Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
912
Immobilien | Steuern

Den Verkauf steuerlich optimieren

Immobilienverkäufer sollten die Spekulationsfrist beachten. | © Getty
Ein Urteil des Bundesfinanzhofs hat Auswirkungen für nahezu jeden Immobilienbesitzer.

Quelle: eigene Darstellung

Wer seine Immobilie verkauft, kann nicht in jedem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung steuermindernd geltend machen. Für deren Anrechung ist der Zeitpunkt des Immobilienverkaufs entscheidend. Das ist das Ergebnis eines Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil vom 11.2.2014, Az. IX R 42/13). Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt an, wenn ein Immobilienkredit vor Ablauf der festen Zinsbindung vom Kreditnehmer gekündigt wird. Der Darlehensnehmer muss der Bank dann einen Ausgleich für die entgangenen Zinsen zahlen. Dabei gilt: Je länger die Restlaufzeit der Zinsbindung, desto höher ist die Entschädigung. Entscheidend dafür, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung die Steuer reduzieren kann, ist die Spekulationsfrist von zehn Jahren. Nur wer seine vermietete Immobilie innerhalb dieser Frist verkauft, kann auch eine ggf. anfallende Vorfälligkeitsenschädigung an die Bank als Werbungskosten absetzen. Schließlich, so die Steuerlogik, zahlt der Verkäufer auch nur während der Spekulationsfrist Steuern auf den Verkaufserlös. Die Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank reduziert diesen Erlös und kann folgerichtig angerechnet werden. Beim Verkauf einer Immobilie nach der Spekulationsfrist wird der Veräußerungserlös dagegen nicht versteuert. Folglich können mögliche Vorfälligkeitskosten auch nicht steuermindernd geltend gemacht werden (vgl. Übersicht). Auch einen Abzug der Vorfälligkeitskosten als Werbungsaufwendungen für Vermietung und Verpachtung akzeptiert der Fiskus nicht. Grundsätzlich anders sieht das allerdings bei gewerblichen Immobilien aus. Da diese zum Betriebsvermögen gehören, kann eine anfallende Vorfälligkeitsentschädigung immer steuermindernd auf den Betriebsgewinn angerechnet werden.

Fazit: Das Urteil betrifft de facto jeden Immobilienverkäufer. Während der Spekulationsfrist müssen Steuern gezahlt werden – unter Anrechnung der Vorfälligkeitsentschädigung. Nach der Spekulationsfrist fallen keine Steuern an, die Kosten der Vorfälligkeitsentschädigung gehen aber voll zu Lasten des Verkäufers. Heikel ist genau der Zeitpunkt zum Ende der Spekulationsfrist, wenn Verkäufer zwischen Versteuerung und Anrechnung abwägen müssen. Das ist für jeden ein individuelles Rechenexempel.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Kernenergie

Kleinkraftwerksverbund GB-USA-F

Gelb-schwarzes Zeichen für Radioaktivität. Copyright: Pixabay
Briten, Amerikaner und Franzosen haben sich zur Gründung einer Gesellschaft zum Bau von nuklearen Kleinkraftwerken für die Stromgewinnung zusammengefunden. Das neue Unternehmen heißt Rolls-Royce Small Modular Reactor.
  • Fuchs plus
  • Taper Tantrum 2.0 berührt Schwellenländer nur auf Umwegen

Das Geld bleibt im Land

Moped-Fahrer in Indien. Copyright: Pixabay
Die Finanzmärkte haben diesmal keinen Wutanfall bekommen, als die US-Notenbank Fed ankündigte, die Märkte an eine etwas kürzere Leine zu nehmen. Das ist gut für die Schwellenländer. Auf Umwegen holt sie die US-Notenbankpolitik dann aber doch ein.
  • Fuchs plus
  • TOPS 2022: Brandschutzmauer fürs Vermögen

Globalance Bank setzt nachhaltig auf Gold

Hand hält eine grüne Erde. Symbolbild Nachhaltigkeit. Copyright: Pixabay
Die Globalance Bank ist auf das Engste mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ liiert. Verkörpert wird dieses durch ihren CEO Reto Ringger, der vor zehn Jahren die Schweizer Bank gegründet hat. Globalance greift im Unterschied zu vielen Banken auf einen eigenen Nachhaltigkeitsfilter – der sog. Footprint-Methodik – zurück. Doch das erneut sehr gute Abschneiden in diesem Jahr zeigt, dass die junge Bank ihren Kunden nicht nur „Nachhaltigkeit“ zu bieten hat.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Preisrally kommt an Hürde

Weizen-Investoren mit reicher Ernte

Verschiedene Sorten Gebäck, Brot, Croissant, Kuchen. Copyright: Pexels
Darauf einen Korn … Der Grundstoff für viele Nahrungsmittel – Weizen – wird immer teurer. Selbst bei hohen Preisen zieht die Nachfrage an. Doch jetzt übernimmt die Charttechnik das Ruder …
  • Fuchs plus
  • Die neue Virus-Mutation drückt die Kurse

Hoffnungsdämpfer aus Südafrika

Corona-Virus. Copyright: Pixabay
Erst war die wilde Virus-Variante von Corona unterwegs, dann kam Delta, jetzt ist B.1.1.529 im Anmarsch. Wir werden uns an immer neue Virusmutationen gewöhnen müssen. Die Märkte werden die Regionen mit den besten Strategien im Umgang damit auf Dauer goutieren.
  • Fuchs plus
  • Währungsgeschehen im Angesicht der Virus-Mutante

Druck auf die Rohstoffwährungen

Symbole verschiedener Währungen. Copyright: Pixabay
Kommt etwas unerwartet daher, ziehen sich die Märkte aus den Risiken zurück und suchen die sicheren Häfen auf. Das zeichnet sich gerade wieder im Angesicht der neuen Virus-Mutante ab und schlägt sich in den Wechselkursen deutlich nieder.
Zum Seitenanfang