Wie geopolitische Spannungen und Marktbewegungen wirken
Der Goldpreis steht seit Mitte März deutlich unter Druck. Trotz Krieg im Nahen Osten und volatilen Aktien- und Ölmärkten konnte das Edelmetall seinen krisentypischen „sicheren Hafen-Status“ bislang nicht ausspielen. Im Gegenteil: Seit Ausbruch des Krieges im Iran ist der Goldpreis von rund 5.400 US-Dollar je Feinunze Anfang März um in der Spitze rund 25% auf im Tief 4.100 US-Dollar je Feinunze eingebrochen.
Wichtig für alle Charttechniker und Trendfolger: Exakt an der 200-Tage-Linie wurde der Kurseinbruch gestoppt und der Goldpreis drehte wieder nach oben ab. Aus technischer Sicht hat Gold mit diesem Rücksetzer also seinen Aufwärtstrend bestätigt.
Verschiedene Faktoren wirken
Es sind verschiedene Faktoren, die gerade auf dem Goldpreis lasten. Zum Einen darf man nicht vergessen, dass Gold (neben Silber) die performancestärkste Assetklasse 2025 war und hier entsprechend viele Investoren auf Buchgewinnen sitzen, die dann gern einmal in bare Münze getauscht werden, wenn es an den Aktienmärkten ungemütlich wird und bei manchem Marktteilnehmer plötzlich Nachschussforderungen gestellt werden, um Positionen nicht liquidieren zu müssen.
Zum Anderen war vor allem die türkische Zentralbank jüngst auf der Verkaufseite zu finden. Einem Bloomberg-Bericht zufolge sind die Goldreserven der türkischen Zentralbank in den zwei Wochen bis zum 20. März um fast 60 t gesunken. In der zweiten Woche fielen sie um 50 t, was dem stärksten Wochenrückgang seit sieben Jahren entspricht. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, wurde ein Großteil der Reserven über Swap-Geschäfte gegen ausländische Devisen oder Lira getauscht.
Türkei ist am Markt aktiv
Darüber hinaus wurde eine gewisse Menge auch direkt am Markt verkauft. Bloomberg hatte bereits zuvor berichtet, dass die türkische Zentralbank Gold aus den Tresoren der Bank of England gegen ausländische Devisen tauschen könnte, um die Lira zu stützen. Die Swapgeschäfte stellen keinen Verkauf dar, solange die Gegenpartei das Gold nicht verkauft. Das Gold könnte von der Zentralbank später auch wieder zurückgetauscht werden. Den starken Preisrückgang in diesem Monat kann dies also nur bedingt erklären. Allerdings war die türkische Zentralbank zuvor ein Netto-Käufer, der nun fehlt. Die getätigten Verkäufe könnten den Verkaufsdruck versärkt haben, der von den ETF-Abflüssen ausging. Insgesamt sumieren sich diese in diesem Monat bereits auf mehr als 85 t.
Fazit: Die jüngste Goldpreiskorrektur bietet mittel- und langfristig orientierten Anlegern erneut eine gute Einstiegsgelegenheit. Der Goldpreis hat genau auf seinem langfristigen Trend wieder nach oben gedreht. Sondereffekte wie der Gold-Verkauf durch die türkische Zentralbank ebben ab.
Empfehlung: Mit Xetra-Gold (ISIN: DE 000 A0S 9GB 0) gelingt die Goldanlage einfach, schnell und kostengünstig.