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Kunstmarkt

DDR-Künstler für ein Portfolio

Der Markt "DDR-Kunst" lohnt einen genaueren Blick des Investors.
Warum DDR-Künstler für Sammler attraktiv sind, haben wir in an dieser Stelle im April erläutert. Heute wollen wir Ihnen Künstler vorstellen, die sich gut für ein privates Portfolio eignen. Seit Beginn der 50er Jahre differenzierten sich die Kunst-Stile in der DDR stark aus. Einerseits führten die Kunsthochschulen und Akademien Traditionslinien fort (Hochschule für Bildende Künste Dresden). Andererseits entstanden neue Einrichtungen (Kunsthochschule Berlin-Weissensee; Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle). Außerdem wurden viele neue Kultur- und Kunsteinrichtungen gegründet, z. B. Galerien des Kulturbundes und des Kunsthandels. Die längste Tradition hat die „Dresdner Schule“. Die prägenden Linien von C. D. Friedrich bis zur expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke“, aber auch Otto Dix hatten maßgebenden Einfluss. Namhafte Vertreter sind z. B. Hans Jüchser, Wilhelm Lachnit, Theodor Rosenhauer, Albert Wigand, Ernst Hassebrauck, Hans Kinder, Paul Wilhelm, Johannes Heisig, Kurt Querner, Jürgen Wenzel, Eberhard Göschel. Werke von Hassebrauck, Wilhelm Rudolph und Paul Wilhelm aus der Dresdner Malschule sind günstig. In Chemnitz gingen die Künstler der Gruppe „Clara Mosch“ einen der Moderne zugewandten Weg. Gründer der Gruppe waren Carl-Friedrich Claus, Michael Morgner, Thomas Ranft und Dagmar Ranft-Schinke. Insbesondere die Papierarbeiten von Claus sind nicht mehr günstig, aber noch lohnend. Zu den international bekanntesten Vertretern von DDR-Kunst zählen Künstler der „Leipziger Schule“. Im Umfeld der Hochschule für Grafik und Buchkunst, fußend auf Traditionen von Beckmann und Klinger, entwickelten sich eine auf der klassischen Zeichnung gründende grafisch-sachliche Bildauffassung (Werner Tübke, Arno Rink, Ulrich Hachulla) und eine expressive, sinnenfrohe Malkultur (Bernard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Uwe Pfeifer, Willi Sitte, Hartwig Ebersbach). Diese Traditionslinien wurden von der zweiten Generation der Leipziger übernommen und weiterentwickelt. Hier fallen besonders Michael Triegel, Olaf Teichmann und Gero Künzel auf. Die Leipziger Schule ist eine fest im Kunstmarkt etablierte Größe. Besonders die Galeristen Gerd Harry Lübke und Karl Schwind trugen zum kommerziellen Erfolg der Leipziger Schule bei. Diese Schule hat bereits ein hohes Preisniveau erreicht. Eine Sonderrolle kommt der Berliner Malerei zu. Ostkünstler studierten z. T. noch an der Universität der Künste im Westteil der Stadt, Westberliner kamen in die Hochschule Weissensee. Die Stadt wurde so zum Schmelztiegel verschiedenster Stilistika. Die Ostberliner Malerei zeichnete sich durch die Verweigerung einer Vereinnahmung durch die reine Abbildfunktion des sozialistischen Realismus, aber auch der westlichen Abstraktion aus. Namhafte Vertreter sind u. a. Harald Metzkes, Manfred Böttcher, Hans Vent, Wolfgang Leber, Konrad Knebel, Manfred Pietsch und Dieter Goltzsche. Insbesondere Harald Metzkes, Hans Ticha, Lothar Böhme und Klaus Roenspiess haben eine eigene Bildsprache gefunden. Werke von Konrad Knebel, Manfred Pietsch, Klaus Roenspiess und Harald Metzkes sind attraktiv bewertet.

Fazit: Die facettenreiche DDR-Kunst bietet Sammlern viele aussichtsreiche Investitionsmöglichkeiten. Wer in diesem Segment Geld anlegen will, sollte sich für eine fair bewertete Stil-Richtung entscheiden. Allerdings sollten die Werke auch gefallen – wie immer bei Kunstinvestments.

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