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2008
Börseneinschätzung vom 06. Dezember 2018

Viele Stimmungskiller

An den Börsen mehren sich die Anzeichen für den Konjunkturabschwung. Der Handelsstreit belastet weiterhin die globale Konjunktur. Zum Impulsgeber kann die morgige Abstimmung über den Vorsitz der CDU werden.

An den Märkten geht es rund. Politische Meldungen darüber, dass es doch keine Einigung mit China im Zollstreit gibt, haben den Investoren die Stimmung verdorben. Die Festnahme der Huawei-Finanzchefin in Kanada und ihre voraussichtliche Auslieferung in die USA hat dann eine Abverkaufswelle ausgelöst. Der Dow fiel wie ein Stein um über 3%. Das ist schon beachtlich.

Jetzt kommen etliche Stimmungskiller zusammen. Der Zollstreit ist nicht gelöst. Je länger er schwelt und Unsicherheit stiftet, desto größer werden die negativen Folgen. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Fed. Im Beige Book ist zu lesen, dass die Preise in den USA aufgrund der erhobenen Zölle steigen. Das treibt die Inflation, bremst teilweise auch den Konsum.

Inverse Zinskurve als Abkühlungs-Anzeichen

Die US-Zinsentwicklung alarmiert. In den USA ist die Zinsstrukturkurve zwischen zwei und 10-jährigen Anleihen fast invers. Die Zinsdifferenz ist bis auf 0,12% zusammengelaufen. Das ist der kleinste Zinsspread seit 2007. Steigen die kurzfristigen über die langfristigen Zinsen, ist das ein Rezessions-Signal. Bis ein wirtschaftlicher Abschwung die Börse erreicht, dauert es erfahrungsgemäß zwar noch sechs bis 18 Monate. Daher ist es sogar wahrscheinlich, dass die Märkte nochmal kräftig steigen. Auslöser könnte eine echte Beilegung des Zollstreits sein.

Die Zinsen in Kombination mit rückläufigen Kursen wirken sich aber nun auch schon negativ auf die kreditfinanzierten Aktienkäufe aus. Zwar sank die absolute Höhe der US-Aktienkredite schon seit Mai ganz allmählich. Im Oktober aber lag das Minus bei 6,2%. So stark war das Volumen von Wertpapierkrediten zuletzt im Jahr 2011 zurückgegangen.

Der Aktienmarkt muss gerade einen ziemlich unappetitlichen Cocktail leeren. Historisch hohe Kurse, Zinssteigerungen, abflauende Konjunkturerwartungen bei nicht gelöstem Zollstreit – das alles drückt im Moment auf die Kurse und verstärkt die Abwärtsbewegung gegenseitig. Die Algo-Handelsprogramme laufen natürlich in dieselbe Richtung und erhöhen das Tempo. Dass es aber auch extrem schnell in die andere Richtung gehen kann, hat der Hochsprung am Montag gezeigt.

CDU-Wahl als Impulsgeber

Die deutsche Börse dürfte nun die spannendste Woche des Jahres vor sich haben. Morgen (Freitag) wählt die CDU den Nachfolger von Angela Merkel als Parteivorsitzende. Damit votieren die 1.001 Abgeordneten auch für einen Kanzlerkandidaten. Entweder es wird mit Friedrich Merz stärker in Richtung Marktwirtschaft oder mit Annegret Kramp-Karrenbauer in Richtung Sozialstaat fokussiert (ausführlich im FB vom 6.12.). Italien legt der EU am Dienstag einen neuen Haushaltsentwurf vor. Zudem steht das Brexit-Votum in London an. Alle drei Ereignisse haben eher das Potenzial, die Börsen zu beflügeln, denn alle Risiken sind eigentlich eingepreist.

Fazit: Im Dow entscheidet sich der Trend bei 24.000 Zählern. Der DAX dürfte bei 10.800 Punkten noch sehr gut unterstützt sein und nächste Woche politischen Rückenwind bekommen. Taktisch kaufen.

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