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Gefahr aus der digitalen Welt: Phantom-Frachtführer bedrohen die Logistikbranche

Wie Betrüger die Logistikbranche infiltrieren

Phantom-Frachtführer kapern die Identität realer Speditionen und verschwinden mit wertvollen Lkw-Ladungen. TAPA und IUMI warnen vor dieser risikoarmen, hochprofitablen Masche, die durch KI befeuert wird. Die Ladungskriminalität verlagert sich zunehmend in den Cyberspace. FUCHSBRIEFE zeigen, wie Betrüger vorgehen und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen sollten, um sich zu schützen.

Achtung Unternehmen: Phantom-Frachtführer kapern immer öfter die Identität realer Speditionen, erschleichen sich Frachtaufträge oder klauen ganze Lkw-Ladungen. Die Methoden sind risikoarm und hochprofitabel. Zudem befeuert KI den kriminellen Trend. Davor warnen die Organisationen TAPA (Transported Asset Protection Association) und IUMI (International Union of Marine Insurance). 

Neue Betrugsmasche in der Logistik

Die Masche: Die Betrüger erstellen gefälschte Dokumente, E-Mail-Adressen und Dokumente, um beim Empfänger als seriöses Transportunternehmen in Erscheinung zu treten. Bei Erfolg (also Auftrags) holen sie die Ware ab und verschwinden damit auf Nimmerwiedersehen. Betroffen sind neben einmaligen Verträgen auch Wiederholungsbuchungen und Rahmenverträge. 

Die Fallzahlen entlang der weltweiten Lieferketten steigen spürbar an. Beflügelt wird das auch durch die Nutzung von Online-Frachtenbörsen. Diese Vorgehensweisen sind vor allem in Afrika und Lateinamerika schon weiter verbreitet. In Europa und in den USA steigen die registrierten Vorfälle aber alarmierend schnell an. 

Ladungskriminalität verlagert sich vom Asphalt in den Cyberspace

Die Ladungskriminalität verlagert sich dabei zunehmend „vom Asphalt in den Cyberspace“. Kriminelle nutzen zunehmend digitale Tools, um ihre Identität zu verschleiern. Der Zugang zu Frachtbörsen oder Unternehmenssystemen wird durch die Kompromittierung von Benutzerkonten mittels Phishing, Wiederverwendung von Passwörtern oder anderen Angriffen auf Zugangsdaten erlangt. Neue KI-Tools können die Fälschung von Dokumenten, die Verschleierung von Identitäten und das Sammeln von Zugangsdaten vereinfachen. 

Die Datenbank für Frachtkriminalität von TAPA EMEA verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren über 108.000 Diebstähle aus Lieferketten in mehr als 110 Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Bei 5% dieser Straftaten wurde der Wert des Schadens gemeldet. Er betrug über 1 Mrd. Euro.

Dringende Empfehlungen:

  • Spediteure sollten alle Frachtführer und Fahrer kontinuierlich überprüfen (alles gegenseitig).
  • Nur vereinbarte sichere Kommunikationskanäle mit kontinuierlich überprüften Kontakten nutzen; vor jedem Transportauftrag die E-Mail-Adressen und Telefonnummern auch bei bestehenden Geschäftsbeziehungen checken; geringfügige Änderungen der Kontaktdaten sind eine gängige Betrugsmasche.
  • Adäquate Technologien einsetzen, auch Echtzeit-GPS zur Überwachung von Flotten.
  • Strikt an aktuelle Standards halten: etwa den TAPA-Standard für Cybersicherheit und den FBSR-Standard (Freight Broker Security Requirements) sowie die GDV-Richtlinien zur Verlustprävention bei betrügerischem Diebstahl von Lkw-Sendungen (Phantom-Spediteure). •

Warnzeichen: Ungewöhnliches Verhalten, ungewöhnliche Routen, kurzfristige Änderungen oder nicht übereinstimmende Kontaktdaten sind eindeutige Warnzeichen und sollten Vorsichtsmaßnahmen auslösen. Sichere Parkplätze und eine sorgfältige Routenplanung sind nach wie vor entscheidend, um Diebstähle während des Transports zu verhindern. IUMI und TAPA fordern Plattformen auf, robuste Identitätsprüfungs- und Betrugserkennungsprotokolle zu implementieren, einschließlich Multi-Faktor-Authentifizierung.

Fazit: Diese Betrugsmaschen sind leicht skalierbar und sie werden im Lauf Zeit größere Verluste verursachen. Schärfen Sie den Blick und geben Sie Mitarbeitern Checklisten an die Hand. Nutzen Sie unbedingt E-Tools zum Schutz vor Attacken und machen Sie sich bei der TAPA schlau.

https://tapaemea.org/about-tapa/

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