Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1589
Kunstmarkt

Neue Käufer – Neuer Markt

Der Kunstmarkt im Wandel: Neue Käuferschichten stoßen Veränderungen an, die jeder Anleger schon jetzt berücksichtigen sollte.
Der dominierende Käufertypus am Kunstmarkt ändert sich – und verändert damit den gesamten Markt. Früher hieß es: Kunstsammler agieren im Verborgenen. Den Markt beobachten, Kontakte knüpfen, Auktionen meiden, kaum in Erscheinung treten und über lange Zeiträume eine prägnante Kollektion aufbauen – diesen Sammlertyp findet man heute immer weniger. Das Auftauchen neuer Sammlerschichten aus den Emerging Markets und neue Ziele von Sammlern verändern das Marktgeschehen. Der Generationenwechsel zeigt sich vor allem auf internationalen Auktionen. Denn der neue Sammlertypus fokussiert stärker auf eine schnelle Preissteigerung. Daher konzentrieren sich die Sammler auf bekannte und große Namen. Denn das Risiko, mit Käufen der 100 bis 200 Marktführer falsch zu liegen, ist geringer als bei Newcomern der Szene. Die Preisentwicklung bestätigt diese Strategie. Die Preise für Ölgemälde von Fernand Léger stiegen in den letzten 15 Jahren um 332%, Roy Lichtensteins Gemälde um 442% oder Gemälde von Gerhard Richter um 634% (Quelle: Artprice.com). Dies ist Ausdruck der immer stärkeren Konzentration der Marktteilnehmer auf Werke der 100-200 Marketleader. Das strahlt auch auf die Auktionshäuser aus, die ihr Angebot entsprechend gestalten. Die beiden Marktführer Christie's und Sotheby's setzten im 1. Halbjahr 2015 auf globale Markennamen und Nobelkünstler wie Monet, Degas, Richter, Polke, Léger u. a. Sotheby's punktete z. B. mit Roy Lichtensteins „The Ring“ von 1962 für 41,7 Mio USD oder Sigmar Polkes „Dschungel“ von 1967 für 27,1 Mio USD. Eher Traditionelles hatte Christie's im Angebot. So etwa standen Fernand Légers „Le Corsage Rouge“ für 17 Mio. USD oder Leinwände von Monet und Degas für 16,4 bzw. 12 Mio. USD im Saal. Begleitet wird dieser Prozess der Marktveränderung durch einen gewaltigen Investitionsschub der Auktionshäuser und Großgalerien. Sie verstärken insbesondere ihre Vermarktungsmaschinerie. Neue Showrooms und ausgefallene Ansprachen sollen die Kundenbindung erhöhen. Das inszenierte Event des Kunstkaufs scheint sich vor das eigentliche Kunstwerk selbst zu setzen. Bezeichnend dafür ist das Verhalten der Protagonisten auf Auktionen und Vernissagen. Beifall für erfolgreiche Zuschläge und Champagnerkorkenknallen signalisieren eher, dass da jemand ist, der es sich leisten kann, als jemand, der auch etwas von Kunst versteht. Daneben fällt uns eine „Berater- und Experten-Inflation“ auf. An einer Vielzahl von Käufen – insbesondere im Hochpreissegment – wirken inzwischen etliche Berater, Kunstwissenschaftler und Kustoden mit. Die sollen dem Käufer glaubhaft machen, warum das jeweilige Kunstwerk wichtig und damit teuer ist. Besonders in Asien vermelden die internationalen Großauktionäre derzeit häufig Topzuschläge. Der Markt munkelt allerdings, dass es gelegentlich Probleme mit der Bezahlung der Ware gibt und manch schönes Geschäft sich alsbald in Luft auflöst.

Fazit: Der Kunstmarkt wandelt sich gewaltig. Insbesondere neue, junge Käuferschichten drücken ihm ihren Stempel auf und stellen althergebrachte Regeln auf den Kopf. Das führt inzwischen zu deutlich spürbaren Verschiebungen auf der Anbieterseite und dort zu einer schärferen Fokussierung z. B. auf Marketing. Käufer sollten das bei ihrer Bewertung von Stücken berücksichtigen

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Tauwetter nach sechs Jahren Eiszeit

Australien und China wollen wieder miteinander sprechen

Südsee-Atoll. © senaiaksoy / Getty Images / iStock
Den G20-Gipfel wird Australiens Premierminister auch zu offiziellen Gesprächen mit Chinas Präsidenten nutzen. Das ist auch ein Signal an eine dritte Partei, die in der Region um Einfluss buhlt.
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit der Finanzoo GmbH

Anglogold taktisch reduzieren

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Unsere Spekulation auf einen steilen Anstieg der Gold-Aktien ging gut auf. Wir hatten dazu auf Anglogold gesetzt, die auf Basis der automatischen Bilanzanalyse von Finanzoo fundamental unterbewertet waren. Das hat gut funktioniert. Jetzt sendet die Software aber ein anderes Signal.
  • Inhalte, Angebote und Diskussionen

Verlag Fuchsbriefe jetzt auch bei LinkedIn

Icon von LinkedIn auf dem Bildschirm eines Smartphones. © scyther5 / Getty Images / iStock
Mit unserer erweiterten Social Media Präsenz erreichen Sie die FUCHSBRIEFE jetzt auch bei LinkedIn.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bank of Canada deutet weitere Drosselung des Zinstempos an

Tauben-Töne aus Ottawa

© metrokom / iStock / Thinkstock
Die Inflation ist noch nicht auf "Wunsch-Niveau". Dennoch deutet Kanadas Notenbankchef eine Drosselung des Zinserhöhungstempos an. Das hat Auswirkungen auf die Währungskurse und eröffnet weitere interessante Anlageperspektiven in Kanada.
  • Fuchs plus
  • Euro-Geldhüter laufen der Entwicklung hinterher

EZB laviert sich in die Stagflation

Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. © Bernd Wittelsbach / iStock
Die EZB sucht den richtigen geldpolitischen Pfad in der aktuellen Krise. Ihr Problem ist, dass sie extrem politisiert ist und darum der realen Entwicklung hinterher läuft. Das führt zu einem Lavieren in der Geldpolitik, das dauerhaft sehr teuer wird.
  • Fuchs plus
  • Wird das "Weiße Gold" bald wieder günstiger?

Zuckerpreis bekommt Gegenwind

Zuckersorten. © Printemps - Fotolia
Der Zuckerpreis springt wild auf und ab. Nach kräftigen Kursgewinnen geht es nun wieder zügig abwärts. Ist das eine Kaufgelegenheit oder lohnt es sich, auf weiter fallende Preise zu setzen?
Zum Seitenanfang