Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1218
Unternehmensanleihen weniger betroffen als durch die Finanzkrise

Wo Corona Kreditverluste beschert

Die Corona-Krise wirkt nicht überall gleich. Das gilt sowohl sektoral als auch regional. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, auch Bank der Zentralbanken genannt, hat nun ermittelt, wo Corona die größten Kreditverluste bescheren wird.

Die Corona-Pandemie wird sich auf Unternehmensanleihen in den G7-Ländern weniger negativ auswirken als die Finanzkrise 2008. Zu diesem Ergebnis kommt die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Der Grund: Die am stärksten von der Pandemie betroffenen Sektoren machen nur einen kleinen Anteil an den Unternehmensanleihen aus.

Die Kreditverluste während der Finanzkrise waren vor allem im produzierenden Gewerbe, beim Bau und der Versorgungsindustrie hoch. Die Verluste erhöhten sich in den Sektoren um jeweils 3%. Die Corona-Krise lässt diese Sektoren relativ unberührt. Im Gegensatz dazu erhöhen sich nun die Kreditverluste in der Freizeitindustrie um 8%, Handel und Transport jeweils 2,5%. Unternehmensanleihen sind in diesen Sektoren vergleichsweise spärlich gesät. 

Post-Brexit Aufschwung auf Rücken der Zombifizierung

Besonders betroffen von den Kreditverlusten ist Großbritannien. Die Autoren erwarten hier eine Zunahme um 5%. Eklatant ist das deshalb, weil die UK-Wirtschaft ohnehin schon vor einem Zombie-Problem – also unrentablen Unternehmen, die dennoch nicht vom Markt verschwinden – steht (vgl. FB 6.11.2020). Nach dem letzten Londoner Konjunkturpaket bleibt es für Banken lukrativ, die „Untoten“ weiter am Leben zu lassen.

Für Italien und Frankreich werden über 3% prognostiziert. Die wenigsten Ausfälle hat China zu befürchten, die Verluste liegen unter einem Prozent. Auch Deutschland käme mit etwa 1% Verlust glimpflich durch die Krise.

Eine Billion US-Dollar rollt sich auf

Insgesamt kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass die Verluste aus Unternehmenskrediten 2020-22 etwa drei Mal so hoch sein werden wie vor der Krise. In diesen drei Jahren würden sich die Kreditverluste auf 2% des G7-BIP ansteigen, bzw. 1 Billion US-Dollar.

Fazit: Die sektoralen Auswirkungen der Corona-Pandemie stehen denen der Finanzkrise diametral gegenüber. Großbritanniens Post-Brexit Aufschwung ist fadenscheinig. China kommt mit den geringsten Belastungen aus der Krise.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under

Angeknackster Preistrend

Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under. Copyright: Pixabay
Das Bauern Freud' ist des Investors Leid: Das gilt auch bei Agrarrohstoffen. Aktuell ist Weizen betroffen. Noch vor einem Monat sah es hier mit den Ernten düster aus. Doch es hat sich etwas geändert.
  • Fuchs plus
  • Kündigung eines Prämiensparvertrages

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind. Copyright: Pixabay
Prämienspar­verträge waren lange ein Sparkassen-Bestseller. Zusätzlich zum Zins erhält der Sparer eine jähr­liche Prämie, die mit der Lauf­zeit ansteigt. In Niedrigzins-Zeiten wird diese Prämie aber zur Belastung. Die Sparkassen kündigen nun alte Spar­verträge. Ist das zulässig?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EuGH verhängt finanzielle Sanktionen gegen Polen

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU?

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU? Copyright: Pixabay
Polens Regierung muss nun erstmals vom EuGH verhängte finanzielle Sanktionen hinnehmen. Der Anlass: Ein vom Nachbarn Tschechien betriebenes Verfahren um den Braunkohletagebau Turow. Das dürfte nur ein Testlauf sein für weitere Sanktionen im Streit um die Justizreform. Offenbar werden nun auch die Finanzmärkte davon beeinflusst.
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen

Evergrande erschüttert Rohstoff-Lieferanten – Renminbi bleibt unberührt

China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen. Copyright: Pexels
Seit Tagen ist die drohende Pleite des chinesischen Bauträgers Evergrande Marktgespräch. Es geht darum, die Schieflage und ihre Folgen möglichst treffsicher einzuschätzen. Die Devisenmärkte haben das (wie die Aktienmärkte auch) bereits getan.
Zum Seitenanfang