Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
466
Vermögensverwaltung | Private Banking

Eine Frage der Unabhängigkeit

Banken und freie Vermögensverwalter denken intensiv darüber nach, ob sie sich als abhängig oder unabhängig deklarieren sollen. Eine wichtige Frage, auch für Kunden.
Abhängig oder unabhängig – das ist derzeit die Frage in den Vorstandsetagen der Banken. Es geht darum, wie sie sich mit Inkrafttreten der Finanzmarkt-Regulierungsrichtlinie MiFid II in der Vermögensverwaltung positionieren. Noch knapp eineinhalb Jahre sind Zeit, darüber nachzudenken. Die Richtlinie tritt ab dem 3. Januar 2017 in Kraft. Bei der abhängigen Beratung darf eine Bank weiterhin Provisionen von Dritten kassieren. Sie kann zudem vertraglich regeln, dass sie diese einbehalten darf. Allerdings müssen diese Zuwendungen dem Kunden komplett individuell offengelegt werden. Dritte, das sind Kapitalanlagegesellschaften, die Finanzprodukte wie bspw. Fonds herstellen und diese über die Banken als Vertriebsapparat verkaufen. Dafür bezahlen sie den Banken und auch freien Vermögensverwaltern Geld. Das führt zu falschen Anreizen. Denn je mehr eine Bank von einem Produkt abnimmt und in Kundendepots legt, desto interessanter die Provision. Am Ende steckt der Berater bei der Portfoliogestaltung im Zwiespalt: Nimmt er das aus seiner Sicht beste Produkt für den Kunden oder lieber doch das drittbeste, das aber dafür einen höheren Provisionsertrag bringt? Haarig wird die Sache dann, wenn die Bank dem Berater auch noch entsprechende finanzielle Anreize durch eine wie auch immer ausgestaltete Provisionsbeteiligung verspricht. Klassifiziert sich eine Bank als unabhängig, darf sie künftig im Prinzip keine Provisionen und Zuwendungen von Dritten mehr annehmen. Nur in bestimmten Fällen ist ihr das noch erlaubt. Doch muss sie diese dann an den Kunden vollständig auskehren. Einfach ausprobieren, was beim Kunden besser ankommt, ist keine Strategie. Das Problem aus Bankensicht: Es ist noch nicht heraus, ob, wann und wie oft man den Status wechseln darf. Und: Am Ende geht es um geschickte Vermarktung und pfiffigen Verkauf. Deshalb fragen sich die Anbieter: Stellt die unabhängige Beratung tatsächlich aus Kundensicht einen ausreichenden Mehrwert dar, so dass man am Ende neue Kunden damit anlockt? Wie viele verliert man an die unabhängige Konkurrenz? Verzichtet man bewusst auf den einen oder anderen, hat dafür aber den Provisionsertrag? Der Markt ist noch unentschlossen. Die UBS Deutschland will sich voraussichtlich im Oktober entscheiden. Berenberg möchte sich dazu noch nicht äußern. Auch bei Commerzbank und Deutsche Asset & Wealth Management stehen die Entscheidungen noch aus. Überlegungen gehen auch dahin, Tochtergesellschaften mit unterschiedlichen Konzepten „laufen zu lassen“.

Fazit: MiFid II lässt Hintertürchen offen, um den Anleger weiterhin zweimal zur Kasse zu bitten: über die Gebühr für die Vermögensverwaltung und über Provisionen. Lassen Sie sich das Gebührenmodell genau erklären. Die Pflicht zur Offenlegung der Provisionen verschafft dafür den Ansatzpunkt.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Start einer neuen Artikelserie in FUCHS-DEVISEN

Kryptowährungen fahrlässig vernachlässigt

Kryptowährungen stehen in Deutschland nicht hoch im Kurs. Zu Unrecht wie wir meinen. Copyright: Picture Alliance
Kryptowährungen stehen in Deutschland bisher nicht hoch im Kurs. Selbst hinter europäischem Durchschnitt bleiben die Deutschen bei der Bitcoin-Nutzung weit zurück. Doch mit den Anwendungsmöglichkeiten im betrieblichen Zahlungsverkehr sollten sich Unternehmer unbedingt beschäftigen. Die Redaktion FUCHS-DEVISEN startet eine neue Serie und macht die Möglichkeiten von Kryptowährungen transparent.
  • Fuchs plus
  • Deutsche Lichtmiete

Anleihe mit Strahlkraft

Bestehende konventionelle Beleuchtungssysteme werden durch effiziente LED-Technik ersetzt. Unternehmen müssen diese aber nicht teuer kaufen, sondern mieten sie. Mit der Anleihe der Deutschen Lichtmiete kann man in dieses Geschäftsmodell nun investieren.
  • Fuchs plus
  • Die Kompromisslinie für CDU und CSU im Asylstreit

Der Schwarze Peter läge bei der CSU

Steht die "Merkel-Dämmerung" an diesem Wochenende an? Copyright: Picture Alliance
Nur noch wenige Tage, dann entscheidet sich das Schicksal der 70jährigen Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU im Bund. Auf beiden Seiten wird kalkuliert, was der Bruch für Folgen hätte. Und wie der Kompromiss aussehen könnte.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bundeshaushalt unter Druck

Für die Wirtschaft bleibt nichts übrig

Bundesfinanzminister Scholz lässt keine Luft für Steuerermäßigungen.
Die finanziellen Puffer im ersten Bundeshaushalt von Olaf Scholz schmelzen dahin. Damit der Plan für 2019 umgesetzt werden kann, werden die stillen Reserven zulasten der Wirtschaft aufgebraucht.
  • Fuchs plus
  • LGT Bank AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Werte und Individualität – mit kleinen Abstrichen

Die LGT Bank hat die grüne Ampel verdient.
"Wir legen Wert auf Werte" – so präsentiert sich die LGT im Netz und verspricht professionelle Anlagekompetenz sowie individuelle Beratung für private und institutionelle Anleger. 3.188 Mitarbeiter kümmern sich unter Leitung der Fürstenfamilie von Liechtenstein weltweit um die Kunden. Wir gehen mit hohen Erwartungen ins Gespräch – und werden in weiten Teilen nicht enttäuscht.
  • Fuchs plus
  • Bethmann Bank, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

So geht Echtes.Private.Banking

Die Bethmann Bank hat die grüne Ampel verdient.
Die Bethmann Bank legt Wert auf ihre lange Tradition. Auf der Webseite wie auch in der Unternehmenspräsentation ist ein Blick in die Geschichte erster Programmpunkt. Der Anspruch der Bank ist es, mit „echtem Private Banking" den persönlichen Anspruch des Kunden zu erfüllen. Wir wollen den gewissen Unterschied kennenlernen.
Zum Seitenanfang