Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1674
Drei Modelle zur Reform der Grundsteuer

Bundesländer und Bund bei Grundsteuer noch nicht einig

Die Vorbereitungen zur Neufassung der Grundsteuer haben begonnen. In der Beurteilung sind drei Modelle, die zwischen den Bundesländern und dem Bund noch umstritten sind.

Die vom Bundesverfassungsgericht erzwungene Neuordnung der Grundsteuer wird Zeit brauchen. Die Neuregelung soll bis zum 31.12.2019 kommen. Früher wird es wohl auch nicht. Die alte Regelung kann dann noch bis höchstens Ende 2024 dauern. Im Osten hätte die alte Besteuerungsgrundlage dann 89 Jahre Bestand gehabt, im Westen 60 Jahre. Wir skizzieren, was auf Sie zukommen könnte:

  • Modell 1: eine Selbsterklärung des Grundsteuerpflichtigen. Sie enthält u.a. Angaben zur Grundstücksgröße und zum Bodenrichtwert sowie zur Nutzfläche und zum Baujahr des Gebäudes. Auf der Basis der vom Grundsteuerpflichtigen gemachten Angaben könnte sehr verwaltungsarm ein Grundsteuerbescheid erstellt werden; im Regelfall halbautomatisch, wie derzeit schon bei der Einkommensteuererklärung üblich.
  • Modell 2: verschiedene Ermittlungen der Verwaltung. Hierbei handelt es sich um die derzeit wahrscheinlichste Variante. Dabei wird der Verkehrswert von Grundstücken und Gebäuden anhand der Daten der Finanz- und Katasterämter ermittelt. Zweitens werden pauschal Grundstücks- und Gebäudeflächen ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Grundstücks- und Gebäudewerte ermittelt. Weder der individuelle Grundstückswert noch der individuelle Gebäudewert hat bei diesem Vorschlag für die Besteuerung irgendeine Bedeutung.
  • Modell 3: Hier bei handelt es sich um ein Mischmodell. Es zieht Bodenrichtwerte und eine rein gebäudeflächenabhängige Komponente heran.

Der Bund plant eine einheitliche Regelung

Offenbar planen Bund und Länder ein Bundesgesetz. Das bedeutet, dass es eine einheitliche Regelung in ganz Deutschland gibt. Die Kommunen könnten dann die Steuer über Hebesätze, die Bundesländer über Anpassungen an die Grunderwerbsteuer modifizieren.

Die Koalition will eine kostenneutrale Reform. Nach 2021 gilt diese Zusage natürlich nicht mehr. Laufende Anpassungen alle sechs Jahre, wie schon 1964 vorgesehen, dürften die Folge sein.

Doch es gibt noch anderslautende Bestrebungen. Das Land Thüringen spricht von einem Gerechtigkeitsfaktor. Dahinter könnte sich ein »Ostmodell« verbergen. Demnach werden Ostimmobilienbesitzer, die am 18. Oktober 1989 in der DDR wohnten, steuerlich besser behandelt, als die danach zugereisten Immobilienkäufer aus dem Westen. Die zahlten ja eine deutlich niedrigere Steuer als zuhause.

Fazit: In vielen Gemeinden wird die Grundsteuer im Ergebnis nicht wesentlich höher ausfallen. Eine gewichtige Ausnahme ist Berlin (vor allem die östliche Innenstadt) und seine Randregionen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang