China hat einen staatlichen Startschuss für die Wasserstoff-Wirtschaft abgegeben. Die Parteiführung hat dazu Ende Oktober eine richtungweisende Entscheidung getroffen. Auf dem 4. Plenum des 20. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (20. bis 23. Oktober 2025 in Peking) wurde Wasserstoff offiziell als "Zukunftstechnologie" definiert.
Das Plenum dient der Vorbereitung des 15. Fünfjahresplans (2026 - 2030). China startet Wasserstoff als "Zukunftstechnologie"
Dieser Beschluss ist ein wirtschaftspolitisches Signal und dürfte der Startpunkt einer orchestrierten industriepolitischen Entwicklung sein. Diese dürfte eine vorhersehbare Dynamik mit globaler Tragweite entwickeln. Denn im Reich der Mitte ist eine solche Einstufung der Beginn einer staatlich gesteuerten Wertschöpfungskette. Auf die Definition als „strategische Industrie“ folgten in der Vergangenheit sehr zuverlässig nationale Förderprogramme, Provinz-Initiativen und verbindliche Entwicklungsziele. Diese wurden vielfach mit Quoten untermauert, um die Produktion und Nachfrage direkt anzuschieben. Der Mechanismus: Der Staat schafft den Markt.
Das Muster wurde bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt. Es wurde schon beim Photovoltaik-Aufbau vor gut 10 Jahren praktiziert. Der Effekt ist heute sichtbar: Innerhalb eines Jahrzehnts ist China zum mit Abstand größten Solarmodul-Produzenten der Welt geworden. Heute stammen mehr als 70% aller Module aus chinesischen Fabriken. Auch in der Batterie-Produktion hat China diesen Plan verfolgt. Im Jahr 2010 wurde der Bereich zur „strategischen Industrie“ erklärt. Im Jahr 2015 wurde das mit Programmen umgesetzt – inklusive lokaler Wertschöpfungsquoten und E-Auto-Vorgaben. Heute dominiert China mit rund zwei Dritteln der weltweiten Lithium-Ionen-Zellproduktion.
Wasserstoff: Peking legt neuen industriepolitischen Schwerpunkt fest
Jetzt hat Peking seinen Fokus auf Wasserstoff gelenkt - als neue relevante Energiequelle, die eng mit der Solar- und Windenergie verknüpft sein kann. Es ist jetzt höchst wahrscheinlich, dass China in den nächsten Jahren den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft staatlich forcieren wird.
Erste Provinzen (Hebei, Guangdong) führen bereits Quoten für den Einsatz von grünem Wasserstoff in Chemie-, Stahl- und Raffineriebetrieben ein. Darüber hinaus müssen Staatsunternehmen wie Sinopec oder PetroChina Pilotmengen abnehmen und Projekte im industriellen Maßstab umsetzen. Gleichzeitig werden Fördermittel für Elektrolyseur-Produktion, Transportinfrastruktur und Speichertechnik bereitgestellt.