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40 Billionen Schulden

Bei Anleiheinvestoren geht die Angst um

Die Staatschulden der USA haben gestern die Marke von 40 Billionen Euro übertroffen. Als Folge davon steigen die Renditen von Anleihen der wichtigsten Länder auf Niveaus, die oft seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden.

Nachdem die USA am 4. Juli ihr 250jähriges Bestehen feierten, hat die Weltmacht gestern ein ebenso denkwürdiges Ereignis erlebt. Erstmals in ihrer Geschichte haben die USA die Staatsverschuldung von 40 Billionen US-Dollar übertroffen. Kein Wunder, dass die Renditen der US-Staatsanleihen steil nach oben zeigen. Die Verzinsung der 30-jährigen T-Bonds kletterten auf 5,337%, den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2007. Die 30jährigen japanischen Staatsanleihen erreichten mit einer Rendite von 4,160% sogar ein Niveau, das zuletzt im vergangenen Jahrtausend gesehen wurde.

Auch in der Eurozone geht’s aufwärts

Langzeithochs erreichten auch die 30jährigen französischen Staatsanleihen mit 4,920% und ihre deutschen Pendants mit 3,787%. Dass es auch anders geht, beweisen die Eidgenossen. Die 30jährigen Schweizer Staatsanleihen rentieren mit schmalen 0,639% - volle 3 Prozentpunkte weniger als ihre deutschen Äquivalente.

All dies muss Anleiheinvestoren den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Denn mit den steigenden Renditen fallen die Werte der bestehenden Anleihen. Altinvestoren verlieren also Geld.

Hoher Ölpreis treibt Inflationssorgen

Der aktuelle Anlass für den Renditenanstieg ist die Situation am Persischen Golf. Da eine wirkliche Öffnung der Straße von Hormus nicht in Sicht ist, hat der Ölpreis zuletzt wieder kräftig angezogen. Das Barell der Nordseesorte Brent kostete gestern Nachmittag 91,67 Dollar, ein Plus von 9,4% seit Monatsanfang. Damit ist der Ölpreis allerdings noch weit entfernt von seinem Niveau während der Hochphase des Irankriegs.

Langsam realisieren die Marktteilnehmer, dass der Ölpreis und mit ihm andere Rohstoffe längerfristig teuer bleiben und die Inflation in den USA und Europa weiter grassieren wird. Damit steigt wiederum der Druck auf die Zentralbanken, die Leitzinsen weiter anzuziehen. So erwarten Marktbeobachter eine Erhöhung des Leitzinses in der Eurozone um 25 Basispunkte bei der nächsten EZB-Ratssitzung im September.

KI-Konzerne nehmen immer mehr Schulden auf

In den USA wiederum treten die KI-Konzerne bei der Schuldenaufnahme zunehmend in Konkurrenz zum Staat. "Um die rasant steigenden Investitionssummen stemmen zu können, finanzieren sich viele Tech-Unternehmen zunehmend über den Anleihenmarkt. Es wird erwartet, dass die Gesamtausgaben der fünf großen Hyperscaler bis Ende nächsten Jahres ein Volumen von über zwei Billionen US-Dollar erreichen, ein großer Teil davon wird durch die Aufnahme von Schulden finanziert werden müssen. Damit treten die Tech-Unternehmen in direkte Konkurrenz mit der Federal Reserve, die ihren rekordhohen Finanzierungsbedarf ebenso über die Anleihenmärkte zu decken sucht", heißt es in einer Analyse von Fonds Direkt. 

Was die Märkte allerdings wirklich umtreibt, ist die Frage, ob sich die betroffenen Staaten ihre Rekordschulden noch lange leisten können. So beläuft sich die Staatsverschuldung am Bruttoinlandsprodukt in Japan auf rund 200%, in den USA auf 125%, in Frankreich auf 118% und in Großbritannien auf 101%. Die USA zahlen erstmals mehr als 1 Billion US-Dollar Zinsen in 2026 – auch das ist ein Rekord.

Fazit: Trotz der hohen Renditen bleiben Anleihen keine interessante Anlageklasse. Denn wenn die Renditen weiter steigen, drohen Verluste. Außerdem bleibt das Risiko einer Staatsschuldenkrise.
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