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Kunstmarkt

Die Marken-Macher

Macht am Kunstmarkt: Galerien | © Getty
Der Einfluss von Museen und Galerien auf dem Kunstmarkt steigt. Das hat für Sammler Vor- und Nachteile.
Galerien und Museen übernehmen immer stärker die Rolle von Marken-Machern. Damit beeinflussen sie massiv die Preise. Nur Künstler, die – am besten international – ausgestellt werden, haben das Potenzial, zu einer gefragten Marke zu werden. Damit gehen dann Aufmerksamkeit, Ruhm und auch steigende Preise einher. Das wiederum liegt im Interesse der Galerien, Museen und Auktionshäuser. Befördert wird diese Rolle durch die knappen öffentlichen Finanzen, die für Kultureinrichtungen bewilligt werden. Diese Einrichtungen sind darum zunehmend bestrebt und gezwungen, mehr Geld selber zu erwirtschaften. Das gelingt am besten durch öffentlichkeitswirksame Ausstellungen mit hoher Besucherresonanz. An dieser Stelle kommen Museen, Sponsoren, Sammler, Händler und Galeristen ins Spiel. Finanzstarke Sammler, Galerien und Sponsoren nehmen Einfluss auf die konzeptionelle Ausrichtung der Museen. Häufig liefern solche global tätigen Unternehmen komplette Ausstellungskonzepte (vom Objekt über das Merchandising bis zum Katalog) ans Museum. Das dient dazu, das Preisniveau der vertretenen Künstler abzusichern. Hier steht die Wertsicherung der eigenen Kunstbestände oft im Mittelpunkt. Interessante, aber weniger bekannte Künstler haben kaum eine Chance, dagegen zu konkurrieren, da die meisten Museumsadministrationen vermeintlichen Aufwand sparen können. Das sollten Sammler berücksichtigen. Da viele Künstler lange Zeit unter dem Radar und unbekannt bleiben, sind sie auch lange Zeit preiswert. Das kann für Liebhaber eine Chance sein, wenn sie selber Künstler (für sich) entdecken. Ein guter Ort dafür sind kleinere Galerien. Ob diese Künstler aber auch den Sprung auf die Ebene der breiten öffentlichen Wahrnehmung schaffen, ist ungewiss. Genau davon hängt es aber ab, ob ein Kunstwerk überhaupt Preissteigerungspotenzial hat. Der Verkaufserfolg von Kunstwerken wird somit zu einem Netzwerk-Phänomen. Wer zu Investitionszwecken kauft, wird eher bei bereits bekannten Künstlern aktiv. Hier gibt es schon eine gewisse Preiskurve, die mit der Bekanntheit der Künstler korreliert. Wichtigste Aufgabe für den Investor ist es, nun abzuschätzen, ob diese aufsteigende Kurve noch weiteren Bestand haben wird – und wie lange. Davon hängt der Erfolg des Kunst-Investments ab. Wem es nicht in erster Linie auf Rendite ankommt, der kann seinen Horizont ruhigen Gewissens auf unbekanntere Künstler ausweiten.

Fazit: Kunst wird immer stärker zu einem Konsumgut gemacht. Befördert wird das durch Galeristen, Museen und Sponsoren. Sammler und Investoren sollten diese Marktmechanismen kennen und bei Kaufentscheidungen berücksichtigen. Wer günstig kaufen möchte, muss abseits des Mainstream suchen. Er hat dann aber auch gute Chancen auf überdurchschnittliche Wertsteigerung.

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