Korruptionsfälle auf den Kanaren
Bei Investitionen in den Immobilien-, Energie- und Urlaubssektor auf den Kanaren ist aufzupassen. Sie sind in Teilen immer noch in die Bau- und Kreditsünden der Finanzkrise 2011 verwickelt. Während im Rest Spaniens weitgehend aufgeräumt wurde, bestätigt eine Studie der Universität Barcelona, dass es zwei Stunden vom Festland so viele offene Korruptionsfälle in den Gemeinden gibt, wie nirgendwo anders im Land.
Ausländerfeindliche richterliche Entscheidungen werden von einem britischen privaten Investor gegenüber FUCHSBRIEFE angesprochen. Der Hotelunternehmer klagt eine Korruptionsstruktur aus Justiz, lokalen Bauherren, Politikern, Private Equity-Firmen und Hotelinhabern an. Betroffen seien vor allem Lanzarote und Gran Canaria. In einem Kontext, wo die Proteste der 2,2 Mio. Kanaren gegen Massentourismus wachsen, sind solche Negativschlagzeilen besonders brisant.
Ausländische Zugänge verändern die Preisdynamik der Immobilien
Durch den Erfolg der Kanaren wird für die Einheimischen mit Durchschnittslöhnen von 1500€ im Monat das Wohnen unerschwinglich. Die nach der Pandemie angeworbenen Digitalnomaden erreichen auf den Kanaren beinahe die 100.000. Sie trugen dazu bei, dass sich der Kaufpreis bei Immobilien in zehn Jahren auf rund 2.816 €/m² verdoppelt hat und die Mieten inzwischen im Durchschnitt bei 16,16 €/m² liegen.
Wachsende Probleme kündigen sich an. Zu den fast 7 Mio. ausländischen Touristen, die in diesem Jahr auf den Inseln angekommen sind, kamen bis Mai nach Angaben von Acnur fast 20.000 Migranten mit dem Boot vom gegenüberliegenden Afrika hinzu. Die kanarische Regionalregierung ist komplett überfordert, weil sie nicht über die nötigen Infrastrukturen und finanziellen Mittel verfügt.
Fazit: Wer ein Ferienhaus vor zehn Jahren auf den Kanaren gekauft hat, kann es jetzt mitunter doppelt so teuer verkaufen. Es gibt jedoch viele undurchsichtige Finanz- und Besitzerkonstrukte, vor allem bei Objekten aus der Insolvenzmasse 2011 bis 2014.