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Tourismusboom und Widerstand: Spaniens Hotelmarkt

Spanien wird zum Magneten für Hotel-Investitionen

Kathedrale Santa Maria auf Palma, Mallorca © Vladislav Zolotov / Getty Images / iStock
Der spanische Hotelmarkt zieht Investoren an wie nie zuvor. Doch hinter dem Boom verbergen sich Herausforderungen. Mit steigenden Immobilienpreisen und wachsendem Widerstand gegen den Tourismus steht die Branche vor einer komplexen Zukunft. Welche Regionen bieten Chancen, welche Risiken? Der Markt ist in Bewegung, aber nicht ohne Hürden.

In Spanien insgesamt stieg im Juli der Quadratmeterpreis für Ferienwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13% auf 2.071 Euro. Seit der Pandemie strömen internationale Investoren massiv auf den spanischen Hotel- und Ferienimmobilienmarkt. Der Grund: Nirgendwo wächst der Tourismus derzeit stärker. Das Land verzeichnet im ersten Halbjahr 2024 ein Investitionsvolumen in Hotels von 1,5 Mrd. Euro. Das Gesamtjahr soll mit einem Volumen von über 4,2 Mrd. Euro abschließen.

Informationen über zum Verkauf stehende Objekte bekommen Anleger über verschiedene Investitionsberatungen wie Cushman & Wakefield. Ein Ansprechpartner für deutsche Interessenten ist auch der Makler Engel & Völkers. Eine weitere Option ist es, in spanische REITS zu investieren, sog. SOCIMI Sociedades Anónimas Cotizadas de Inversión Inmobiliaria). Der Erwerb von Anteilen ist steuerlich sehr interessant. Voraussetzung dafür ist, dass Sie in Spanien voll steuerpflichtig sind.

Risiken beachten

Investoren sollten nicht unüberlegt in den spanischen Markt gehen. Denn es gibt, wie anderswo auch, zunehmende Proteste gegen den Tourismus. Vor allem auf den Kanaren, Balearen und in Katalonien sind diese massiv. Die linke Stadtregierung in Barcelona hat sich zum Ziel gesetzt, die Urlaubswirtschaft zurückzudrängen. Gebäude in Hotels oder Appartementanlagen umzuwandeln, wird auf Mallorca und in Katalonien immer schwieriger. Investoren weichen deswegen seit geraumer Zeit nach Valencia und Madrid aus. Dort sind Lizenzen für neue Hotel- und Ferienwohnungen leichter zu erhalten. 

Urlaub in Spanien wird immer teurer. Das ist zweischneidig. Übernachtungen kosten derzeit im Durchschnitt 150 Euro. Das macht Investitionen in den Sektor interessant. Andererseits verliert Spanien bei niedrigeren Einkommensgruppen gegenüber Destinationen wie Portugal oder der Türkei an Attraktivität.

Problem: der undurchsichtige Rechtsrahmen

Ein Problem für unerfahrene Investoren ist der undurchsichtige Rechtsrahmen. Der auf Mallorca arbeitende deutsche Immobilien-Rechtsanwalt Tim Wirth warnt: "Jeder Investor sollte sich genau anschauen, was lokal und regional steuerlich sowie rechtlich gilt." Die Lage sei über die Jahre in den 17 autonomen Regionen und Städten Spaniens immer unübersichtlicher geworden. Die Auflagen für die Klimafreundlichkeit und Sicherheit von renovierten Gebäuden sind in Spanien jedoch deutlich geringer als in Deutschland.

Fazit: Spaniens Hotel- und Ferienwohnungsmarkt bleibt für Investoren interessant. Der Erfolg eines Investments hängt jedoch sehr von der lokalen Tourismus-Politik ab. Die Rentabilität ist sehr unterschiedlich, je nach Lage und Zustand.

Empfehlung: Besonders gut läuft der Tourismus auf den Kanaren. Sie sind damit als Ganzjahresziel reizvoll. Hotels und Ferienwohnungen versprechen dort eine hohe Auslastung. Am freundlichsten verhält sich die Madrider Regionalpolitik gegenüber Investoren.

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