Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1586
Börseneinschätzung vom 31. Oktober 2019

Risiko im Blick behalten

Die Unsicherheit an den Aktienmärkten nimmt zu — allmählich entfalten die trüben Konjunkturaussichten ihre Wirkung. Das zeigen die Marktreaktionen auf die aktuellen Meldungen aus Hong Kong. Für den vorausschauenden Anleger zeigt sich erneut: die richtige Einschätzung des Risikos wird immer wichtiger.

Die US-Notenbank hat gestern (Mittwoch) erwartungsgemäß geliefert. Die Fed hat die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt. Fed-Chef Jerome Powell hat erneut deutlich gemacht, dass dies eine eher „präventive" Zinssenkung war. Zugleich deutete er an, dass die US-Notenbank in absehbarer Zeit keine weiteren Zinssenkungen für nötig halte. Die US-Wirtschaft sei stark genug und das Zinsniveau jetzt angemessen.

Darum haben die Märkte vermutlich auch recht verhalten auf die Zinssenkung reagiert. Die Erwartungen wurden lediglich erfüllt – weitere Lockerungen sind nicht sicher. Der Dow Jones müht sich darum weiterhin um einen Sprung über das bisherige Allzeithoch. Nur der würde aus technischer Sicht neues Kurspotenzial schaffen. Insofern bleiben die Aktienmärkte nahe ihrer Allzeithochs in Wartestellung.

Anleger werden zittrig

Die Investoren werden angesichts der globalen Konjunkturmeldungen aber allmählich unsicher. Das zeigte die Marktreaktion auf die aktuellen Konjunkturzahlen aus Hongkong vom heutigen Morgen (Donnerstag). Der Stadtstaat meldete einen scharfen Konjunktureinbruch und ist in eine Rezession abgerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im dritten Quartal um 2,9% gegenüber dem Vorjahr. Das war sogar noch deutlich mehr, als von den Analysten angesichts der andauernden Unruhen ohnehin erwartet worden war.

Hongkong und Singapur gelten für Asien als Konjunkturfrühindikatoren. Auch die jüngsten Zahlen aus der Stadt der Löwen waren aber nicht sonderlich berauschend. Die Wachstumsaussichten waren derart verhalten, dass die Geldhüter Singapurs erstmals seit drei Jahren ihre Zügel etwas lockerer gelassen haben. Von einigen Anlegern wird das als Warnsignal für die globale Konjunkturentwicklung angesehen. Die Vorsicht auf dem Parkett nimmt darum wieder zu.

Das war an der kleinen Abverkaufswelle abzulesen, die einsetzte, nachdem die Hongkong-Zahlen über die Ticker gelaufen waren. In einem Rutsch verloren Dow und DAX kräftig Punkte. Der DAX rauschte immerhin um 100 Zähler nach unten. Das ist angesichts des erreichten Kursniveaus zwar nahezu bedeutungslos. Die Kursentwicklung der jüngsten Tage zeigt aber, dass Kursrutsche schnell und kräftig sind – und die Ausschläge nach unten zunehmen. Zugleich schwelt in den USA die Unterversorgung am Geldmarkt weiter.

Edelmetalle werden verstärkt angesteuert

Bemerkenswert war auch die Kursentwicklung der Sicherheitshäfen Gold und Silber. Beide Edelmetalle sprangen parallel zum Abtauchen der Aktienmärkte nach oben. Das ist ein sicheres Indiz dafür, dass die Nervosität groß ist und beim kleinsten Anzeichen von Schwäche Aktien verkauft und Edelmetalle gekauft werden.

Zwar ist es weiterhin so, dass die Notenbanken die Liquidität hoch und Geld billig halten. Allerdings sollte das Risiko richtig betrachtet werden. Auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit für eine böse Überraschung eventuell gering ist. Gibt es ein „seltenes Ereignis", werden die Ausschläge nach unten sehr groß. Das deuten die jüngsten Kursentwicklungen bereits an.

Fazit: Absichern ist derzeit oberstes Gebot. Nur Aktien kaufen, die Sie auch „ewig" halten würden.

Meist gelesene Artikel
  • Ohne Mut, ohne Führung: Wie Merz die CDU schwächt

Friedrich Merz: Ein Kanzlerkandidat ohne Kanzlerformat

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag FUCHSBRIEFE
Friedrich Merz, einst gefeiert als konservativer Hoffnungsträger und scharfsinniger Redner, entpuppt sich in der Realität als das Gegenteil dessen, was Deutschland in einer politisch und wirtschaftlich angespannten Zeit braucht: einen starken Kanzler, kommentiert FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber
  • Performance-Projekte: Gewinner und Verlierer im Überblick

Vermögensverwalter versus ETF-Portfolio: Wenig Licht und viel Schatten

Ein Performance-Projekt ist ein Marathonlauf über 5 Jahre und länger. Illustration erstellt mit ChatGPT
Nur 16 % der Vermögensverwalter schlagen die ETF-Benchmark – ein ernüchterndes Ergebnis für die Branche. Doch einige Häuser glänzen in der FUCHS | RICHTER Performance-Analyse 2024 mit beeindruckenden Ergebnissen. Welche Strategien lohnen sich für Anleger wirklich?
  • Fuchs plus
  • Champerty Bill: Ein neues Gesetz könnte den Anleihenmarkt erschüttern

Schwellenländeranleihen drohen massive Kursverluste

Ein Gesetzesvorhaben in New York könnte den Anleihenmarkt auf den Kopf stellen – insbesondere für Schwellenländer. Die "Champerty Bill" soll spekulative Klagen gegen zahlungsunfähige Staaten einschränken. Investoren müssen sich darauf vorbereiten, denn trotz der Trump-Regierung bleibt das Gesetz ein heißes Thema. Wie können Anleger darauf reagieren?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Investmentprozess bei HRK LUNIS: Detailreich, aber nicht frei von Kritik

Investments bei HRK LUNIS: Von der Analyse zur Fokusliste

© Verlag FUCHSBRIEFE mit DALL*E und Adobe Express
HRK LUNIS stellte in einer jüngsten Präsentation vor einem Expertengremium ihren Investmentprozess für ein Vermögensverwaltungsmandat vor. Dieser Prozess beginnt mit der Ideengenerierung in der sogenannten „Haackes Denkfabrik“, einem internen Forum, in dem unterschiedliche Themen diskutiert werden, um neue Investitionsideen zu entwickeln.
  • Fuchs plus
  • Der Investmentprozess von Grüner Fisher – Stärken und Schwächen im Fokus

Investmentstrategie bei Grüner Fisher: Anpassungsfähigkeit als Schlüssel

© Verlag FUCHSBRIEFE mit DALL*E und Adobe Express
Grüner Fisher Investments hat sich als ein bedeutender Vermögensverwalter weltweit etabliert, mit einem verwalteten Vermögen von über 82 Milliarden USD und einer Präsenz in 15 bis 16 Ländern. Das Unternehmen betont seine kundenzentrierte Investmentstrategie, die auf einem dynamischen Top-Down-Ansatz basiert. Dieser Prozess zielt darauf ab, Portfolios nicht statisch zu halten, sondern aktiv an das sich ständig verändernde Weltbild anzupassen.
  • Fuchs plus
  • Streit um Sozialplan

Betrieb muss Verzugszinsen aus Sozialplanabfindung zahlen

Ein Sozialplan ist immer dann notwendig, wenn Betriebsänderungen anstehen und es darum geht, negative wirtschaftliche Folgen für die Mitarbeiter zu lindern. Gibt es Streit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung, entscheidet die Einigungsstelle. Gegen den Spruch klagte ein Arbeitgeber erfolglos und soll jetzt auch noch Verzugszinsen zahlen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) positioniert sich eindeutig.
Zum Seitenanfang