Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
640
Gold

Deutliche Abwärtsrisiken

Der Goldpreis stößt an eine kritische Grenze. Droht jetzt ein neuer Durchbruch nach unten?
Der Goldpreis bewegt sich zügig auf eine kritische Marke zu. Wird der Preis von 1.200 US-Dollar je Feinunze unterschritten, droht ein neuer schneller Rutsch bis auf 1.000 US-Dollar je Unze. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis weiter fällt, ist hoch. Denn die Goldnotierung wird hauptsächlich vom physischen Angebot und der realen Nachfrage bestimmt. Auf Basis aktueller Daten zeigt sich, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall weiter rückläufig ist. So kaufen beispielsweise die für den Markt wichtigen Abnehmer aus Indien seit der Einführung von Importbeschränkungen deutlich weniger Gold. Eine Aufhebung der Beschränkungen ist entgegen den Andeutungen des neuen indischen Premiers Narendra Modi noch nicht in Sicht. Da das Angebot von Gold stabil bleibt, sinkt unterm Strich der Preis. Die aktuelle Entwicklung des Goldpreises zeigt auch, dass das Edelmetall zwar ein Investment mit Krisenschutz-Charakter ist. Der wirkt allerdings nur in Finanzkrisen. Als die Märkte 2010 und folgende einen Zerfall der Eurozone fürchteten, notierte Gold auf dem Hoch bei 1.909 US-Dollar je Feinunze. Als EZB-Chef Mario Draghi jedoch glaubhaft versicherte, die EZB werde „alles tun, was nötig ist, um den Euro zu erhalten“, drehte der Goldpreis nach unten. In dem Maße, wie die akute Gefahr des Finanzkollaps verflog, schmolz auch der Goldpreis. Auf geopolitische Krisen reagiert Gold dagegen nur, wenn diese zu kontinentalen oder gar weltweiten Umbrüchen führen könnten. Die Ukraine-Kise reicht längst nicht aus, den Goldpreis deutlich nach oben zu bewegen.

Fazit: Die fortgesetzte konjunkturelle Erholung, die Aussicht auf steigende Zinsen (in den USA) und das wachsende Vertrauen in die Stabilität des globalen Finanzsystems werden den Goldpreis nach unten bewegen. Fällt Gold unter 1.200 US-Dollar je Unze, dürfte sich neuer Abgabedruck seitens institutioneller Investoren aufbauen. Dieser dürfte nicht schnell auf genügend private Nachfrage treffen. Nach oben ist der Preis bei 1.300 US-Dollar gedeckelt.

Meist gelesene Artikel
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
  • Peking verlagert den Schwerpunkt

Chinas Wirtschaftsdynamik lässt weiter nach

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft lässt in allen Sektoren sichtbar nach. Hintergrund sind aus unserer Sicht nachlassende fiskalische Impulse. Die Pekinger Führung nimmt andere Ziele in den Fokus.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
Neueste Artikel
  • Im Arbeitsvertrag besser keine Fehler machen

Boni für Betriebstreue richtig gestalten

Bonuszahlungen für Betriebstreue sind eine gute Sache. Aber bei der Gestaltung im Arbeitsvertrag gibt es Regeln, die Unternehmer unbedingt beachten sollten.
  • Die große Chance der SPD

Martin Schulz kann zeigen, ob er den Willen zur Macht hat

Gehen Martin Schulz und Andrea Nahles mit der SPD erneut in eine GroKo? Copyright: Picture Alliance
Das Schicksal der Republik liegt nun in den Händen des zweitgrößten Wahlverlierers: der SPD. Schnelle Pöstchen oder etwas später die ganze Macht – das ist jetzt die Option des Martin Schulz.
  • Anspruch auf Ruhetag pro Siebentageszeitraum

Frei nach zwölf Tagen

Laut Urteil des Europäischen Gerichtshof sind bis zu 12 Tage Arbeit am Stück rechtens.
Zum Seitenanfang