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Kapitalanlage am Kunstmarkt

Malerei: Schönheitsideal und Rendite

Das Schönheitsideal wandelt sich. Das wirkt auf den Kunstmarkt - und auf die Rendite bei Anlageobjekten.
Was ist schön? Diese Frage diskutieren Philosophen, Psychologen, Trendscouts, Schönheitschirurgen, Marketingspezialisten und Werbestrategen seit jeher. Nur: Allgemeingültig beantworten lässt sich die Frage nicht. Das Geheimnis der Schönheit bleibt ein Mysterium – allerdings ein für die Rendite von Kunstinvestments relevantes. Sicher ist, dass sich die Vorstellung von „Schönheit“ und das gesellschaftliche Schönheitsideal im Zeitverlauf wandeln. Zudem gibt es sehr unterschiedliche Schönheitsideale in verschiedenen Gesellschaften. Das Schönheitsideal des hier und heute ist gewiss nicht das von gestern oder vorgestern – und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht das von morgen. Der Wandel der Ansichten kann gravierend sein. So galt Rembrandt van Rijns üppige dritte Ehefrau Hendrickje jahrhundertelang als Schönheit schlechthin. Heute hätte sie kaum die Chance für ein Titelbild der Vogue. Gut sichtbar ist der Wandel von Schönheitsidealen auch bei Lifestyle und Mode. Dies zeigt sich besonders im Segment „Porträtmalerei“. Kaum eine Kategorie des Kunstmarktes hat es derzeit so schwer, wie die Porträtmalerei. Selbst Kunstwerke renommierter Malerpersönlichkeiten werden bei Auktionen oftmals liegengelassen. Es sei denn, der Porträtierte ist von besonderer gesellschaftlich herausgehobener Stellung. Zudem hat sich die Art und Weise der Porträtmalerei im Zeitenlauf stark verändert. Galt es insbesondere in der Renaissance und im Barock, ein besonders lebensechtes Abbild zu geben, ist es heute wichtiger, hintergründige Persönlichkeitsmerkmale offenzulegen. Es geht mehr darum, die subtile Persönlichkeit und den Charakter zu erkunden. Wie stark der Schönheitsbegriff und der gesellschaftliche Kontext verwoben sind, zeigt das Kunsthaus Dahlem bis zum 18. Juni 2017. Die Ausstellung „PORTRÄT BERLIN – Künstlerische Positionen der Berliner Nachkriegsmoderne 1945-1955“ schlägt in beeindruckender Weise Brücken. Gezeigt werden 70 Skulpturen, Grafiken und Fotografien von 20 Künstlern (u. a. Bernhard Heiliger, Hans Ullmann, Jeanne Mammen). Die Ausstellung legt feinfühlig die Sichten auf Künstler und deren Werke im Kontext unterschiedlicher Gesellschaftsentwürfe offen. Darum ist sie gut geeignet, sich das Feld der Porträtkunst und den Wandel der Schönheitsideale zu erschließen.

Fazit: Porträtmalerei sogar bekannter Künstler ist oft erstaunlich günstig zu bekommen. Je nach Bekanntheitsgrad und Bedeutsamkeit des Dargestellten differenzieren die Preise stark. Insbesondere Werke des Bildhauers Gerhard Marcks sind gelegentlich günstig auf Auktionen zu erwerben. Das ist ein attraktives Feld für Sammler.

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