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M.M. Warburg & CO (AG & Co.) Kommanditgesellschaft auf Aktien – Stiftungsmanagement 2022 – Auswahlrunde

Erfahrung trifft Kompetenz

Wie schlägt sich M.M. Warburg im Stiftungsmanagertest 2022? © styleuneed / fotolia.com
Die Informationen zu Stiftungen findet der Interessent auf der Website von M.M. Warburg unter dem Reiter „Privatkunden“. Das ist zwar ungewöhnlich, doch einmal entdeckt, fühlt er sich dort angemessen begrüßt. Hinweise zu Ansprechpartnern sowie auf eine Stiftungsbroschüre und den Warburg-Stiftungstag runden den Auftakt ab, der zwar nicht euphorisch stimmt, aber doch auf mehr hoffen lässt.

Seit mehr als 50 Jahren ist M.M. Warburg dem Stiftungssektor eng verbunden, verkündet die Privatbank am Beginn ihrer Ausarbeitung. Zusammen mit einer kurzen, aber eindrucksvollen Vorstellung der eigenen Kompetenzen erzeugt diese Aussage einen gewissen Vertrauensvorschuss. Langjährige Erfahrung ist immer gut.

Nach einer guten Zusammenfassung der Anforderungen der künftigen Stiftung stellt die Bank eine Reihe von Fragen, die zeigen, dass man sich mit der Problematik mehr als nur standardmäßig befasst hat. Dabei geht es ums Stiftungskonzept, aber auch um die Erfahrung der Stifter bei der Geldanlage und um die Rolle der Immobilie, die zum Stiftungsvermögen gehören soll.

Das wünschen sich die Stifter ins spe

  • Stiftung mit Namen "Money Kids" oder "Money Kings" will für mehr Finanzbildung an Schulen sorgen
  • 3,5 Millionen Euro liquide Mittel und Jahresmieteinkünfte einer Immobilie in Höhe von 108.000 Euro stehen dafür zur Verfügung
  • gewünscht ist ein Anlagekonzept mit erwarteten Ausschüttungen von mindestens 50.000 Euro pro Jahr, dem Vorgehen beim Investieren sowie einer international ausgerichteten und diversifizierten Anlage
  • Hilfe bei der Stiftungsgründung und -verwaltung
  • Empfehlung, ob eine Ewigkeits- oder Verbrauchs- bzw. Hybridstiftung gegründet werden soll.

Auch später noch Verbrauch möglich

Einem ausführlichen Exkurs in Sachen Stiftungsarten, Stiftungsstrukturen, allgemeine Vorgaben an Stiftungen und Steuerrecht inklusive neues Steuerrecht ab 2023 folgt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Ewigkeits-, Verbrauchs- oder Hybridstiftung. Es gibt keine direkte Empfehlung, allerdings kündigt die Bank an, im Anlagekonzept aufgrund der noch offenen Fragen das liquide Vermögen von 3,5 Millionen Euro komplett in einem Depot zu betrachten.

„Sie können auch zu einem späteren Zeitpunkt Stiftungsvermögen als Verbrauchsvermögen deklarieren oder nachträglich eine verbrauchbare Zustiftung tätigen“, erklärt Warburg. Das kommt dem Bedürfnis der Stifter nach Flexibilität sehr entgegen. Entsprechend empfiehlt die Bank, diesen Aspekt in der Stiftungssatzung zu erfassen, ebenso wie den Erhalt des Grundstockvermögens.

Ideen für Erfüllung des Stiftungszwecks

Zudem sollte nicht ausgeschlossen werden, dass Zuwächse aus der Umschichtung des Grundstockvermögens für die Erfüllung des Stiftungszwecks verwendet werden dürfen. „Andernfalls dürfen lediglich ausschüttbare Erträge und Spenden für den Stiftungszweck verwendet werden“, mahnt Warburg.

In anschaulichen Grafiken stellt die Privatbank dar, wie schwer es speziell für Stiftungen angesichts niedriger Zinsen und komplexer Kapitalmärkte geworden ist, die Ziele Kapitalerhalt und Ausschüttungen zu vereinen. „Stiftungen werden durch die Notenbanken faktisch zu höheren Risiken gedrängt, wenn sie neben einem realen Kapitalerhalt ausschüttungsfähige Erträge zur Verwirklichung des Stiftungszwecks anstreben“, lautet der Kommentar.

Gedanken zur Anlagestrategie

Die Anlagestrategie sei daher geprägt von einer höheren Aktienquote, abgesenkten Mindestanforderungen an die Bonität von Anleiheschuldnern, einem Anlageuniversum, das auf andere Wirtschafts- und Währungsräume ausgedehnt wird, sowie Zumischung illiquider bzw. alternativer Anlageklassen wie Immobilien. Das müsse noch in den Gremien diskutiert werden, fügt die Bank an.

Insgesamt müsse eine Strategie gefunden werden, die auch in unruhigen Zeiten beibehalten werden kann, ohne unter Handlungsdruck zu geraten. Sehr gut! Wie sich das genau in der Anlagerichtlinie widerspiegeln soll, reißt Warburg allerdings nur stichpunktartig an und verweist auf eine beispielhafte Richtlinie, die im Anhang mitgeschickt wird.

Nachhaltigkeit nimmt viel Raum ein

Wie von der Ausschreibung gewünscht, erklären die Autoren des Vorschlags den Investmentprozess, und zwar gesondert für Aktien und Anleihen, wobei sie auch den Nachhaltigkeitsansatz ihres Hauses verdeutlichen, der von einem ESG-Entscheidungsgremium überwacht wird.

Zu absoluten Ausschlusskriterien gesellen sich eigene Analysen sowie externes Research. Da die Stifter nicht ausdrücklich auf Nachhaltigkeit in der Anlage Wert legen, nimmt dieser Teil der Ausarbeitung – so wichtig das Thema auch sein mag – ein wenig zu viel Raum ein.

Aktive Aktiensteuerung je nach Umfeld

Strategisch schlägt Warburg für das Portfolio einen Aktienanteil von 25 Prozent vor sowie eine aktive Steuerung zwischen 10 und 40 Prozent je nach Kapitalmarktumfeld. Dabei soll vorwiegend in Einzelwerte mit Fokus auf europäische und US-amerikanische Einzeltitel und gestreut über Regionen, Branchen und Einzeltitel investiert werden.

Aktuell sollen es 38 Prozent Aktien – ausschließlich Europa und USA im Verhältnis 3:1 – werden, 59 Prozent Anleihen und der Rest Liquidität. Das scheint etwas sehr konservativ gedacht. Dennoch soll damit eine Rendite von 3,1 Prozent p.a. vor Kosten erreicht werden, bei einer Volatilität von 6,1 Prozent p.a.

Ausschüttungsziel wird erreicht

Dabei hält die Bank eine Ausschüttungsquote von 2 Prozent bzw. 70.000 Euro für realistisch. Damit sei die Forderung nach Kapitalerhalt und Mindestausschüttung von 50.000 Euro pro Jahr erfüllt. Die Entwicklung bis 2041 verdeutlicht das.

Wenn es dagegen einen jährlichen Verbrauch von 75.000 Euro geben sollte, reduzieren sich die möglichen Ausschüttungen der ordentlichen Erträge im Zeitablauf, teilt sie weiter mit. Dies könne nicht vollständig durch eine mögliche Erhöhung der Aktienquote ausgeglichen werden. Etwaige Umschichtungsgewinne sollten daher für den Verbrauch nutzbar gemacht werden. Diese Gegenüberstellung ist sehr interessant.

Zusammenfassung am Schluss

Als Kostenmodell bietet der Vorschlag eine All-in-fee in Höhe von 0,7 Prozent p.a. plus Mehrwertsteuer an. Ganz am Schluss fasst er noch einmal zusammen, was für Warburg als Partner spricht. Das ist eine gute Idee und bleibt zumindest im Gedächtnis haften.

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Kontakt

Inga Edler

0221/27294-11

iedler@mmwarburg.com

 

Zusatzinfos

Honorar:

0,7 % plus MwSt.

Strategische Asset Allocation:

0 - 40 Prozent Aktien

Renditeerwartung:

3,1 % p.a. vor Kosten

Risikokennzahl(en):

Volatilität: 6,1 % p.a.

Inflationserwartung:

k. A.

Vorschlag für den Stiftungssitz:

keine konkrete Empfehlung

 


Fazit: Der Vorschlag von M.M. Warburg enthält wesentliche Anforderungen der Ausschreibung für eine neue Stiftung – prima. Aussagen über die gewünschte laufende Stiftungsbetreuung und ein deutlicheres Eingehen auf das Stiftungsprojekt selbst hätten das Konzept noch abgerundet. Zudem wirkt die Anlage auf den ersten Blick sehr konservativ. Zumindest im Aktienbereich scheint sie regional nicht wirklich breit gestreut zu sein.

Mit diesem Vorschlag qualifiziert sich M.M. Warburg für den Einzug in die Endrunde.

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