Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
259
Bronzefiguren im Trend

Kunstmarkt: Kitsch als Wertanlage

Im Trend: Bronzefiguren | © Getty
Bronzefiguren sind unverwüstlich - für den Kunstmarkt werden sie gerade neu entdeckt.
Klassische Bronzefiguren werden am Markt für Antiquitäten und Kunst neu entdeckt. In aller Stille haben sich die Preise für solche Kunstwerke bereits im vergangenen Jahr erheblich nach oben bewegt. Ein Ende dieser Aufwärtsbewegung ist noch nicht absehbar. Denn noch ist das Preisniveau moderat. Besonders gefragt sind die typischen Bronzedarstellungen von Menschen oder Tieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie eigenständig oder auf soliden Marmorsockeln angebracht sind. Besonders begehrt sind bei Sammlern ca. 25 cm bis etwa 1,50 Meter große unbekleidete, halbbekleidete oder in Gewänder gehüllte weibliche und männliche Figuren sowie Tierdarstellungen aus der europäischen Mythologie. Die meisten dieser Stücke wurden bis 1939 gegossen. Solche Figuren galten über viele Jahrzehnte als verkitschte Staubfänger. Das Image hat sich aber gehörig gewandelt und die Nachfrage steigt aktuell weiter an. Zugleich ist das Angebot ziemlich beschränkt. Die große Masse solcher Figuren ist aufgrund des hohen Bronzebedarfs im Zweiten Weltkrieg Einschmelzungen zum Opfer gefallen. Aussichtsreiche Künstler gibt es einige. Bekanntere Namen sind Franz Iffland, Otto Poertzel, der Franzose Etienne Henry Dumaige und der Österreicher Leopold Steiner. Die Preise des Bronzegießers Steiner bewegen sich seit geraumer Zeit im flotten Aufwärtstrend. Eine seiner Figuren („Krieger mit Putto“) hat es derzeit auf knapp 20.000 Euro geschafft. Vor fünf Jahren war sie nur die Hälfte wert. Ähnlich ist die Entwicklung bei den Skulpturen von Poertzel, allerdings noch auf niedrigerem Niveau. Für 2.300 Euro können diese gekauft werden. Vor fünf Jahren lagen sie bei 1.100 Euro. Diese Preisbeispiele sind repräsentativ für den breiten Markt. Dennoch finden Einsteiger auch günstigere Angebote. Ein „Borghesischer Fechter“ (deutsch, Gießer unbekannt) aus der Zeit um 1900 bis 1910 ist schon für 220 Euro zu haben (Maße: 23 x 16 cm). Daneben haben wir eine von Grundmann signierte Bronzefigur von 1910 ausgemacht („kleines Mädchen balanciert auf Rollschuhen“, 17 cm hoch), die 180 Euro kostet. Insbesondere wenn die Künstler unbekannt sind, liegen die Preise ihrer Skulpturen deutlich tiefer. Preisssteigerungspotenzial gibt es für solche Figuren natürlich auch. Das dürfte nach allen Regeln des Kunstmarktes aber geringer sein als bei bekannten Namen. Ein Vorteil für Investoren ist die relative Unverwüstlichkeit von Bronzefiguren. Im Gegensatz zu Porzellan oder auch Holzskulpturen sind sie recht robust. Das stützt die Preise auch über lange Zeit. Investoren sollten wissen, dass Bronzefiguren in der Regel monogrammiert sind. Originale sind somit auch für Laien leicht am Gießereistempel im Sockel zu erkennen. Übrigens: Nachgüsse mit Künstlersignatur sind nur unwesentlich billiger und gelten auch nicht als Fälschung.

Fazit: Kunst darf kitschig sein. Wertsteigerungen steht das nicht im Weg.

Meist gelesene Artikel
  • Aktien

Neue Hochs voraus

Die US-Notenbank wird 2018 ihre Zinsen wohl anheben und die Anleihenkäufe reduzieren. Das wird nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen.
2018 beginnt vielversprechend. Der Dow wird von den Auswirkungen der Steuerreform getrieben, der DAX fährt in seinem Windschatten. Die Rally des Vorjahres wird fortgesetzt. Im Verlauf des Jahres dürfte es jedoch turbulenter zugehen.
  • Technik – Neuentwicklungen

Innovationen 2018

VR-Brillen kommen in Deutschland nicht so gut an, wie erwartet. Copyright: Picture Alliance
Besonders aktiv ist die Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien. 2018 werden erstmals schwimmende Windparks gebaut. Eine neue Batterietechnik ermöglicht eine günstige Stromspeicherung und die ersten praktikablen Elektroautos von Großserienherstellern kommen auf den Markt.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Raiffeisen Privatbank kommt oft ohne Begründungen aus

Mit insgesamt 74,9 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG ein Gut und Platz 16 in der Gesamtwertung.
Die Raiffeisen Privatbank in Liechtenstein sendet uns ein präzises Protokoll mit den Inhalten des Gesprächs während unseres Besuchs, danach einen Strategievorschlag mit einem Anlagevorschlag für das neue Portfolio. Dabei bleiben jedoch einige Fragen offen;  in einem Aspekt arbeitet das Haus dann aber wieder vorbildlich. 
Neueste Artikel
  • Autoindustrie – Mehr Druck auf Autohandel

Vertrieb vor großen Veränderungen

Die Nachfrage bei stationären Autohändlern sinkt. Copyright: Picture Alliance
Eine Mehrheit der europäischen Automanager erwartet, dass bis 2025 30 bis 50% der Auto-Händler untergehen. Neuwagenverkäufe werden zunehmend im Internet getätigt, die Hersteller testen neue Vertriebsformen...
  • Anbieter mit technischen Problemen

ETX Capital

Der Anbieter hat ein breites Trading-Spektrum, das allein reicht aber nicht.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Julius Bär Europe vergisst die Diskussion

Mit insgesamt 74,3 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Julius Bär Europe AG ein Gut und Platz 18 in der Gesamtwertung.
Die deutsche Tochter der Bank Julius Bär legt ein gut verständliches Dokument als Anlagevorschlag vor. Doch an der entscheidenden Stelle verweigert die Bank die versprochene „Diskussion".
Zum Seitenanfang