Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1183
Produktcheck

Walser Portfolio German Select

Etwas für konservative Anleger: Mit dem "Best-of-Two"-Ansatz konzentriert sich der Walser Portfolio German Select auf deutsche Aktien.

ISIN: LU 018 145 413 2 | letzter Rücknahmepreis: 222,57 Euro | Stiftungsgeeignet   

Diese Situation kennt wohl jeder Investor: Man möchte Geld anlegen und kauft zwei verschiedene Wertpapiere. Während Aktie A in den folgenden Monaten kräftig steigt, dümpelt Aktie B vor sich hin. Viele Anleger ärgern sich nun, nicht mehr Stücke von Aktie A gekauft zu haben. Mit dieser hätte sich die Jahresperformance ordentlich aufpolieren lassen. Aber „wäre, wenn und hätte“ helfen an der Börse nicht weiter. Die Situation lässt sich im Nachhinein aber nicht mehr ändern. Der Wunsch, immer auf das richtige Pferd zu setzen, ist verständlich. Letztlich versuchen es aber auch Mischfonds. Sie versuchen sich an der Umsetzung solcher Strategien und kombinieren teils mit komplizierten Formeln und Methoden unterschiedliche Wertpapiere verschiedener Assetklassen, um Risiken zu senken und die Rendite für den Anleger zu verbessern. Ein relativ einfaches, aber effektives Anlagekonzept, verfolgt der Mischfonds Walser Portfolio German Select. Der Fonds der österreichischen Walser Privatbank Invest S.A. setzt auf das „Best of Two“-Prinzip, möchte also mit dem größten Gewicht in die bessere von zwei Anlageklassen investiert sein. Der Mischfonds investiert grundsätzlich in deutsche Aktien (DAX-Werte) und deutsche Bundesanleihen. Fondsmanager Jürgen Jann und sein Team wissen natürlich auch nicht, welche Asset-Klasse (Aktien oder Renten) sich im Laufe eines Kalenderjahres besser entwickeln. Sie greifen aber zu einer unkonventionellen und einfachen Methode bei der Zusammensetzung des Anlageportfolios. Der Fonds investiert zu Jahresbeginn immer genau die Hälfte des Geldes in deutsche Blue-Chips. Die zweite Hälfte steckt Jann in deutsche Bundesanleihen. Innerhalb des Jahres schichtet der Fondsmanager dann das Geld sukzessive in diejenige Assetklasse um, die besser läuft. Die Grundidee ist, dass ein Anleger am Ende des Kalenderjahres in der richtigen Anlageklasse stärker investiert ist und so die bessere Rendite abzüglich der impliziten Strategiekosten vereinnahmt. Über die Umschichtungen zwischen Aktien und Renten entscheidet nicht der Fondsmanager, sondern der Computer. Der Walser Portfolio German Select ist ein prognosefreier Fonds. Mit Hilfe eines finanzmathematischen Modells gewichten die Vermögensverwalter Aktien und Anleihen jeden Monat neu. Dieses Modell berücksichtigt Performance-Zeitreihen beim DAX und beim deutschen Rentenindex REXP, die Schwankungsbreite (Volatilität) sowie die Korrelation beider Assetklassen. Läuft es in einem Jahr für Dividendentitel besonders gut, können zum Jahresende bis zu 100% in DAX-Aktien investiert sein. In diesem Jahr entwickelten sich die Kurse von Aktien und Festverzinslichen ähnlich gut. Ergebnis: Der Fonds ist aktuell rund 55% in Dividendenpapiere und etwa 42% in Anleihen investiert – der Rest wird als Kassenbestand gehalten. Zu Jahresbeginn wird dann wieder 50/50 investiert. Auch in schlechten Börsenjahren hat diese Strategie Vorteile. Denn der Fonds ist dann in Aktien untergewichtet. In den letzten zehn Jahren konnten Anleger mit dem Walser Portfolio German Select rund 6,8% Rendite pro Jahr einstreichen. Seit Auflage schaffte der Fonds sogar eine Wertentwicklung von 7,25% p. a. Mit einer Volatilität von etwa 10,3% sind die Kursschwankungen der Anteilspreise deutlich geringer als bei einem reinen Aktieninvestment, obwohl der Fonds in guten Marktphasen nahezu vollständig in Aktien investiert sein kann. Die Ausgabekosten liegen mit bis zu 5,00% Ausgabeaufschlag im Rahmen. Wer über die Börse ordert, kann diese Gebühren sparen. Mit einer Gesamtkostenquote von zuletzt 1,72% p. a. ist der Walser Portfolio German Select ein wenig teurer als vergleichbare Mischfonds.

Fazit: Der Walser Portfolio German Select sticht aus der Masse der meisten Mischfonds durch den „Best of Two“-Ansatz positiv heraus. Er eignet sich als Basisinvestment in einem konservativen und langfristig ausgerichteten Anlageportfolio.

ProduktcharakteristikaStärken-Schwächen-Profil
Auflagedatum: 02.01.2004+ prozyklischer Investmentansatz innerhalb eines Kalenderjahres
Fondsvolumen: 276,9 Mio. Euro + zu Jahresbeginn werden Gewinne der gut gelaufenen Strategie in die schlechter gelaufenen Anlageklasse investiert
Ausgabeaufschlag: max. 5,00 %+ mechanisches und computergestütztes Anlagekonzept – prognosefrei
Ausschüttungsart: thesaurierend- nimmt Bewegungen eines Marktes nicht vollumfänglich mit
Anlagestrategie: Mischfonds, investiert zu Beginn eines Kalenderjahres 50/50 in DAX-Aktien und Bundesanleihen und schichtet im Laufe des Jahres in die sich besser entwickelnde Assetklasse um

- relativ hohe Kostenbelastung

Gesamtkostenquote (TER): 1,72% p.a.- Konzentration auf nur einen Markt (deutsche Aktien und Anleihen) wenig Diversifikation

Bewertungsfazit: Der Walser Portfolio German Select überzeugt seit über 10 Jahren mit einer soliden Wertentwicklung bei vergleichsweise geringem Risiko (Schwankungen). Die Umschichtung zwischen den beiden Asset-Klassen (Aktien und Renten) erfolgt mechanisch und ohne „menschliche“ Einflüsse (Prognosen). Das Grundkonzept ist leicht verständlich und zudem erfolgreich. Wer ein Mischfondskonzept jenseits der üblichen Risikomodelle sucht, findet im Walser Portfolio German Select eine attraktive Alternative.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Abfindung bei Personalabbau

Abfindung kommt nicht aufs Langzeitkonto

Ein goldenes Sparschwein. Copyright: Pixabay
Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat eine clevere und weitreichende betriebliche Idee vereitelt. Es ging um die Abfindung bei einer Kündigung. Es drohten Einnahmeausfälle für Fiskus und Sozialkassen.
  • Fuchs plus
  • Gericht erweitert Pflichtinformationen

Massenentlassungen: Aus Soll wird Muss

Eine Büroangestellte packt ihre Sachen in eine Kiste. Symbol für Kündigung. Copyright: Pexels
Die Wirksamkeit einer ordentlichen Kündigung kann von der Vollständigkeit der Massenentlassungsanzeige (notwendig bei fünf Entlassungen in einem Monat) gegenüber dem Arbeitsamt abhängen. Ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts (LAG) sorgt jetzt für Irritationen bei dem eingespielten Verfahren.
  • Fuchs plus
  • „Ich habe keine Ahnung und mich hat auch niemand gefragt“

Probleme bei der Umsetzung nachhaltiger Anlagestrategien

Pflanzen formen ein Fragezeichen auf einer einsamen Insel. Copyright: Pixabay
Nachhaltigkeit in der Geldanlage ist ein großer Trend. Viele Anleger wollen auf den Zug aufspringen, stoßen dabei aber auf hohe Hürden. Das sind zum Teil ganz banale Gründe. Vor allem in der Finanzberatung ist noch erheblich Luft nach oben.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Liefer-Krise als Chance

Das Weihnachtsgeschäft retten

Lieferwagen mit einer Lieferung. Copyright: Pexels
Viele Unternehmen haben mit Lieferengpässen zu kämpfen. Das wird auf das Weihnachtsgeschäft ausstrahlen und könnte bei Kunden zu Enttäuschungen führen. Unternehmen haben aber einige Steuerungsmöglichkeiten und können die Liefer-Krise als als Chance nutzen.
  • Fuchs plus
  • Wohnungslärm nachweisen

Lärmprotokoll für Kündigung ausreichend?

Szene auf einer Party. Copyright: Pexels
Egal ob nächtliche Partys, Heimwerkerarbeiten zu früher Stunde oder permanent dröhnende Musik – was dem einen Spaß macht, wird vom anderen schnell als Ruhestörung empfunden. Nur wie soll ein Vermieter die Räumung einer Wohnung begründen, wenn es zu permanenter Lärmbelästigung kommt?
  • Fuchs plus
  • Zwangsurlaub in Russland

Putin schickt Russen in den Urlaub und zur Impfung

Roter Platz in Moskau. Copyright: Pixabay
Die Corona-Lage in Russland verschärft sich wieder – wie saisonal zu erwarten – und Putin greift ein. Der Kreml-Chef ordnet Zwangsurlaub an und versucht, die Russen zur Impfung zu motivieren.
Zum Seitenanfang