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Anlage

Weißes Gold aus Meißen gefragt

Das weiße Gold aus Meißen erobert wieder die Herzen und Schränke von Anlegern. Worauf Sie beim Kauf achten sollten ...
Vom Run auf luxuriöse Sachwerte profitiert auch Porzellan. Das Weiße Gold, insbesondere das Meißener und das der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM), erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit unter Kennern. Auch Anleger, darunter vielfach Investoren aus Osteuropa, greifen wieder öfter zu dem edlen Porzellan. Sie haben die Hoffnung, ein renditeträchtiges Investment, mindestens aber eine solide und stabile Geldaufbewahrungsmöglichkeit gefunden zu haben. Doch Vorsicht! Nicht jedes Meißener Kaffeekännchen, erkennbar an den gekreuzten Säbeln, verspricht einen Geldsegen. Wie so oft im Segment der Luxusgüter gibt es drei für den Preis entscheidende Kriterien: Seltenheitswert (meist korrespondierend zum Alter der Ware), Unversehrtheit und möglichst exklusive Herkunft. Stammt eine Vase oder ein Service aus adligem Hause, ist sie einige hundert Jahre alt und absolut unversehrt – also ohne den kleinsten Sprung oder fehlerhafte Stellen –, dann kann sie durchaus eine halbe Million Euro wert sein. Vor allem die Meister des 18. Jahrhunderts genießen bis heute allerhöchste Anerkennung und Wertschätzung. Insbesondere reich und kunstvoll mit Aufglasfarbe verzierte Stücke sind gefragt. Die Farbe erlaubte es, buntfarbene Motive (z. B. Landschaften, Personen, Chinoiserien etc.) auf das Porzellan zu malen. Auch die oft filigran gearbeiteten Porzellan-Objekte des Entdeckers der Figurenplastik J. J. Kändler sind begehrt und sehr preisstabil. Die Marke Meißen wurde vom langjährigen Betriebsleiters Graf Marcolini aus Rom geprägt. Sie erlebte bis zu dessen Tod im Jahre 1814 ihre Hochblüte. Stücke aus dieser Epoche gelten auf Auktionen als das Nonplusultra. Sie erzielen regelmäßig Rekordpreise. Ausgesuchte größere Figurenplastiken (z. B. die berühmte Affenkapelle) und umfangreiche Kaffee- und Speiseservices erreichen leicht sechsstellige Beträge. Für die Bestimmung des ungefähren Alters der auserwählten Stücke lässt sich eine gute Regel nutzen. Denn erst ab dem Jahr 1733 wird Porzellan aus Meißen mit den zwei gekreuzten Säbeln auf der Unterseite eines jeden Stückes gekennzeichnet. Allerdings wurde diese Kennung im Laufe der Jahre immer wieder leicht verändert. Nach den anfänglichen Lehrlingszeichen der Höroldt- und Kändler-Epoche – hier wurde noch ungelenk von Lehrlingen das Säbelzeichen aufgetragen – folgte ab der Marcolini-Epoche das Zeichen mit einem darunter liegenden Stern. Bis heute sind in der Folge eine Reihe von Säbel-Kennungen bekannt – mal ein Punkt, mal ein Strich innerhalb oder unterhalb der gekreuzten Säbel. Es gibt ausreichend gute Literatur, um die Zeiten der Herstellung entsprechend eingrenzen zu können. Wer eine Schale, eine Dose oder eine einzelne Kanne aus dem späten 19. Jahrhundert aus wertbeständigen Gründen ins Auge fasst, sollte eine kleinere oder mittelgroße Auktion aufsuchen. Denn dort steigert der spezielle Handel zu gleichen Bedingungen mit. Die Verdienstspanne des Handels kann sich der Privatinteressent sparen. Auf diesem Wege kommt er ab etwa 500 Euro für ein gut erhaltenes Stück zum Zuge. Auf Flohmärkten sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen! Dort werden meist Stücke in fraglicher Qualität angeboten. Auch die in Mode gekommenen Online-Auktionen sollten Sie meiden. Zu schnell kann beim Versand ein leichter und somit deutlich wertmindernder Schaden am Objekt entstehen.

Fazit: Porzellan aus Meißen hat bis heute nichts von seinem Renommee eingebüßt – dieser wächst global sogar noch. Anleger sind gut beraten, beim Erwerb einen Experten zu konsultieren, der die Echtheit des Objekts dokumentiert.

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