Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
858
Anleihen | Unternehmen

Wie in einer Bananenrepublik

Deutschlands Unternehmensanleihesektor muss sich endlich internationalen Gepflogenheiten anpassen.
Deutsche Unternehmensanleihen sind im internationalen Vergleich mit besonders schlechten Schutzklauseln für private Gläubiger versehen. Sie bevorzugen eindeutig Banken und benachteiligen Private extrem. Aufgrund dessen liegt die Wiedergutmachungsquote auch nur bei 10% vom ursprünglich eingesetzten Kapital. Diese Auffassung vertreten die Anleihespezialisten Marc Profitlich und Nicolas Schmidlin. Lässt man den Solarsektor in Deutschland außen vor, liegt die Ausfallquote im Unternehmensanleihesektor bei 6 bis 7%. Das entspricht internationalen Ausfallquoten für ein Hochzinssegment. Mit dem zwischenzeitlich gehypten Solarsektor, der besonders viele Pleiten verzeichnete, liegt sie allerdings bei 13,1% – das wiederum ist sehr hoch. Das Ratingunternehmen Scope zählt Zahlungsausfälle von 16 mittelständischen Emittenten und 19 betroffene Anleihen mit einem gesamten Volumen von rund 862 Mio. Euro. Vermögenswerte hätten die Unternehmen in der Regel ausreichend, um auch die privaten Gläubiger besser zu bedienen. Das Beispiel Praktiker Baumarkt zeigt, wie miserabel die Gläubigerschutzbedingungen hierzulande ausfallen. Normalerweise müssen gleichrangige Gläubiger gleich behandelt werden und erhalten gleiche Anteile an den Sicherheiten. Bei Praktiker bezieht sich die entsprechende Klausel jedoch nur auf Kapitalmarktverbindlichkeiten. Diese umfasst aber keine Bankkredite! Folge: Bankkredite dürfen kurz vor der absehbaren Pleite immer noch gesondert gesichert und damit bevorzugt bedient werden. Mit der Folge, dass für die übrigen Gläubiger – die sich ebenfalls in der Senior Tranche befinden – weniger Masse verbleibt.

Fazit: Der deutsche Unternehmensanleihesektor muss die Emittentenbedingungen endlich an internationale Gepflogenheiten angleichen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under

Angeknackster Preistrend

Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under. Copyright: Pixabay
Das Bauern Freud' ist des Investors Leid: Das gilt auch bei Agrarrohstoffen. Aktuell ist Weizen betroffen. Noch vor einem Monat sah es hier mit den Ernten düster aus. Doch es hat sich etwas geändert.
  • Fuchs plus
  • Kündigung eines Prämiensparvertrages

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind. Copyright: Pixabay
Prämienspar­verträge waren lange ein Sparkassen-Bestseller. Zusätzlich zum Zins erhält der Sparer eine jähr­liche Prämie, die mit der Lauf­zeit ansteigt. In Niedrigzins-Zeiten wird diese Prämie aber zur Belastung. Die Sparkassen kündigen nun alte Spar­verträge. Ist das zulässig?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EuGH verhängt finanzielle Sanktionen gegen Polen

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU?

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU? Copyright: Pixabay
Polens Regierung muss nun erstmals vom EuGH verhängte finanzielle Sanktionen hinnehmen. Der Anlass: Ein vom Nachbarn Tschechien betriebenes Verfahren um den Braunkohletagebau Turow. Das dürfte nur ein Testlauf sein für weitere Sanktionen im Streit um die Justizreform. Offenbar werden nun auch die Finanzmärkte davon beeinflusst.
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen

Evergrande erschüttert Rohstoff-Lieferanten – Renminbi bleibt unberührt

China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen. Copyright: Pexels
Seit Tagen ist die drohende Pleite des chinesischen Bauträgers Evergrande Marktgespräch. Es geht darum, die Schieflage und ihre Folgen möglichst treffsicher einzuschätzen. Die Devisenmärkte haben das (wie die Aktienmärkte auch) bereits getan.
Zum Seitenanfang