Wohlstand braucht Energie
Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs in Deutschland ist ein Warnsignal für Wohlstand und soziale Stabilität. Wer auf die Homepage des Umweltbundesamtes (UBA) geht, findet dort folgenden Satz: „Der Primärenergieverbrauch ist seit Beginn der 1990er Jahre rückläufig.“ 1990, zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung, lag er bei 14.905 Petajoule (PJ). 2023 waren es 10.735. 1 Petajoule entspricht grob gerechnet dem Jahresstromverbrauch von 25.000 Haushalten in Deutschland oder dem Energiegehalt von etwa 476 Millionen Tafeln Schokolade.
Was das UBA da mitteilt, soll eine positive Nachricht sein - ist es aber nicht. Der Primärenergieverbrauch ist ein Wohlstandsindikator, sein Rückgang darum ein Warnsignal. Das gilt insbesondere dann, wenn er sich wie bei uns mit einem Rückgang der Produktivität paart. Es bedeutet: Anstelle von Energie verheizen wir unseren Wohlstand. Dieser beruht auf technologischer Innovation. Und die benötigt Energie zu günstigen Preisen.
Eine moderne Gesellschaft braucht Energie für ihren Wohlstand
Computer sind die Stahlhütten der Moderne. Sie sind Energiefresser, allen Effizienzerfolgen zum Trotz. Sie sind zugleich alternativlos für eine moderne Wirtschaftsnation. Das hat übrigens der mit reichlich Vorschuss-Zitronen bedachte US-Energieminister Chris Wright erkannt. In Deutschland regiert stattdessen ökonomische Dummheit.
Der Frieden in Europa ist keine Selbstverständlichkeit ist ein Ausspruch, der sich in zahllosen Politikerreden wiederfindet. Ein richtiger Satz, wie wir inzwischen leider wissen. Die Nachkriegsgeneration hat ihn der Nachfolgegeneration, den „Babyboomern“, die jetzt in Rente gehen, eingebläut. Doch die Babyboomer haben es versäumt, „ihre“ Botschaft an die nächste Generation weiterzugeben: Der Wohlstand in Deutschland ist keine Selbstverständlichkeit. Er muss immer wieder neu verdient werden. Und das geht nur mit Energie.