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Kunstmarkt

Kunst-Arbitrage auf Auktionen

Die meist intransparente Preisbildung am Kunstmarktbietet interessante Möglichkeiten.
Kunstkäufer können sich die Besonderheiten des Kunstmarktes zunutze machen und Kunst-Arbitrage betreiben. Das kann sehr lukrativ sein. Denn die Preisbildung am Kunstmarkt ist meist intransparent. Eine liquide Börse, an der Kunstwerke gehandelt werden und somit faire Preise entstehen, gibt es nicht. Das liegt schon daran, dass Kunstwerke eben einzigartig sind. Die Preise einzelner Kunstwerke hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Das betrifft einerseits das Kunstwerk selbst (Gattung, Historie usw.). Aber auch das individuelle persönliche Interesse des Käufers spielt eine große Rolle. Hinzu kommt der Verkaufsmechanismus Versteigerung, bei dem aufgrund der Dynamik des Verkaufsprozesses ein erheblicher Einfluss auf den Preis besteht. Die regionalen Preisdifferenzen für Kunstwerke können gravierend sein. Das zeigt beispielhaft ein Blick in den Katalog für eine jüngere Auktion eines Berliner Aktionshauses. Während der Versteigerung wechselte z. B. eine gerahmte Bleistiftzeichnung des Münchener Künstlers Alexander Köster (auch als „Enten-Köster“ bezeichnet) für knapp 300 Euro den Besitzer. Wer sich auskennt, der weiß: Köster hat fast nur Ölgemälde geschaffen. Und in München werden für ein Köster-Enten-Bild nicht weniger als 5.000 Euro verlangt – und gezahlt. Ein anderes Beispiel sind die Radierungen des ebenfalls süddeutschen Künstler Hans Thoma. Was in Berlin für 80 Euro angeboten wird und für 120 Euro über den Tisch geht, ist bayerischen Sammlern mindestens das Fünffache wert. Auch international gibt es hohe Preisdifferenzen. Eine Rembrandt-Radierung (wahrscheinlich vom Vater des bekannten Künstlers) in seiner üblichen Größe 10,2 x 8,2 cm wurde für eine Auktion mit einem Aufrufpreis von 700,– Euro festgesetzt. In Sammlerkreisen ist bekannt, dass solche Werke in London, New York oder Tokio für mindestens 5.000 Euro ausgerufen werden. Teilweise ist auch relevant, wo bestimmte Werke gehandelt werden. Maritime Kunst beispielsweise lässt sich deutlich teurer in Städten verkaufen, die einen historischen Bezug zu dieser Thematik haben. So können z. B. in Berlin drei Schiffsdarstellungen des Engländers Edward Duncan gelegentlich für zusammen 120 Euro gekauft werden. In Hamburg, Amsterdam oder London würde diese Position höchstwahrscheinlich das fünf- bis achtfache einbringen. Auch Moden spielen bei den regionalen Kunstmärkten eine wichtige Rolle. So werden seit einigen Jahren in Zürich russische Maler stark nachgefragt. In Berlin wurde von Alexander Orlowsky (1777 – 1832), Mitglied der Akademie St. Petersburg, ein bewegtes Ölgemälde (43 x 43 cm) gesehen. Bei einem Preis von 500 Euro kann ein Anleger nicht viel falsch machen. In Zürich bringt das Bild sicher das zwanzigfache, wahrscheinlich sogar mehr.

Fazit: Wer mit Kunst relativ schnell Rendite machen möchte, kann sich die Mechanismen der Arbitrage zunutze machen. Gute Kenntnisse des Marktes (regionale Besonderheiten, spezielle Nachfrage) sind zwingend. Der Aufwand für die Recherche kann aber reichlich belohnt werden – und die Beschäftigung mit der Materie viel Spaß machen.

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