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Immobilienmärkte International

Gewitter am Hypothekenmarkt

Geld und Immobilien. © minicase / stock.adobe.com
Auf den internationalen Finanzmärkten braut sich das nächste Gewitter zusammen. Und wieder sind die Immobilienmärkte und Banken ein Auslöser des absehbaren Sturms. Die Immobilienpreise, aufgepumpt in den Zeiten „leichten“ Geldes, fallen inzwischen in zahlreichen wichtigen Ländern kräftig bis rasant.

In vielen Ländern fallen die Immobilienpreise wegen der anziehenden Zinsen - teil sogar seit Monaten und kräftig. In den Vereinigten Staaten sinken die Immobilienpreise seit sieben Monaten ohne Unterbrechung. Das gab es zuletzt 2012. Der S&P CoreLogic Case-Shiller National Home Price Index fiel im Januar gegenüber Dezember saisonbereinigt um 0,2%. Der Index misst landesweit die Immobilienpreise. Auch in Kanada gehen die Immobilienpreise seit Monaten kräftig zurück. 

Auslöser sind die steil steigenden Zinsen, zumal sowohl in den USA als auch in Kanada viele Hypotheken flexibel oder kurzfristig finanziert sind. Hier wirkt sich der Zinsanstieg sehr direkt und kräftig aus. Die steigenden Kurzfristzinsen belasten das verfügbare Einkommen von Monat zu Monat höher. Aber auch am langen Ende ist der Zinsanstieg in den USA spürbar. Laut US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac lag der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek in der Woche zum 23. März bei 6,42%, gegenüber 4,42% im Vorjahr. 

Märkte mit kurzfristigen Hypotheken besonders unter Druck

Der Immobilien-Preisverfall hat auch Europa erreicht. Denn auch in vielen europäischen Ländern (England, Skandinavien bspw.) sind Kredite mit flexiblen Zinsen die Regel. Hinzu kommen hier noch extrem gestiegene Energiekosten, plus oftmals anstehende ungeplante Sanierungskosten für die Heizung. 

In Schweden führt das derzeit bereits zu einer Überschuldung zahlreicher Immobilienbesitzer. Das treibt das Angebot an Häusern hoch und drückt die Preise runter. Der Preisindex für schwedische Wohnimmobilien von der SEB ist auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise gefallen. Die Riksbank erwartete bereits im Juni 2022, dass die Immobilienpreise in Schweden bis Ende 2023 um 16% fallen werden. In der Region um Stockholm hat sich der monatliche Rückgang der Wohnungspreise auf fünf Prozent beschleunigt. Auf Dreimonats-Sicht lag das Minus bei zehn Prozent. Die Häuserpreise in der Region sind im Dreimonats-Durchschnitt um sechs Prozent gesunken.

Deutschland und die Schweiz reagieren verzögert

In Deutschland und der Schweiz werden diese Entwicklungen mit Verzögerung und nicht ganz so stark eintreffen. Denn in beiden Ländern sind Immobilienkredite oft sehr langfristig gebunden und mit relativ hohen Eigenkapitalquoten unterlegt. Die Preise für Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser sanken laut Statistischem Bundesamt im 4. Quartal durchschnittlich um 3,6% zum Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal war der Rückgang mit minus 5,0% allerdings größer. Das deutet auf eine Beschleunigung des Preisverfalls hin.  Strukturell trifft das zusammen mit einer sich kontinuierlich aufbauenden Verkaufswelle aus Erbschaften, die dann ebenfalls auf die Preise drückt.

Fazit: Die Preise auf wichtigen internationalen Immobilienmärkten fallen. Die steigenden Zinsen drücken dort besonders kräftig auf die Preise, wo es viele Hypotheken mit variablen Zinsen gibt (USA, Kanada, Nordeuropa). Die Immobilienmärkte in Deutschland und der Schweiz sind weniger zinssensitiv, aber strukturell (demographisch) kritischer.
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