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Kunstmarkt

Expressionisten der zweiten Reihe

Werke der Künstlergruppe "Die Brücke" lohnen den genaueren Blick des Anlegers.
Die Werke der deutschen Expressionisten durchleben auf den internationalen Auktionen gewaltige Preisschübe. Werke von Max Beckmann, August Macke und Emil Nolde gehören mittlerweile zu den ganz Großen der modernen Kunst. Ihre buntfarbenen expressionistischen Gemälde sind Anlegern und Sammlern hohe sechs- bis siebenstellige Summen wert. Im Schatten der großen Namen, dafür aber auch noch mit Preispotenzial, stehen die Werke der 1905 in Dresden gegründeten Expressionistengruppe „Brücke“. Ihre Gründer waren Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel. 1906 stießen Otto Mueller (wegen seiner bunten Darstellungen aus der Zirkuswelt sowie fahrender Völkchen „Zigeuner-Mueller“ genannt) und 1908 Max Pechstein dazu. Ihre Gemälde riefen damals so manchen Sturm der Entrüstung hervor. Es wurde viel Nachteiliges, ja Beleidigendes über die „Brücke“ diskutiert. Doch für die Künstler war das eher ein Ansporn. Sie gingen ihre nächsten Werke noch expressionistischer und plakativer an. Die für die moderne deutsche Kunst wegweisende Gruppe fiel allerdings nach 1911 rasch auseinander und wurde 1913 aufgelöst. Die Künstlergruppe gilt heute als Wegbereiterin des deutschen Expressionismus. Allerdings war ihr Start von enormen Schwierigkeiten geprägt. Die erste Ausstellung am 24. September 1906 war ein Mißerfolg. Die Gemälde und Grafiken waren dem konservativen und monarchisch geprägten Dresdner Publikum zu provokativ. Von Kritikern wurden die Künstler gar als „Hottentotten im Frack“ bezeichnet. Nach 1933 wurden die Gemälde der Gruppe gar als „entartete Kunst“ eingestuft. Daraufhin wurden einige Werke ins Ausland verkauft oder dort versteigert. Tausende Werke wurden aber auch öffentlich verbrannt. Allein von Ernst Ludwig Kirchner, der bereits während des 1. Weltkrieges in die Schweiz umgesiedelt war, wurden über 600 seiner Arbeiten vernichtet. Da abertausende Werke der „Brücke“ so unwiderruflich verloren sind, ist das Segment für Sammler interessant. Das Angebot ist recht schmal und daher die Wahrscheinlichkeit von Preissteigerungen recht gut. Allerdings ist es relativ selten, dass ein Einzelblatt- bzw. -gemälde auf den Markt kommt. Am häufigsten ist dieses beim Kurzzeitmitglied Emil Nolde der Fall. Dessen Gemälde sind in den vergangenen zwanzig Jahren mindestens um das Zwanzigfache gestiegen, und Nolde-Werke gehören häufig zu den Stars von Auktionen. Viele Werke anderer Brücke-Künstler sind aber noch lange nicht so stark im Preis gestiegen. Bei Versteigerungen von Druckgrafiken dieser Gruppe liegen die Aufrufe pro Blatt zwischen 4.000 und 6.500 Euro. Allerdings dürfte der Zuschlag für solche Stücke zwischen 20.000 und 30.000 Euro erfolgen. Auch das sind aber noch gute Preise, die ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial bieten. Auffällig ist bei Brücke-Künstlern zudem, dass diese Werke oft längere Zeit besessen werden. Selbst Erbstücke werden vielfach von der jüngeren Generation weiter gehalten und nicht sofort wieder verkauft.

Fazit: Die Werke der Künstlergruppe „Brücke“ begründen den deutschen Expressionismus. Zwar ist das Angebot relativ gering. Aber es gibt immer mal wieder Auktionen, auf denen Gemälde oder Grafiken versteigert werden. Werke von Nolde sind inzwischen relativ teuer. Die Künstler der zweiten Reihe sind aber weitgehend günstig zu kaufen und haben mittelfristig noch Potenzial für interessante Preissteigerungen.

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