Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1061
Geldpolitik | Finanzierung

Zinsen haben Luft nach unten

Die Erweiterung der "Nullzins-Perspektive" bietet Aussicht auf günstige Kreditkonditionen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag ihre Nullzins-Perspektive voraussichtlich deutlich verlängern. Die Eurogeldhüter um Mario Draghi könnten den Märkten avisieren, dass sie die Zinsen bis weit ins Jahr 2020 unangetastet lassen. Bisher gilt als sicher, dass die EZB die Zinsen im Jahr 2019 nicht anheben wird. Den aktuell deutlichen Einbruch des Eurokurses lesen wir als Indiz dafür, dass die Devisenmärkte bereits in diese Richtung spekulieren.


Für die Verlängerung sprechen die aktuelle Inflations- und Konjunkturentwicklung. Zwar stieg die Inflationsrate im Februar leicht von 1,4% auf 1,5% an. Die für die Geldhüter viel wichtigere Kerninflationsrate sank von 1,1% auf 1,0%. Ohne die schwankungsintensiven Energie- und Nahrungsmittelpreise hat sich die Geldentwertung somit verlangsamt. Das passt zur weltweit und in Europa nachlassenden Konjunkturdynamik. Die Kerninflation bewegt sich nun schon seit mehr als zwei Jahren zwischen 0,9% und 1,2%.


Schwächt sich die Konjunktur weiter ab, wird auch die Inflation nachgeben. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung insbesondere in Italien und Frankreich ist es unwahrscheinlich, dass sich der Inflationsdruck stark erhöhen wird. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote für den Währungsraum aktuell schon bei 7,8%. Das ist verglichen mit über 12% im Jahr 2013 beachtlich. Allerdings wird auch der Lohndruck in einer sich abkühlenden Konjunktur wieder nachlassen.


Die Konditionen für die Unternehmensfinanzierung werden darum noch lange günstig bleiben. Das gilt besonders am kurzen Ende, auf das die Geldhüter Einfluss haben. Bis in den Bereich von dreijährigen Laufzeiten gibt es kaum Potenzial für steigende Zinsen; nach unten haben die Konditionen aber auch keine Luft.


Am langen Ende dürften die Konditionen sogar sinken. Mit nachlassender Konjunktur werden auch die Zinsen wieder Richtung Süden ziehen. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen zunimmt. Das drückt die Renditen. Zugleich wird sich der Wettbewerb der Banken um gute Kunden verschärfen. Die Geldhäuser werden zu Preiszugeständnissen bereit sein, um Kreditgeschäft mit guten Kunden zu machen.

Fazit:

Die Kreditbedingungen für Unternehmen bleiben hervorragend. Am kurzen Ende bleiben die Konditionen konstant. Bei Laufzeiten über fünf Jahren entsteht sogar wieder Verhandlungsspielraum nach unten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Interesse an beruflichen Abschlüssen schwindet

Zahl der Ungelernten steigt

© Zina Seletskaya / stock.adobe.com
Der Ausbildungsmarkt zeigt einen tiefen Widerspruch. Es gibt eine Vielzahl nicht besetzter Ausbildungsstellen, viele Unternehmen suchen Fachkräfte - und dennoch wächst die Zahl derjenigen, die keinen Berufsabschluss haben. Aber ist das überhaupt ein Problem?
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang