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Von Strom- bis Internetinfrastruktur: Sabotage in der Ostsee

Wie verwundbar ist die Unterseeinfrastruktur?

In Schweden ist wieder ein Unterseekabel beschädigt worden. Das Kabel gehört dem lettischen Radio und TV-Unternehmen LVRTC. Hauptverdächtiger der vermuteten Sabotage ist das „Vezhen“, ein Frachtschiff unter maltesischer Flagge, das höchstwahrscheinlich zur russischen „Schattenflotte“ gehört. Die Frage drängt sich auf: Wie verwundbar ist die Unterseeinfrastruktur – und welche Folgen könnte ein gezielter Angriff haben?

Die Ostsee ist von einem dichten Netz an Unterseekabeln durchzogen, die essenziell für die Kommunikation und Energieversorgung in Europa sind. Neben Glasfaserkabeln für Internet und Telekommunikation verlaufen auch Stromkabel zwischen den Ländern. Darunter fallen das NordBalt-Kabel zwischen Schweden und Litauen oder das vor kurzem beschädigte Estlink II zwischen Finnland und Estland, dessen Reparatur Monate dauern könnte. Auch in der Nordsee gibt es zahlreiche verwundbare Pipelines, die zum Beispiel Erdgas von Norwegen nach Deutschland sowie Öl in Richtung Großbritannien liefern.

Angriffe auf die Infrastruktur sind schwerwiegend

Die NATO betonte wiederholt, dass Angriffe auf kritische Infrastruktur als potenzieller Bündnisfall gewertet werden könnten. Was eine proportionelle Reaktion darauf wäre und wie Sabotage nachgewiesen werden könnte, lässt sie aber im Unklaren. Der Nord-Stream-Anschlag im Jahr 2022 zeigte bereits die Tiefe der geopolitischen Spannungen und, dass die Identifizierung von Tätern schwierig ist – oder politisch nicht gewollt. Die Ostsee ist das am besten überwachte Meer der Welt. Militärs bestätigen, dass "kein Stein ins Wasser fällt, der nicht geortet werden könnte". Während beschädigte Internetkabel oft durch redundante Routen ausgeglichen werden können, sind Stromausfälle oder längere Verbindungsprobleme gravierend – besonders für die baltischen Staaten, die sich im Februar endgültig vom russischen Stromnetz trennen.

Ein koordinierter Angriff auf mehrere Unterseekabel könnte ganze Regionen digital isolieren. Zwar gibt es Satellitenkommunikation als Notlösung, doch diese kann die Kapazitäten der Glasfaserkabel nicht ersetzen. Finanzmärkte, digitale Verwaltungsprozesse und sogar militärische Kommunikationswege wären betroffen. Besonders riskant wäre es, wenn nicht nur Internetkabel, sondern auch Energieinfrastruktur beschädigt würde.

Fazit: Die Unterseekabel der Ostsee und Nordsee sind ein verwundbarer Nerv der europäischen Sicherheit. Jeder Vorfall rückt die Bedrohung hybrider Kriegsführung näher. Wie lange kann sich Europa noch auf ein Netz unter Wasser verlassen, das immer wieder ins Visier gerät[unbounded value]

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