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WALSER PRIVATBANK AG | TOPs 2017 - Vermögensstrategie & Portfolioqualität

WALSER PRIVATBANK: Auf den Kunden eingestellt

Die Walser Privatbank verstand es bisher stets, in ihren schriftlichen Ausarbeitungen für den Kunden zu überzeugen. Ob ihr das auch diesmal gelingt? Und wie wird sie das neue Portfolio konstruieren, damit es dem Kunden seine Ängste nehmen kann?

WALSER PRIVATBANK AG Walserstr. 61, A-6991 Riezlern
www.walserprivatbank.com

“Weil wir uns ganz auf Sie einstellen”, steht im persönlichen Vermögenskonzept. “Beratung von Mensch zu Mensch” will die Bank leisten. Individualität darf der Kunde also erwarten. Nach dem Gespräch erhalten wir eine elf Seiten umfassende, gut aufgemachte Gesprächszusammenfassung in Präsentationsform. Unsere Renditeerwartung ist dokumentiert: 2 % nach Steuern und Kosten, vor Inflation; ebenso unsere Ausgangslage, Lebenssituation und der Verlust von maximal 15 %. Das zeigt Sorgfalt und ist gut zu lesen. Auch Nachfolgethemen werden angesprochen, die Bank ist also ganzheitlich unterwegs. Deutlich zu sehen ist: Die Bank hat einen klar strukturierten Beratungsprozess. Dazu zählt auch der “FinaMetrica-Fragebogen” zur Feststellung der Risikotragfähigkeit des Kunden. Dieses wissenschaftliche Verfahren soll diesem helfen, sich selbst gut einzuschätzen, so dass die Bank das richtige Portfolio finden kann. Ein interessanter Weg, dem aber sicher nicht jeder so folgen mag.
Wertungsübersicht
Beratungs­gesprächVermögens­strategiePortfolio­qualitätTransparenzGesamt
32,2
24,0
4,8
11,6
72,7

max. 45 Punkte

max. 30 Punktemax. 9 Punktemax. 16 Punktevon 100

Portfolio detailliert analysiert

Mit ähnlicher Detaillierungstiefe geht die Bank bei der Analyse unseres bisherigen Portfolios vor. Auf mehr als zehn Seiten werden die Fonds auseinandergenommen, die Renditen und Restlaufzeiten ermittelt und anschließend noch die Ergebnisse der Research-Firma Morningstar aufbereitet. Ergebnis: Das Portfolio wird unser Renditeziel nicht erreichen, selbst wenn es da oder dort mit weiteren Vermögensklassen ergänzt und optimiert würde. Die Conclusio lautet: Ein Ausstieg aus den Rentenanlagen ist anzuraten, Eile ist aber nicht geboten. Das ist eine klare Ansage. Die Bank dokumentiert im Vorschlag noch mal den Zielkonflikt. 2% Rendite nach Kosten und Steuern und zugleich 15% Verlust ist für sie nicht machbar und das gibt der Markt nicht her. Daher liefert sie zwei Vorschläge und spiegelt diese auch gleich an unserem alten Portfolio. Während wir mit unserem bisherigen Portfolio nur noch 0,11% nach Kosten und Steuern erwarten dürfen, bringt der Vorschlag mit Fokus auf den Verlust 1,67%. Wenn wir etwas mehr Verlust akzeptieren würden, dann schaffen wir auch die Zielrendite von 2,04%. Folglich bekommen wir auch zwei Alternativen angeboten. Mit Blick auf das Verlustziel sieht das neue Portfolio so aus: 45,50% Renten, 31,50% Aktien, 23,00% Alternatives. Dazu zählen insbesondere Gold 3%, andere Rohstoffe 2%, Hedgefonds (10 %) und Managed Futures (8%).

Gut gemachter Stresstest

Die Details für die risikoreichere Variante sehen wir nicht. Dafür aber einen gut gemachten Stresstest, der die Krisen der letzten Zeit aufzeigt. Es wird die risikoreichere der defensiveren Variante gegenübergestellt. Wir können sehen, dass wir bei der risikoreicheren Variante knapp 19% Verlust hätten. Bei der defensiven werden unsere 15% maximale Verlustgrenze eingehalten. Zusätzlich erläutert die Bank ihr Riskomanagementsystem. Sie empfiehlt bei 10% Verlust ein Limit einzuziehen. Bei 5% Verlust wird die Bank sofort informieren, wird die Wertuntergrenze erreicht, wird in Liquidität umgeschichtet. Nicht näher erläutert die Walser Privatbank, dass der Wiedereinstieg das eigentliche Problem solcher Verfahren ist. Dennoch ist gut zu sehen: Die Bank will das Risiko beherrschen und hat einen klaren “Verlustbegrenzungsplan”. Sehr gut! Abschließend gibt es noch eine alternative Strategie. Es soll mit Discountzertifikaten gearbeitet werden. Das Verfahren wird anhand eines Beispiels erläutert. Die Bank zeigt, dass eine maximale Rendite von 2,26% erreichbar ist. Deutlich macht die Bank, dass die Zielerreichung ganz vom Aktienmarkt am Fälligkeitstag abhängt. Sicher eine interessante Idee, aber ganz überzeugend ist sie nicht. Schließlich gibt es noch weitere Risiken wie Emittentenrisiken, und die hohe Komplexität solcher Strukturen wird auch von der Bank nicht verschwiegen. Zudem ist der Ertrag nach oben hin begrenzt und nur knapp unter unserem Ziel. Wenn’s schlecht läuft, tragen wir das Aktienrisiko voll. Somit legen wir diese Idee zur Seite. Für ihre Dienste will die Bank 1,05% zzgl. MwSt. Bestandspflegezahlungen (Kickbacks) gibt es keine. Die Bank setzt ausschließlich Produkte ohne solche Zahlungen ein.

Fazit Vermögensstrategie: Die Walser Privatbank zeigt wie schon in den vergangenen Jahren eine sehr gute, sorgfältige und über weite Teile sehr verständliche Ausarbeitung. Der Zielkonflikt des Kunden wird klar herausgearbeitet, der Lösungsweg ist gut nachvollziehbar. Die Variante mit den Discountzertifikaten ist eine Idee, aber erhöht auch die Komplexität des Vorschlags, zudem schon zwei weitere im Raum stehen. Hier wäre auch weniger in Ordnung gewesen. Mit diesem Vorschlag spielt die Bank erneut weit vorne mit im Gesamtwettbewerb...

Fazit Portfolioqualität: Nicht ganz so überzeugend ist die Portfolioqualität. Vor allem würde das vorgeschlagenen Depot einen Zinsschock nicht gut wegstecken – der Kunde hätte aus dieser Sicht nicht viel gewonnen. Die erwartbare Rendite ist passabel, der maximale Verlust recht hoch.

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