassungen: Aus Soll wird Muss

Eine Büroangestellte packt ihre Sachen in eine Kiste. Symbol für Kündigung. Copyright: Pexels
Die Wirksamkeit einer ordentlichen Kündigung kann von der Vollständigkeit der Massenentlassungsanzeige (notwendig bei fünf Entlassungen in einem Monat) gegenüber dem Arbeitsamt abhängen. Ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts (LAG) sorgt jetzt für Irritationen bei dem eingespielten Verfahren.
  • Fuchs plus
  • „Ich habe keine Ahnung und mich hat auch niemand gefragt“

Probleme bei der Umsetzung nachhaltiger Anlagestrategien

Pflanzen formen ein Fragezeichen auf einer einsamen Insel. Copyright: Pixabay
Nachhaltigkeit in der Geldanlage ist ein großer Trend. Viele Anleger wollen auf den Zug aufspringen, stoßen dabei aber auf hohe Hürden. Das sind zum Teil ganz banale Gründe. Vor allem in der Finanzberatung ist noch erheblich Luft nach oben.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Liefer-Krise als Chance

Das Weihnachtsgeschäft retten

Lieferwagen mit einer Lieferung. Copyright: Pexels
Viele Unternehmen haben mit Lieferengpässen zu kämpfen. Das wird auf das Weihnachtsgeschäft ausstrahlen und könnte bei Kunden zu Enttäuschungen führen. Unternehmen haben aber einige Steuerungsmöglichkeiten und können die Liefer-Krise als als Chance nutzen.
  • Fuchs plus
  • Wohnungslärm nachweisen

Lärmprotokoll für Kündigung ausreichend?

Szene auf einer Party. Copyright: Pexels
Egal ob nächtliche Partys, Heimwerkerarbeiten zu früher Stunde oder permanent dröhnende Musik – was dem einen Spaß macht, wird vom anderen schnell als Ruhestörung empfunden. Nur wie soll ein Vermieter die Räumung einer Wohnung begründen, wenn es zu permanenter Lärmbelästigung kommt?
  • Fuchs plus
  • Zwangsurlaub in Russland

Putin schickt Russen in den Urlaub und zur Impfung

Roter Platz in Moskau. Copyright: Pixabay
Die Corona-Lage in Russland verschärft sich wieder – wie saisonal zu erwarten – und Putin greift ein. Der Kreml-Chef ordnet Zwangsurlaub an und versucht, die Russen zur Impfung zu motivieren.
Zum Seitenanfang